Burgol – Die Marke für den Schuhliebhaber

Vom Familienunternehmen zur internationalen Marke

Wenn man heute die schmucken Blechdosen der Schuhcreme von Burgol betrachtet, sieht man über dem Schriftzug eine Burg abgebildet. Diese Burg gibt es wirklich, sie steht im kleinen Ort Aarwangen. Hier produziert das Unternehmen seine erfolgreiche Schuhcreme und viele weitere hochwertige Produkte für den Schuhliebhaber. Angefangen hat die Geschichte jedoch im schweizerischen Kanton Bern bei Burgdorf. Dort gründete die Famile Grütter 1921 das Unternehmen Burgol mit nur einem einzigen Produkt: Schuhcreme. Schon damals gelangte es zu den Kunden in den charakteristischen Blechdosen, die den Verpackungsstandard für eine gesamte Industrie maßgeblich formte. Die Zahl der Kunden nimmt langsam zu, vor allem Mundpropaganda über die besonderen Pflegeeigenschaften sorgt für einen stetigen Fluss neuer, begeisterter Kunden. Geliefert wird die Schuhcreme zumeist mit dem Fahrrad, das Einzugsgebiet ist noch äußerst klein.

1945 schickt sich der Schwiegersohn Alfred Jährmann an, mit Burgol den nächsten Schritt zu machen. Man zieht in die Stadt Aarwangen und verbessert Produktionsmethoden und vor allem die Rezeptur. Noch heute ist diese Rezeptur ein gut gehütetes Geheimnis und dermaßen gut, dass sie in all den Jahren nur unwesentlich verändert werden musste.

Bis zum Jahre 1983 bleibt die Firma fest in Familienhand. Doch da sich kein geeigneter Nachfolger findet, entschließt sich Jährmann dazu, Burgol an die Siegenthaler AG zu verkaufen. Unter einer Bedingung: Sämtliche Produkte müssen weiterhin in Handarbeit hergestellt werden. Nur so gelingt es den Arbeitern, die natürlichen Bestandteile der Schuhcreme optimal und schonend zu verarbeiten. Dies ist meinem Erachten nach auch genau das, was die Besonderheit von Burgol ausmacht. Sämtliche Bestandteile sind nicht nur genau aufeinander abgestimmt, jedes kann auch in vollen Zügen seine speziellen Eigenschaften zur Geltung bringen. Dies gelingt einer industriellen Produktion nämlich nur in den seltensten Fällen. Schlussendlich entdeckt Rainer Ersfeld die Schuhcreme von Burgol und macht sie 2004 in Deutschland bekannt. Mittlerweile hat im Prinzip jeder Hersteller von Maßschuhen Burgol Schuhcreme im Portfolio. Zu recht!

Von Schuhcreme und Schuhbürsten

Gemeinhin ist Burgol vor allem für seine Pflegeprodukte bekannt. Das berühmteste und erfolgreichste ist mit Sicherheit die Palmenwachscreme. Ich möchte nicht noch einmal im Detail darauf eingehen, dies werde ich an anderer noch einmal gründlich tun. Eines sei aber gesagt: Ich selbst habe ein umfassendes Sortiment in meinem Schuhputzkasten davon und möchte es nicht mehr missen.

Dabei produziert Burgol heutzutage weit mehr als nur Schuhcreme. Mit speziellen Pflegemitteln für Cordovan-, Nubuk- oder Wildleder sind auch die besonderen Schuhmodelle versorgt. Dazu gibt es Juchtenfett und Ledersohlenöl von Burgol, Golfwachs und Schuhreiniger. Allen diesen Produkten ist gemein, dass sie weiterhin einen typischen Manufaktur-Charakter haben und höchste Ansprüche erfüllen. Man weiß einfach, wann man ein Burgol-Produkt in der Hand hat. Die Liebe bis ins letzte Detail spürt man an allen Ecken und Enden.

Zusätzlich hat Burgol ein eigenes Bürstensortiment im Portfolio, logisch, es passt ja auch perfekt ins eigentliche Gebiet der Schuhpflege. Die Griffe sind aus den heimischen Hölzern gefertigt, hergestellt werden die Bürsten aber in Deutschland, dort kommen die Haare des Hochlandyaks und der Kaschmirziege zum Einsatz. Für die Staub- und feinen Polierbürsten verwendet Burgol Rosshaar, welches mir überaus strapazierfähig und langlebig erscheint. So lange besitze ich jedoch noch keine Schuhputzbürsten von Burgol, weshalb ich dazu nicht allzu viel sagen kann.

Ein kleiner Pflegetest

Niemand kann genau sagen, warum Burgol solche hervorragende Ergebnisse erzielt. Darauf kommt es für mich aber nicht an – allein das Ergebnis ist entscheidend. Und was Pflege-, Schutz- und Polierfähigkeit anbelangt, spielt Burgol nicht nur in der ersten Liga, das ist Champions League. Ich habe einen einfachen, wenn auch langwierigen Test gemacht: Ich habe mir ein Paar Schuhe genommen, den linken Schuh ein Jahr lang mit Burgol gepflegt, den rechten mit einem No-Name Produkt. Schon allein beim Putzen ging der linke deutlich schneller. Im normalen Tragevergleich meine ich, dass der linke Schuh zudem mehr und vor allem länger glänzte. Gut, das ist vermutlich nur mir aufgefallen und spielte sich im Bereich von Nuancen ab, aber immerhin. Nach einem Jahr habe ich dann Resümee gezogen. Beide Schuhe hatten einen ordentlichen Zustand, aber der rechte wies zwei kleinere Einkerbungen und ein paar Kratzer auf. Der linke war einwandfrei. Sicher, vielleicht bin ich mit dem rechten auch irgendwo ungünstig hängen geblieben. Kann sein, aber in meinem persönlichen Fazit hat Burgol gewonnen. Ich pflege jetzt wieder beide Schuhe damit.

Bezugsquellen von Burgol

Wenn man nicht gerade in der Schweiz ist, bieten sich für einen Einkauf die gehobenen Schuhläden in der Stadt an. Ich finde auch, dass man gerade an der Pflegeabteilung eines Geschäftes den eigenen Anspruch der Ladeninhaber sieht. Wer auch hier auf höchste Qualität setzt, hat mein vollstes Vertrauen in Sachen exquisiter Herrenmode.

Ansonsten beziehe ich meine Serien aus dem Internet. Das ist einfach und vor allem bei schlechtem Wetter sehr bequem. Auf den Seiten von Burgol findet man die passende Bezugsquelle (übrigens auch eine tolle Pflegeanleitung!) in einer Stadt in Ihrer Nähe, im Internet bestelle ich selbst bei Shoepassion und The Good Things. Meistens kaufe ich mir, wenn ich mir einen neuen Schuh gönne, gleich das passende Pflegemittel dazu. So habe ich alles in einer Lieferung.

Was ein Schuhputzset enthalten sollte

 

Nachdem ich bereits von der richtigen Schuhbürste und dem oft unterschätzten Schuhspanner berichtet habe, möchte ich heute noch einmal einen Schritt zurück gehen und den Blick auf das Ganze werfen. Nicht selten haben mich nämlich Freunde und Bekannte gefragt, welche Schuhputzutensilien sie denn unbedingt bräuchten, um einigermaßen gut gerüstet für die Pflege ihrer Herrenschuhe zu sein. Daher hier nun meine absoluten Basics für ein Schuhputzset. Ich gehe dabei einfach die einzelnen Reinigungs- und Pflegeschritte durch, so erhält man einen ganz guten Überblick.

Gerundete Staub und Schmutzbürsten nutzen

Das erste, was zu einem Schuhputzset gehört, sind Utensilien um die Schuhe vom Schmutz zu befreien, der sich durch den alltäglichen Gebrauch unweigerlich auf dem Leder festsetzt. Zumeist handelt es sich dabei um einfachen Staub und kleinste Sandpartikel, die sich leicht mit einer Staubbürste entfernen lassen. Hier haben sich möglichst weiche Haarborsten bewährt, idealerweise aus feinem Pferdehaar. Aber auch nicht allzu harte Schweinsborsten sind in Ordnung. Für hartnäckigere Verschmutzungen, wie etwa Schlamm oder kleine Sandbrocken, empfehle ich eine schonende Schmutzbürste. Die kann unter Umständen auch aus synthetischen Borsten bestehen, solange diese nicht allzu spitz sind. Hier muss man ein gesundes Verhältnis zwischen harten, reinigenden und weichen, schonenden Bürsten finden. Die Beschaffenheit der Griffe ist eigentlich egal, welche Art von Holz verwendet wird, spielt kaum eine Rolle bei der Wahl für ein einfaches Schuhputzset. Wichtiger finde ich da schon eher die Form. Ich verzichte seit einigen Jahren auf eckige Bürsten und investiere mein Geld lieber in solche, die abgerundete Enden aufweisen. Für die eigentliche Pflege ist es freilich vollkommen egal, ob der Griff eckig oder abgerundet ist. Mir ist es in der Vergangenheit aber zu oft passiert, dass ich abgerutscht und mit der Ecke der Schuhputzbrüste übers Leder gerauscht bin. Das Ergebnis waren mehr oder minder sichtbare Kratzer, die ich mit einer runden Bürste in meinem Schuhputzset besser vermeiden kann. Wie gesagt, für den eigentlichen Putzeffekt ist dies aber nicht von Belang, mit einer eckigen Bürste kann jeder, der etwas geschickter ist als ich, vollauf glücklich werden.

Bürsten zum Auftragen der Pflegecreme

Der nächste Schritt bei der Schuhpflege ist das Auftragen der Pflege- oder Emulsionscremes auf das Oberleder. Hier sollte es schon für jede einzelne Farbe eine eigene Auftragsbürste im Schuhputzset sein. Ansonsten können sich Restpartikel miteinander vermischen. Man hat dann entweder kleine Rückstände unterschiedlicher Farben auf dem Leder der Schuhe, oder es entstehen im ungünstigsten Fall sogar ganz neue Farbtöne. Spätestens dann hat man ein gravierendes Problem, will man die ursprüngliche Farbe seiner schicken Herrenschuhe beibehalten. Für alle Fans von Spectator Schuhen heißt dies also, dass sie eben gleich zwei Schuhbürsten für ein einziges Paar benötigen, eine für das schwarze Leder und eine weitere für das weiße. Wer mag, gönnt sich auch gleich noch eine Rahmenbürste, normale Bürsten sind für diesen Teil zumeist schlichtweg zu groß. Sie bieten den Vorteil, dass man ohne Probleme mit dem Pflegemittel in den schwer zugänglichen Sohlenschaftwinkel vordringen kann. Wer mit Auftragbürsten übrigens nichts anfangen kann und sich dabei immer die Kleidung ruiniert, der greife zu einem Auftragstuch. Dieses muss nicht käuflich erworben werden. Ein ausrangiertes Unterhemd oder T-Shirt tut es allemal.

Eine Auswahl an Pflegecremes

Was für die Bürsten im Schuhputzset gilt, hat auch Gültigkeit für die Pflegecremes. Im Prinzip richtet sich die Anzahl der Cremes und Bürsten nach der Anzahl der unterschiedlichen Farbtöne im eigenen Schuhschrank. Je mehr unterschiedliche Schuhe man also besitzt, desto mehr Bürsten und eben Pflegecremes werden benötigt. Ich empfehle für jeden Farbton eine eigene Hartwachspaste. Das ist die in diesen kleinen Blechdosen – noch immer das beste Pflegemittel für gute Herrenschuhe. Aber auch eine kleine Auswahl an Emulsionscremes sollte in einem gut sortierten Schuhputzset nicht fehlen. Diese ergänzen die normale Pflege optimal, da sie die nötigen Nährstoffe tiefer ins Leder bringen.

Glanz und Gloria im Schuhputzsetz

Zusätzlich empfehle ich Glanzbürsten – auch hier wieder für jeden Farbton eine eigene. Am besten eignet sich Pferdehaar, idealerweise vom Pferdeschwanz. Nicht unbedingt zur Grundausstattung, für mich aber dennoch unverzichtbar, sind unter Anderem Ledersohlenöl (samt Pinsel zum Auftragen) und ein Imprägniermittel für Rauleder. Zur Not kann man zu Beginn auf diese Sachen verzichten, man sollte sich aber schnellstmöglich damit eindecken.

Schutz der Kleidung und Bequemlichkeit nicht vergessen

Oft vergessen wird auch der Schutz der eigenen Kleidung und dann ärgert man sich vollkommen unnötig über Farbreste auf dem Hemd oder der Hose. Eine Schuhputzschürze gehört für mich daher zur Grundausstattung eines Schuhputzsets. Man wird sie zwar nur selten in den angebotenen Sets im Handel finden, sollte sie sich aber dennoch gönnen. Ich persönlich habe mir zudem auch recht schnell einen kleinen Schemel besorgt, auf dem ich es mir bequem machen kann. Irgendwie hatte ich Probleme mit einem normalen Stuhl beim meiner Schuhpflege. Dies ist aber wahrlich kein Muss.
Der Griff in die Trickkiste

Wer gerade keine passende Bürste zur Hand hat, kann auch zu fusselfreien Tüchern greifen. Schmutz lässt sich auch prima mit feuchten Haushaltstüchern entfernen, wer nichts anderes findet, kann in Ausnahmefälle auch zur Zahnbürste greifen – Vorsicht, nur zum Schmutzentfernen, nicht zum Auftragen benutzen. Ein feines Tuch zum Auftragen der Pflegecreme sowie ein Poliertuch sind für wenige Anwendungen weitestgehen unbedenklich. Sie ersetzen aber keineswegs ein richtig ausgestattetes Schuhputzset.

Alle anderen Pflegemittel, von Juchtenfett über eine Messingbürste bis hin zu einem gehfaltenentfernenden Shoebone, sind meiner Ansicht nach nicht zwingend notwendig. Bitte nicht falsch verstehen, ich besitze diese Dinge und möchte sie auch nicht mehr missen, aber für ein grundlegendes Schuhputzset reichen die von mir genannten Werkzeuge auf jeden Fall. Man kann dann ja nach und nach aufstocken. Wichtiger ist vielmehr, dass man mit dem richtigen Schuhputzen früh anfängt, sonst ist der Schaden am Ende nicht mehr zu reparieren.

Schuhspanner – oft vergessen und doch so wichtig

 

Wie versprochen geht es heute weiter mit einem Beitrag von mir in der Reihe Schuhpflege. Diesmal möchte ich ein Plädoyer für die oft vergessenen Schuhspanner starten, denn sie sind einer der wichtigsten Bestandteile der passiven Schuhpflege. Sicher, so ein Schuhspanner trägt keine Pflegecreme auf oder sorgt für einen höheren Wasserschutz durch spezielle Lotionen. Nichts desto trotz werden sie von den Herren hoffnungslos unterschätzt, wenn es darum geht, die Lebensdauer von Lederschuhe zu verlängern und das Oberleder lange geschmeidig und ansehnlich ausschauen zu lassen.

Wie kommt es aber, dass so ein Stück Holz einen wesentlichen Beitrag für die Schuhpflege leistet? Zum einen begradigt so ein Schuhspanner die kleinen und sich langsam bildenden Gehfalten, die von vielen Gentlemen so gefürchtet sind. Durch einen passgenauen Schuhspanner erhält das Leder in den Tragepausen seine ursprüngliche Form, die Strapazen von der Benutzung und eventuelle Wettereinflüsse können so ausgeglichen werden. Zum anderen sorgt er dafür, dass überschüssige Feuchtigkeit aus dem Schuh schnell entweichen kann. Gerade bei Herrenschuhen, bei denen man nicht immer die angeratene Tragepause einhalten kann, ist ein Schuhspanner aus Holz sein Geld wahrlich wert. Unbehandeltes Holz saugt die Feuchtigkeit aus dem Oberleder und gibt sie wieder ab, sobald man den Schuhspanner aus dem Schuh nimmt. Geradezu ideal also für das Lieblingspaar des Herrn, der es nicht auch nur einen Tag an seinen Füßen missen möchte.

Ein weiterer, oft vergessener Pluspunkt für alle, die Schuhspanner verwenden, ist die einfachere und schnellere Pflege der Schuhe. Durch die lang erhaltende glatte Oberfläche – ohne unnötige Ausbuchten und Risse – ist es deutlich leichter, die Herrenschuhe einer gründlichen Pflege zu hinterziehen. Schuhspanner sind demzufolge eine essentielle Grundlage bei der anspruchsvollen Schuhpflege.

Die verschiedenen Schuhspanner-Typen

Es existieren auf dem Markt im Wesentlichen drei verschiedene Typen von Schuhspanner. Die älteste Art ist der dreiteilige Schuhspanner. Er besteht aus einem breiten Fersenteil, einem keilförmigen Mittelstück, sowie einem Vorderteil. Er kommt insbesondere bei Maßanfertigungen zum Einsatz. Die drei Teile sind aus massivem Holz, was diese Art Schuhspanner zu den schwersten macht. Man steckt zuerst das Vorderteil in den Schuh, danach legt man das Fersenteil an. Zu guter Letzt drückt man das Mittelteil in den Zwischenraum, jetzt erklärt sich auch die Funktion der Keilform. Damit keines der Einzelstücke verloren geht, sind sie zumeist mit einem Band verbunden. Der größte Vorteil dieser Art ist, sofern es sich um eine Maßanfertigung handelt, dass er perfekt in den Schuh passt, ihn komplett ausfüllt und damit das Leder exakt in der vorgesehenen Form hält. Es erfolgt keine zusätzliche Dehnung.

Für den etwas schmaleren Geldbeutel empfehle ich die Light-Version des dreiteiligen Luxusschuhspanners – gemeint sind die etwas flacher verlaufenden Spanner, wie sie hier zu sehen sind. Statt eines Keils ist das Zwischenstück mit einer Doppelfederung versehen, die eine perfekte Anpassung des Schuhspanners an den Schuh gewährleistet.

Eine der am weitesten verbreiteten Formen ist hingegen der Federspanner. Ein kleines Fersenstück ist dabei durch eine Metallfeder mit einem breiteren Vorderstück fest verbunden. Man schiebt zuerst den vorderen Teil in den Schuh und drückt durch Biegen der Metallfeder dann das hinter Stück an die Ferse. Prinzipiell ist gegen diese Form nichts einzuwenden, allerdings ergeben sich aufgrund der Bauweise einige Eigenheiten, die es unbedingt zu beachten gilt. Es kommt beim Federspanner fast unweigerlich zu einer konstanten Dehnung des Leders, da dieser Schuhspanner einen ständigen Druck ausübt. Mit der Zeit kann sich daher ein Schuh verformen. Verstärkt wird das Ganze noch, wenn das Fersenstück arg klein geraten ist. Die ganze Spannkraft tritt dann punktuell auf und kann sich nicht gleichmäßig verteilen, Eine kleine aber durchaus sicht- und auch spürbare Ausbuchtung sind das Resultat.

Ich persönlich habe mich für die dritte Variante entschieden, dem schraubbaren Holzschuhspanner. Vorder- und Hinterteil sind hier durch eine Metallachse verbunden, idealerweise in Länge und Neigung frei einstellbar. Mit einer leichten Drehung kann ich so die optimale Länge und Spannkraft einstellen – und zwar für jeden Schuh individuell. Mehr braucht es meiner Ansicht nach nicht für einen guten Schuhspanner. Sicher, ein maßgefertigter, dreiteiliger Spanner hat auch seinen Reiz, vor allem schon aus Tradition heraus, aber hier bin ich lieber pragmatisch veranlagt. Solange es der Pflege keinen Abbruch tut, finde ich die schraubbaren Schuhspanner am Besten.

Schuhspanner aus Holz

Ein Schuhspanner sollte aus Holz gefertigt und möglichst unbehandelt sein. Schaumstoff oder Kunststoff können die Feuchtigkeit nicht oder nur sehr schlecht aufnehmen, gleiches gilt übrigens auch für lackierte Exemplare. Die sehen zwar mitunter äußerst edel aus, hier muss aber die Frage erlaubt sein, welchen wirklichen Nutzen eine solche Lackierung hat. Bei den Holzarten gibt es keine gravierenden Unterschiede, lediglich hinsichtlich der Dichte und damit des Gewichts. Ich schwöre auf einfaches Zedernholz, da ich hier die Erfahrung gemacht habe, dass sie am besten die Feuchtigkeit aufnehmen und sie außerhalb des Schuhs auch wieder schnell abgeben. Aber auch Buche, Pappel oder Edelhölzer sind eine gute Wahl.

Wie man Schuhspanner einsetzen sollte

Schuhspanner gehören in jeden Schuh, der gerade nicht getragen wird. Am besten man benutzt ihn sofort nach dem Ausziehen, da ist der Herrenschuh noch warm und das Oberleder kann leicht wieder in seine Ausgangsform gebracht werden. Ein zusätzliches Auslüften ist nicht nötig, es ist ja gerade die Funktion von Schuhspannern, die Feuchtigkeit zu entziehen. Eine Ausnahme besteht jedoch: Sollten die Schuhe einmal so richtig nass geworden sein und ich rede da von den Monsunregenfällen der letzten Wochen, dann gilt zuerst ein Schuhspannerverzicht! Hässlicher Schimmel könnte sich bei diesen tropischen Temperaturen im Schuh festsetzen. Besser ist es dann erst einmal der Griff zum Zeitungspapier, dieses sollte mehrmals gewechselt werden. Den Schuh dann bitte auf die Seite legen, sodass die Ledersohle ebenfalls Luft zu Atmen hat. Ist die gröbste Nässe dann über Nacht aus dem Leder verschwunden dürfen die Schuhe wieder auf den Spannern weiterruhen. Glücklicherweise brauchen die Schuhspanner kaum Pflege, alle paar Monate mit einem Lappen trocken wischen reicht vollkommen aus. Wer mag, kann zusätzlich noch Lavendelöl oder ähnliches für den Duft verwenden, hier gilt es aber sparsam mit umzugehen.

Also, wer möglichst lange Freude an seinen Herrenschuhen haben möchte, der sollte nicht am falschen Ende sparen. Schuhspanner sind auf jeden Fall ihr Geld wert.

P.S. Ich selbst habe nur wenig Erfahrung mit lackierten Schuhspannern gemacht – sie sind auch eher in südländischen Gefilden verbreitet. Über Erfahrungsberichte wäre ich daher sehr dankbar.

Schuhcreme für gepflegte Herrenschuhe

 

Vor einiger Zeit hatte ich über die Wahl der richtigen Hochzeitsschuhe geschrieben (Nur zur Erinnerung: Oxford, schwarz, plain). Mit großer Freude durfte ich feststellen, dass vergangene Woche meine Empfehlung auf offene Ohren stieß. Auf einer Hochzeitsfeier trug der Bräutigam fantastische Herrenschuhe, ideal für diesen Anlass. In einem kurzen Gespräch kamen wir auf die Schuhe zu sprechen, ich beglückwünschte ihn zu seiner ausgezeichneten Entscheidung. Ich riet ihm dazu, diese herrlichen Exemplare eines wahren Schuhmeisters zu hegen und zu pflegen – mindestens genauso wie seine junge Braut. Zu den Schuhen sagte mein guter Freund nur: „Ach, die werde ich vermutlich eh nur noch ein- oder zwei Mal in meinem Leben tragen. Die kommen jetzt einfach erst einmal in den Schrank und ich krame sie bei Bedarf einfach wieder hervor.“ Ich indes konnte da nur mit dem Kopf schütteln.

Gute Herrenschuhe benötigen eine hingebungsvolle Pflege. Ansonsten machen sie bereits nach kurzer Zeit schlapp oder werden zumindest unansehnlich. Gerade bei der Schuhpflege trennt sich die Spreu vom Weizen – wer einfach nur so tun möchte, als ob er das Gentleman-Gen trägt, der kauft sich teure Herrenschuhe, und vergisst dann deren Pflege. Ein wahrer Mann von Welt kauft sich qualitativ hochwertige Schuhe UND lässt ihnen dann die ihnen gebührende Pflege zukommen.

Aus diesem Anlass habe ich mich entschlossen, meinst einst gestarte Schuhpflegeserie wieder aufleben zu lassen. Schuhbürsten hatte ich bereits vorgestellt. Weiter wird es dann gehen um die Wichtigkeit der Schuhspanner bis hin zu den essentiellen Inhalten eines Schuhpflegesets. Anfangen möchte ich heute mit der richtigen Wahl einer Schuhcreme.

Die richtige Schuhcreme wählen

Regel Nummer eins: Finger weg von der Schuhcreme aus dem Drogeriemarkt. Die Inhaltsstoffe in diesen Produkten sind im besten Fall fragwürdig hinsichtlich ihrer Pflegefunktion, oftmals schaden sie darüber hinaus auf lange Sicht dem Schuh mehr als sie helfen. Normalerweise heißt es zwar, schlechte Pflege sei besser als keine Pflege, ich persönlich bleibe aber lieber dabei, dass, wenn man seine teuren Treter pflegen möchte, dies auch bitteschön mit den richtigen Produkten machen sollte. Nicht zuletzt aus psychologischen Gründen. Denn wenn die billige und nutzlose Pflege einem suggeriert, man habe den Schuhen etwas Gutes getan, wiegt man sich in falscher Sicherheit. Und das ist meiner Meinung nach schlimmer, als die schlechte Pflege wieder wettmachen kann.

Schuhcreme: Hartwachspaste oder Emulsionscreme?

Bei der Schuhcreme muss man zwei unterschiedliche Arten unterscheiden. Zum einen wäre da die Hartwachspaste. Dies ist zumeist in diesen kleinen Blechdosen enthalten, man sieht sie oftmals in Militärfilmen, wenn die Offiziere ihre Schuhe für die nächste Parade aufhübschen. Genau genommen handelte es sich bei den ersten Schuhcremes beim Militär aber gar nicht um die Hartwachspaste, wie wir sie kennen. Das waren meist Gemische aus Zuckermelasse, Ruß und Salzsäure. Diese verhalfen zwar zu kurzem Glanz, schädigten allerdings das Leder immens (eigentlich unfassbar, die haben auf ihre Stiefel SALZSÄURE gekippt). Heute gilt die Hartwachspaste als das wichtigste und beste Pflegemittel für Herrenschuhe. Sie enthalten kein Wasser, dementsprechend wird die Metalldose auch nicht Rost ansetzen. Meist basieren sie auf überlieferten alten Rezepturen und enthalten natürliche Inhaltsstoffe.

Zum anderen gibt es da eine fast unüberschaubare Vielfalt an sogenannten Emulsionscremes. Diese unterteilen sich wiederum in Mischware und Wasserware. Die verschiedenen Bezeichnungen geben an, wie die einzelnen Pflegestoffe in der Creme gelöst sind. Bei den Mischwaren kommen mindestens 20 Kubikzentimeter pro 100 Gramm an organischen Lösemittel zum Einsatz, bei der Wasserware dient das Wasser selbst als Lösemittel. Wasserware ist somit „Lösemittelfrei“ und suggeriert damit eine besondere ökologische Verträglichkeit. Dies ist aber keineswegs gegeben, denn durch die komplizierte Herstellung kann freies Alkali enthalten sein. Ganz zu schweigen von dem eher mauen Pflegeergebnis, weshalb bei den Emulsionen eher auf Mischware zu setzen ist.

So mancher echter Schuhfanatiker pflegt seine Premiumschuhe ausschließlich mit Hartwachspaste. Das ist an sich ja auch in Ordnung. Ich bin jedoch kein Anhänger von irgendwelchen Ideologien, mir geht es immer darum, das Bestmögliche für den Herrenschuh zu erreichen. Daher empfehle ich im Regelfall Hartwachspaste zur regelmäßigen Pflege, und jedes fünfte Mal würde ich mit einer Emulsionscreme, bevorzugt Mischware, arbeiten. Hier meine Gründe:

Hartwachspaste und Mischware als Schuhcreme verwenden

Hartwachspaste stellt in der Tat die beste Pflege für die Schuhe dar, daran besteht kein Zweifel. Zusätzlich zu der Pflege legt sich auf Grund des Wachses eine feine Schutzschicht auf das Leder, welches es so vor kleineren Stößen und den Wettereinflüssen schützt. Nachteil bei dieser Form der Schuhcreme ist jedoch, dass man mindestens eine halbe Stunde warten muss, bis man mit der Politur beginnen kann. Bei Emulsionen kann der Herr meist bereits nach wenigen Minuten mit dem Polieren beginnen. Wer es nicht glaubt, sollte einfach mal darauf achten, welche Schuhcreme denn die Straßenschuhputzer verwenden. Die nehmen eigentlich immer Emulsionsware – deren Kunden wollen wohl kaum eine geschlagene halbe Stunde auf die Politur waren.

Darüber hinaus gelingt es einer guten Mischware-Emulsionscreme das Leder schnell und zuverlässig mit den nötigen Pflegestoffen zu versorgen – sie dringt schlichtweg tiefer ins Leder ein. Gerade bei Herrenschuhen, die der Mann täglich trägt, empfiehlt es sich, sogar noch öfter mit Emulsionen zu arbeiten als in der von mir vorgeschlagenen Häufigkeit. Die stärkere Beanspruchung bedarf einer angepassten Pflege.

Die Farbe der Schuhcreme

Bei der Schuhcreme-Farbe kommt es weniger darauf an, den gleichen Ton bei der Creme zu treffen, welches das Leder der Schuhe hat. Hier reicht es absolut, im Ungefähren zu bleiben. Eine Einteilung in zum Beispiel hell-, mittel- und dunkelbraun hat sich bei mir bewährt. Mehr braucht es nicht. Wer sich unsicher ist, ob seine Schuhe nun mittel- oder dunkelbraun sind, greift im Zweifelsfall zu der dunkleren Schuhcreme. Das Oberleder dunkelt nämlich mit der Zeit etwas nach, daher passt die dunklere Schuhcreme auf lange Sicht besser.

Also, liebe Schuhfreunde, zur Wahl der richtigen Schuhcreme braucht es nicht viel. Ich verwende hauptsächlich Hartwachspaste, beispielsweise von der Firma Burgol, ergänzt durch Emulsionscreme in groben Farbspektren. Eine simple, aber wie ich finde effektive Herangehensweise.