
Nein, ich bin nicht unter die Segler gegangen. Leider besitze ich keine schöne Jacht, aber immerhin ein Paar Bootsschuhe. Die können natürlich auch Landratten wie ich tragen, denn längst erfreuen sich Bootsschuhe höchster Beliebtheit. Ich stelle Sie Ihnen einmal näher vor.
Paul Sperry ist der Vater der modernen Bootsschuhe
Die Geschichte der Bootsschuhe, wie wir sie heute kennen, begann 1935 in den USA. Der Freizeitsegler Paul Sperry war es leid mit seinen Schuhen über die Planken seines Bootes zu rutschen. Offensichtlich war er nicht nur Segler, sondern auch Erfinder und wie so viele große Erfinder vor ihm, nahm er sich ein Beispiel an der Natur. Sein Hund, der Cockerspaniel Prince, zeigte ihm, wie man sich rutschfest durchs Leben bewegte. Sperry übertrug die Furchen der Hundepfote auf die Sohlen seiner Segelschuhe. Die Riffelung im Gummi der Sohle führte zu einer extrem guten Bodenhaftung. Sperry war glücklich über seinen festen Stand auf dem Boot und brachte kurze Zeit später die ersten ledernen Bootsschuhe auf den Markt. Ganz der passionierte Segler benannte er seine Schuhe nach dem sich über der Wasserlinie befindlichen Teil des Schiffsrumpfes: Top-Sider.
Vorige Bootsschuhe-Exemplare bestanden aus Canvas und waren entweder mit einer Hanf- oder einer Kreppsohle ausgestattet. Leder und Profil waren neu und kamen äußerst gut an. Bis heute kann man das braune Ur-Bootsschuh-Expemplar von Paul Sperry im Handel bekommen, wo es nach wie vor ein wahrer Verkaufsschlager ist.
Ich versuch mich einmal in einer näheren Beschreibung der Bootsschuhe: Bei ihnen handelt es sich um einen in Mokassinmachart hergestellten Freizeit- und Sommerschuh. Die Bootsschuhe der Gegenwart bestehen meist aus einem leicht gefetteten, vom Rind stammenden, Waterproofleder. Die zwei bis drei Messingösen sind mit einem Anlaufschutz versehen, die Nähte aus Nylon gefertigt und die höchst strapazierfähige Sohle besteht Gummi bzw. Kautschuk. Durch ihre Fertigung und den eigentlich gedachten Einsatz auf der See sind Bootsschuhe dadurch extrem wasserbeständig.
Bootsschuhe wurden im Laufe der Jahre immer landtauglicher
Klassische Bootsschuhe besitzen keine Fütterung. Das hat einen einfachen Grund: Im Falle einer Wässerung, mit der man auf dem Wasser immer rechnen muss, kann der Schuh viel schneller trocknen als ein gefüttertes Pendant. Visuell kann ein jeder Bootsschuh sehr rasch an dem um die gesamte Öffnung herum verlaufenden ledernen Schnürsenkel erkannt werden. Diese Hauptcharakteristik von Bootsschuhen erlaubt dem Träger ebenso eine zusätzliche Anpassungsmöglichkeit, da der Riemen eben auch enger geschnürt werden kann.
Ich erwähnte bereits, dass sich Bootsschuhe im Laufe der Jahre immer größerer Beliebtheit erfreuten und das eben nicht nur bei den Wassersportfreunden. Dies war auch der Grund, warum die Bootsschuhe über die Jahre immer landtauglicher wurden. So existieren mittlerweile Exemplare, die mit Innenfutter und dicker Profilsohle ausgestattet sind. Doch Vorsicht, wenn Sie ein Besitzer dieser urbanen Vertreter der Bootsschuhe sind. Auf Booten sind Sie mit diesen Exemplaren nicht gerne gesehen. Ein jeder Captain wird Sie streng beobachten, da er Angst um sein schönes Deck hat. Kein Wunder, schließlich greifen dickere Profilsohlen auch gerne Steinchen auf, die dann zu hässlichen Kratzern im Lack führen können. Jedoch bringen diese Schuhe auch einen warm und wetterfest durch den Winter. Die bekanntesten Bootsschuhe sind sicherlich die Schuhe von Timberland, die im Laufe der Jahrzehnte sich zu einer eigenständigen Marke mit eigenen Modellen entwickelt hat.
Wenn Sie also eine Wasserratte sind, dann greifen sie zur klassischen Ausführung des Bootsschuhs. Und selbst wenn Sie nur auf der Suche nach einem eleganten Herrenfreizeitschuh sind, dann kommen Sie an Bootsschuhen kaum vorbei. Gerade in den warmen Sommermonaten macht Mann mit ihnen zur kurzen Hose einen sehr guten und modischen Eindruck. Ob in blau oder anderen Modefarben, Bootsschuhe gehen immer. In diesem Sinne: Schiff ahoi!