Allen Edmonds – Herrenschuhe aus den USA

Die Firma Allen Edmonds produziert seit Jahrzehnten hochwertige Herrenschuhe und ist gerade dabei, sich eine neue, jüngere Fangemeinde aufzubauen. Das Erstaunlich daran liegt im Herkunftsland des Unternehmens: Allen Edmonds stammt aus den USA. Die Vereinigten sind ja nun für vieles bekannt – große Autos, viel Platz und Cowboys – aber für eines nicht unbedingt: nämlich ausgezeichnete und stilvolle Herrenschuhe. Doch es lohnt sich hin und wieder den Blick auch außerhalb Europas zu richten, denn ansonsten entgeht einem so manches Schmankerl.

Denn tatsächlich gab es im frühen New England eine wahre Horde an Schuhmachern. Hunderte drängten sich auf ein kleines Einzugsgebiet und kämpften mit Qualität und Service um ihre Kunden. Handgemacht waren damals eh noch die meisten Produkte. Mittlerweile hat sich dieses Bild jedoch komplett gewandelt, denn heute gibt es in den USA nur noch wenige Unternehmen wie Allen Edmonds. Faktisch stammen weniger als 2% der dort getragenen Schuhe aus dem Heimatland – das Meiste kommt aus dem asiatischen Raum. Bevor man jetzt mit dem Kopf schüttelt: In Deutschland sieht es leider nicht viel besser aus. Aber ein paar Firmen bleiben ihrem Standort treu. So wie eben Allen Edmonds.

Die Marke Allen Edmonds

Allen Edmonds wurde 1922 gegründet und blieb lange Zeit in familiärer Hand. Durch diese enge Bindung an Werte konnte man eine gesunde Basis für den späteren Erfolg legen. Ein wichtiger Faktor für den Siegeszug der Schuhmanufaktur liegt aber auch in einer eher unerfreulichen Tatsache. Allen Edmonds war lange Zeit der Ausstatter der amerikanischen Armee. Viele junge Männer erhielten so ihr erstes hochwertiges Paar Herrenschuhe von diesem Unternehmen und die meisten blieben der Marke ihr Leben lang treu.

Daher lautet auch ein Sprichwort bei Allen Edmonds folgendermaßen: „Only when someone retires or dies is a customer lost.“ Dies zeigt zum einen sicherlich die große Treue an die Marke, aber zum anderen auch ein älteres, vielleicht sogar zu altes Kundensegment.

Doch seit einigen Jahren gibt es einen enormen Wandel in der Designphilosophie. Die klassischen Modelle sind weiterhin der Hit, aber sie sind nun durch neue Designs aufgelockert und werden so besser umrahmt – auch Einsteiger finden so den Zugang zu den Herrenschuhen von Allen Edmonds. Ich zum Beispiel liebe meine „Norwich“, ein Plain-Toe Herrenschuh mit dem sehr, sehr, sehr schicken Monkstrap. So lasse ich mir auf jeden Fall Schuhe aus den USA gefallen. Muss hier aber auch anmerken: Ich habe die Schuhe während einer US-Reise direkt in New York erstanden. Im Sale kamen mich die Schuhe 250 $, was in etwa 180 Euro entsprach. Guter Preis, leider sind AE in unseren Breiten eher weniger erschwinglich und nicht selten wird der Dollar-Betrag 1:1 in Euro übernommen. Meiner Meinung nach kann Allen Edmonds daher hierzulande kaum gegen Marken wie Shoepassion bestehen.

Berühmtheiten und echte Wertarbeit

Geschichte und Siegel „Made in the US“ bieten natürlich eine perfekte patriotische Vorlage und es verwundert kaum, das echte amerikanische Berühmtheiten Allen Edmonds trugen und tragen. So hatten bei ihrer Amtsantrittsrede Präsidenten wie Ronald Reagan und Bill Clinton edle „Park Avenues“ an ihren Füßen.

Die Schuhe werden an fast schon antik anmutenden Goodyear Maschinen hergestellt. Sicher, dies bedarf einer erhöhten Wartung und Einarbeitungszeit von Neulingen – wer kann denn noch heute fast 100 Jahre alte Maschinen bedienen – aber gleiche Maschinen garantieren eine gleichbleibend hohe Qualität! Seit Tag eins braucht es 212 Schritte bis zum fertigen Allen Edmonds Schuh. Das ist viel Aufwand für einen Schuh. Aber ein Aufwand, der sich auf jeden Fall lohnt. Ein Allen Edmonds hält fünf, zehn und mehr Jahre.

Entscheidung über Standort

Mit dem neuen Designschliff gab es auch einige wirtschaftliche Entscheidungen bei Allen Edmonds. So baute man die Fabrik komplett um. Die ungeliebte Fließbandarbeit wurde abgeschafft, dafür etablierte man eine komplexe Gruppenarbeit. Von nun an übte nicht mehr ein Arbeiter einen einzigen Handgriff, sondern es arbeiten mehrere Schuhmacher zusammen in einer Gruppe, die gemeinsam gleich mehrere der 212 Produktionsschritte ausführen. Innerhalb dieser Arbeitsgruppe kann jeder die Arbeitsschritte des anderen übernehmen. Das Resultat ist überwältigend. Seit der Einführung der Arbeitsgruppen bei Allen Edmonds müssen die Angestellten weniger Überstunden machen, sie besitzen eine höhere Flexibilität und ein Ausfall wie zum Beispiel durch Urlaub oder Krankheit kann leicht kompensiert werden. Ein Schuh kostet nun in der Herstellung 5% weniger als vorher. Doch ginge Allen Edmonds nach China, liege die Ersparnis schätzungsweise bei deutlich mehr als 50%. Dass man dennoch weiterhin am Standort USA festhält, zeigt meiner Meinung nach ein besonderes Augenmerk auf Qualität. Und dafür bin ich ja nun bekanntlich allemal zu haben.

Dennoch, die Standortfrage ist für Allen Edmonds nicht nur eine Frage der Kosten – wie kaum eine andere Marke profitiert man hier von der Renaissance klassischer Herrenschuhe im speziellen und zeitlosem Stil im allgemeinen in den USA und Europa. Das Problem ist jetzt vielmehr, die gesteigerte Nachfrage auch bedienen zu können. Allen Edmonds kommt kaum noch hinterher mit der Produktion; es liegen deutlich mehr Aufträge vor als bedient werden können. Eine Auslagerung in andere Länder wäre daher durchaus eine wirtschaftliche Option, doch bisher hat sich Allen Edmonds erfolgreich dagegen verwehrt. Soviel Patriotismus und Liebe zu Stil, Eleganz und Qualität muss meiner Meinung nach belohnt werden.

Burgol – Die Marke für den Schuhliebhaber

Vom Familienunternehmen zur internationalen Marke

Wenn man heute die schmucken Blechdosen der Schuhcreme von Burgol betrachtet, sieht man über dem Schriftzug eine Burg abgebildet. Diese Burg gibt es wirklich, sie steht im kleinen Ort Aarwangen. Hier produziert das Unternehmen seine erfolgreiche Schuhcreme und viele weitere hochwertige Produkte für den Schuhliebhaber. Angefangen hat die Geschichte jedoch im schweizerischen Kanton Bern bei Burgdorf. Dort gründete die Famile Grütter 1921 das Unternehmen Burgol mit nur einem einzigen Produkt: Schuhcreme. Schon damals gelangte es zu den Kunden in den charakteristischen Blechdosen, die den Verpackungsstandard für eine gesamte Industrie maßgeblich formte. Die Zahl der Kunden nimmt langsam zu, vor allem Mundpropaganda über die besonderen Pflegeeigenschaften sorgt für einen stetigen Fluss neuer, begeisterter Kunden. Geliefert wird die Schuhcreme zumeist mit dem Fahrrad, das Einzugsgebiet ist noch äußerst klein.

1945 schickt sich der Schwiegersohn Alfred Jährmann an, mit Burgol den nächsten Schritt zu machen. Man zieht in die Stadt Aarwangen und verbessert Produktionsmethoden und vor allem die Rezeptur. Noch heute ist diese Rezeptur ein gut gehütetes Geheimnis und dermaßen gut, dass sie in all den Jahren nur unwesentlich verändert werden musste.

Bis zum Jahre 1983 bleibt die Firma fest in Familienhand. Doch da sich kein geeigneter Nachfolger findet, entschließt sich Jährmann dazu, Burgol an die Siegenthaler AG zu verkaufen. Unter einer Bedingung: Sämtliche Produkte müssen weiterhin in Handarbeit hergestellt werden. Nur so gelingt es den Arbeitern, die natürlichen Bestandteile der Schuhcreme optimal und schonend zu verarbeiten. Dies ist meinem Erachten nach auch genau das, was die Besonderheit von Burgol ausmacht. Sämtliche Bestandteile sind nicht nur genau aufeinander abgestimmt, jedes kann auch in vollen Zügen seine speziellen Eigenschaften zur Geltung bringen. Dies gelingt einer industriellen Produktion nämlich nur in den seltensten Fällen. Schlussendlich entdeckt Rainer Ersfeld die Schuhcreme von Burgol und macht sie 2004 in Deutschland bekannt. Mittlerweile hat im Prinzip jeder Hersteller von Maßschuhen Burgol Schuhcreme im Portfolio. Zu recht!

Von Schuhcreme und Schuhbürsten

Gemeinhin ist Burgol vor allem für seine Pflegeprodukte bekannt. Das berühmteste und erfolgreichste ist mit Sicherheit die Palmenwachscreme. Ich möchte nicht noch einmal im Detail darauf eingehen, dies werde ich an anderer noch einmal gründlich tun. Eines sei aber gesagt: Ich selbst habe ein umfassendes Sortiment in meinem Schuhputzkasten davon und möchte es nicht mehr missen.

Dabei produziert Burgol heutzutage weit mehr als nur Schuhcreme. Mit speziellen Pflegemitteln für Cordovan-, Nubuk- oder Wildleder sind auch die besonderen Schuhmodelle versorgt. Dazu gibt es Juchtenfett und Ledersohlenöl von Burgol, Golfwachs und Schuhreiniger. Allen diesen Produkten ist gemein, dass sie weiterhin einen typischen Manufaktur-Charakter haben und höchste Ansprüche erfüllen. Man weiß einfach, wann man ein Burgol-Produkt in der Hand hat. Die Liebe bis ins letzte Detail spürt man an allen Ecken und Enden.

Zusätzlich hat Burgol ein eigenes Bürstensortiment im Portfolio, logisch, es passt ja auch perfekt ins eigentliche Gebiet der Schuhpflege. Die Griffe sind aus den heimischen Hölzern gefertigt, hergestellt werden die Bürsten aber in Deutschland, dort kommen die Haare des Hochlandyaks und der Kaschmirziege zum Einsatz. Für die Staub- und feinen Polierbürsten verwendet Burgol Rosshaar, welches mir überaus strapazierfähig und langlebig erscheint. So lange besitze ich jedoch noch keine Schuhputzbürsten von Burgol, weshalb ich dazu nicht allzu viel sagen kann.

Ein kleiner Pflegetest

Niemand kann genau sagen, warum Burgol solche hervorragende Ergebnisse erzielt. Darauf kommt es für mich aber nicht an – allein das Ergebnis ist entscheidend. Und was Pflege-, Schutz- und Polierfähigkeit anbelangt, spielt Burgol nicht nur in der ersten Liga, das ist Champions League. Ich habe einen einfachen, wenn auch langwierigen Test gemacht: Ich habe mir ein Paar Schuhe genommen, den linken Schuh ein Jahr lang mit Burgol gepflegt, den rechten mit einem No-Name Produkt. Schon allein beim Putzen ging der linke deutlich schneller. Im normalen Tragevergleich meine ich, dass der linke Schuh zudem mehr und vor allem länger glänzte. Gut, das ist vermutlich nur mir aufgefallen und spielte sich im Bereich von Nuancen ab, aber immerhin. Nach einem Jahr habe ich dann Resümee gezogen. Beide Schuhe hatten einen ordentlichen Zustand, aber der rechte wies zwei kleinere Einkerbungen und ein paar Kratzer auf. Der linke war einwandfrei. Sicher, vielleicht bin ich mit dem rechten auch irgendwo ungünstig hängen geblieben. Kann sein, aber in meinem persönlichen Fazit hat Burgol gewonnen. Ich pflege jetzt wieder beide Schuhe damit.

Bezugsquellen von Burgol

Wenn man nicht gerade in der Schweiz ist, bieten sich für einen Einkauf die gehobenen Schuhläden in der Stadt an. Ich finde auch, dass man gerade an der Pflegeabteilung eines Geschäftes den eigenen Anspruch der Ladeninhaber sieht. Wer auch hier auf höchste Qualität setzt, hat mein vollstes Vertrauen in Sachen exquisiter Herrenmode.

Ansonsten beziehe ich meine Serien aus dem Internet. Das ist einfach und vor allem bei schlechtem Wetter sehr bequem. Auf den Seiten von Burgol findet man die passende Bezugsquelle (übrigens auch eine tolle Pflegeanleitung!) in einer Stadt in Ihrer Nähe, im Internet bestelle ich selbst bei Shoepassion und The Good Things. Meistens kaufe ich mir, wenn ich mir einen neuen Schuh gönne, gleich das passende Pflegemittel dazu. So habe ich alles in einer Lieferung.

Ludwig Reiter: Vom Offiziersstiefel zum Edelsneaker in 125 Jahren

 

Von Ludwig Reiter haben Sie vielleicht schon gehört und sicherlich haben Sie auch bereits einen Schuh der österreichischen Traditionsfirma gesehen, nur wussten Sie es nicht. Brad Pitt trug in seiner Rolle als Nazi-jagender Lieutenant Aldo Raine in Quentin Tarantinos »Inglourious Basterds« maßgefertigte Stiefel von Ludwig Reiter. Oder aber Sie haben sich vielleicht im Theater an der Wien das Stück »Der Freischütz« angeschaut und durften so den Anblick von diversen Ludwig Reiter Schuhen genießen. Selbst auf die Unterstützung von Arnold Schwarzenegger kann das Wiener Familienunternehmen zählen. Der Hollywoodstar ist erklärter Fan. Doch Ludwig Reiter ist nicht allein die Schuhschmiede der Stars – auch europäische Herrenschuhliebhaber schätzen die in jahrzehntelanger Praxis perfektionierte Passform der Schuhe, die noch heute von 40 Fachkräften in der hauseigenen Manufaktur im Wiener Neudorf gefertigt werden.

Begonnen hat alles im Jahr 1885, als der Schuhmachermeister Ludwig Reiter den gleichnamigen Handwerksbetrieb in Wien Wieden gründete. Von Anfang an spezialisierte sich Ludwig Reiter auf die Herstellung von Schuhen in rahmengenähter Machart. Standen damals noch Offiziersstiefel im Mittelpunkt des Schaffens wurde das Angebot durch den Erfolg über die Jahrzehnte vielfältiger. Neben Stiefeln gibt es eine Vielzahl von Schuhklassikern für Mann und Frau nebst den dazugehörigen Accessoires wie Gürtel und Taschen.

Ludwig Reiter zieht ins Schloss

Ebenfalls geändert hat sich in den letzten 125 Jahren der Produktionsstandort, auch wenn Ludwig Reiter Wien dabei immer die Treue hielt. Über Wiener Neustadt ging es nach Wien Hernals und 1998 nach Wien Neudorf. Im Mai 2011 bezieht Ludwig Reiter den Schloss-Gutshof Süßenbrunn. Dieses prächtige Anwesen aus dem 16. Jahrhundert wird der exklusiven Schuhmanufaktur von Ludwig Reiter den passenden Rahmen verleihen.

Geführt wird die Ludwig Reiter Schuhmanufaktur GmbH von Till Reiter. Gemeinsam mit seinen Brüdern Uz und Lukas sind sie bereits die vierte Reiter-Generation seit der Gründung des Familienunternehmens im Jahr 1885 und mit Till Reiters Töchtern Anna und Magdalena steht bereits die fünfte Generation in den Startlöchern.

Der Erfolg des familiär-traditionell geführten Unternehmens zahlt sich aus. Etwa 30.000 Paar Schuhe verkauft Ludwig Reiter im Jahr. Davon bleiben lediglich 25 Prozent in Österreich, die überwiegende Mehrheit geht ins Ausland. Kooperationen mit Labels wie Baldessarini, Helmut Lang und Michalsky sorgen für einen steten Bekanntheitsaufbau der Österreicher. Der Jahresumsatz liegt ungefähr bei 15 Millionen Euro.

Neben Klassikern bietet Ludwig Reiter auch Sneaker an

Neben 16 Stores im deutschsprachigen Raum wurde 2009 der erste Laden in Peking eröffnet. Darüber hinaus führen circa 200 Fachgeschäfte und Boutiquen in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Niederlande, Spanien, Großbritannien, Japan und den USA die Produkte von Ludwig Reiter.

Wer sich ein besseres Bild der Ludwig Reiter Schuhe machen möchte, dem sei ein Blick in den aktuellen Katalog (PDF – 1,9MB) empfohlen. Neben den sehr schönen Herrenschuh-Klassikern wie Derby, Oxford und Norweger (zu je 498 Euro) finden sich dort auch Sneaker (aus Velours für 198 Euro). Diese jugendliche Öffnung ist für ein Traditionsunternehmen eher ungewöhnlich. Doch der Schritt hat sich wohl bezahlt gemacht, denn die Ludwig Reiter Sportschuhe erfreuen sich seit Markteinführung ungemein hoher Beliebtheit.

Der Entwicklungsprozess von einem kleinen Handwerksbetrieb hin zu einer bekannten Marke ist äußerst respektabel, doch sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass unter Schuhfachleuten der Ruf von Ludwig Reiter ein wenig gelitten hat. Die Schuhe hätten nicht mehr die Qualität, die sie noch vor zehn Jahren gehabt hätten. Dementsprechend wird auch das Preis-Leistungs-Verhältnis in Frage gestellt. Neid? Tatsache? Stimmungen der Konkurrenz? Wie auch immer, ich persönlich warte mit meiner Wertung so lange ab, bis einmal ein Paar Ludwig Reiter Schuhe den Weg in mein Testlabor gefunden hat.

»Besser gehen« – Birkenstock Schuhe im Internet

 

Die Schuhe mit dem absatzlosen Korkfußbett von Birkenstock sind weltweit bekannt. Gerade Berufsgruppen, die sich viel bewegen, oder oft lange stehen, greifen gerne auf Birkenstock-Schuhe zurück. Im Gegensatz zu vielen anderen Schuhen können sie mit diesen einfach besser gehen. Genau so heißt folglich auch der Online-Shop des Unternehmens: »besser gehen«.

»Besser gehen« ist im Internet der Schuhspezialversender für Schuhe, Sandalen, Clogs und Berufsschuhe der Firma Birkenstock und deren Lizenznehmer Alpro, Birki’s, Footprints, Papillio und Tatami. So bietet »besser gehen« das umfangreichste Angebot an Birkenstock Schuhen für Damen, Herren und Kinder im Internet.

Birkenstock-Schuhe – besser gehen seit 1965

Birkenstock selbst kann auf eine lange Historie zurückblicken. So wird der Schuhmachermeister Johann Adam Birkenstock bereits 1774 im Kirchenarchiv des hessischen Ortes Langen-Bergheim erwähnt. 1869 eröffnete Konrad Birkenstock in Frankfurt am Main zwei Schuhgeschäfte und begann mit der Herstellung von Einlegesohlen. Bei ihnen handelte es sich um Fußgewölbestützen, die aus Kork gefertigt wurden. Zusammen mit seinem Sohn Carl entwickelte Birkenstock das Verfahren weiter und meldete 1926 das erste vollplastische Fußbett als Patent an. Enkel Karl wiederum vollendete die Idee 1965 und schuf aus dem Fußbett eine komplette Korkfußbettsandale. Die Birkenstock-Sandale war geboren und trat in der Folge ihren weltweiten Siegeszug an.

Das Birkenstock-Prinzip ist damals wie heute das gleiche: Die Fußbettung besitzt eine anatomische Form, die dem natürlichen Fußabdruck nachempfunden ist und sich so exakt an den Fuß anpasst. Hinzu kommt ein Zehengreifer, der beim Gehen zu intensiven Greifbewegungen des Fußes anregt und so die Durchblutung fördert und letztlich werden dämpfende Materialien verwendet, die den Bewegungsablauf optimal unterstützen.

»Besser gehen« bietet Sonderanfertigungen für Birkenstock Schuhe

Der Online-Shop »besser gehen« offeriert eine breite Palette an Schuhen, die dem Birkenstock-Prinzip folgen. Neben der Sortierung nach Berufsgruppen (medizinische Berufe, Küche & Bäckerei, Gastronomie und Lebensmittelindustrie) bietet »besser gehen« gesonderte Bereiche für Damen-, Herren- und Kinderschuhe, sowie Unisex-Modellen, als auch einen Schnäppchenmarkt an. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang noch der Umstand, dass »besser gehen« ebenso Sonderanfertigungen für besondere Fußmaße offeriert.

Abgesehen von der Berufsschuhsparte genießen Birkenstock-Schuhe nicht gerade den Ruf hipp und modisch zu sein. »Besser gehen« hat hier mit den Sondereditionen von Schauspieler Til Schweiger und Model Heidi Klum, als auch Rock Star World und Disney World gute Argumente dagegen.

Sonderedition von DKMS – Schuhe kaufen, Gutes tun

Birkenstock Schuhe gibt es immer in zwei verschiedenen Weiten, sodass immer schmale und breite Füße bedient werden können. Diese Auswahl besteht für den »besser gehen«-Shop natürlich wie in jedem Fachgeschäft. Wer nun mehr über das Birkenstock-Prinzip und die verarbeiteten Materialien erfahren möchte, für den bietet »besser gehen« die virtuelle Fussfibel. Diese basiert auf dem gleichnamigen Buch der Firma Birkenstock aus dem Jahr 1991.

Die Schuhe der Wahl werden übrigens versandkostenfrei verschickt und können bei Nichtgefallen auf demselben Weg retourniert werden. Für jeden Kauf im »besser gehen«-Shop erhält der Kunde Prämienpunkte. Hat er genügend zusammen, kann er die gegen technische Goodies eintauschen. Ein netter Bonus, wie ich finde.

Ebenso sympathisch ist übrigens die Sonderedition von DKMS. Von jedem verkauften Schuh fließt 1 Euro als Spende an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Schuhe kaufen, Gutes tun.

Leiser: Schuhe aus Berlin

 

In Hamburg begann Görtz Schuhe Ende des 19. Jahrhunderts zu verkaufen. Das Pendant in Berlin ist Leiser. Schuhe von Leiser werden bereits seit 1891 in der Hauptstadt vertrieben. Mittlerweile zählt Leiser mit 70 Niederlassungen zu den großen Schuhfilialisten in Deutschland, wobei der Schwerpunkt nach wie vor im Großraum Berlin liegt.

Es war 1891, als die Unternehmer Hermann Leiser und Julius Klausner unter dem Namen Leiser´s Schuhwarenhaus ihr erstes Schuhfachgeschäft in der Berliner Oranienstraße eröffneten. In den nächsten 15 Jahren sollten drei weitere Filialen in Berlin folgen, bis 1906 gleich neben dem KaDeWe am Tauentzien Berlins größtes Schuhgeschäft entstand. Nirgends woanders verkauft Leiser Schuhe auf solch großer Fläche wie hier. In der Folge lief es für Leiser ausgesprochen gut und so wurde das Unternehmen Anfang der 1920er Jahre zu Berlins größtem Schuhhandelsunternehmen.

Leiser-Schuhe aus eigener Produktion in den 20er Jahren

In den Golden Zwanzigern stieg Leiser mit einem eigenen Werk in die Schuhproduktion mit ein. »Wertsiegel« nannte sich die eigene Damenschuhmarke, die dort von etwa 600 Mitarbeitern gefertigt wurde. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bedeute zugleich das Ende für die Leiser-Schuhe aus eigener Produktion. Überhaupt wurden von den über 25 bestehenden Leiser-Filialen in der Stadt im Krieg beinahe alle zerstört und geplündert. Lediglich die Gründungsfiliale und noch zwei weitere blieben.

Nach Kriegsende reparierte Leiser Schuhe in provisorischen Geschäftsräumen, da neue Ware schwer zu bekommen war. Mit monatlich bis zu 4000 Schuhreparaturen leistete Leiser seinen Anteil am Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Bis 1965 werden wieder in 15 Filialen Leiser-Schuhe verkauft und in der Folge schreibt das Unternehmen eine ansehnliche Nachkriegserfolgsgeschichte. So werden die Schuhwarenhäuser von Carl Stiller, Wielant-Schuhe, Schuh-Neumann und HAKO Schuh bis zum 100. Geburtstag von Leiser übernommen bzw. eingegliedert.

In rund 70 Filialen verkauft Leiser Schuhe

Leiser verkauft Schuhe unter dem Label der Bahner-Gruppe. Bereits 1935 nahm Gründer Klausner Dietrich Bahner als Teilhaber bei Leiser auf. Nach dem Tod von Klausner erwarb Bahner 1970 dessen Anteile. Heute wird Leiser bereits in der Enkelgeneration von Familie Bahner geleitet.

Leiser beschäftigt gegenwärtig ungefähr 1.100 Mitarbeiter und verkauft in rund 70 Filialen im gesamten Bundesgebiet Schuhe. Unter dem Dach von Leiser existieren mittlerweile 16 verschiedene Firmierungen: Neben Leiser selbst sind das die Häuser Bunte, Elsner Schuh, Hako, Haslbeck, Kleinhans, Köchling, Lanz, Hoffmann, Holzäpfel, Putschky, Schreiber by Leiser, Schuh Klein, Stiller, Tewes und Tizian. Gerade letztgenanntes weiß mich als Herrenschuhliebhaber zu begeistern, bietet Tizian doch hochwertige Herrenschuhe von Crockett & Jones, Aldo, Ludwig Reiter und van Bommel an. Zu finden sind diese exklusiven Filialen in Berlin, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart.

Leiser-Schuhe im Internet auf Rechnung kaufen

Ein weiteres Standbein hat sich Leiser mit seinem Online-Shop geschaffen. Unter Leiser.de kann der Kunde auf das gesamte Warenangebot der Läden zurückgreifen. Neben Herren-, Damen- und Kinderschuhen bietet Leiser zwei Extrabereiche für Über- und Untergrößen. Darüber hinaus offeriert Leiser Schuhpflegeprodukte, Strümpfe, Taschen und Accessoires.

Ebenso wie bei I’m walking muss der Kunde aus Deutschland und Österreich für seine Leiser-Schuhe Porto zahlen ( 4,95 Euro). Dafür sind sie dank DHL-Express zügig ausgeliefert und im Gegensatz zu anderen Online-Shops ist bei Leiser der Schuhkauf auf Rechnung möglich. Das Angebot lässt kaum Wünsche offen und so findet Mann hier viele beliebte Marken wie Bugatti, Timberland, Lloyd (umfangreiche Kollektion) und Rieker. Bei Nichtgefallen nimmt Leiser die Schuhe innerhalb von 14 Tagen kostenlos zurück.

PS: Vom Deutschen Institut für Service-Qualität wurde Leiser zum besten Schuhgeschäft 2009 ausgezeichnet. Die Jury lobte vor allem die gute Qualität des Umfeldes, den hohen Aktivitätsgrad der Mitarbeiter und den umfangreichen Zusatzservice in den Filialen.

I´m walking: Schuh-Spezialversender von Baur

I´m walking

Der Baur-Versand, einer der ältesten Universalversender Deutschlands, mischt im Onlineschuhhandel durch seine Tochterfirma I´m walking mit. Bereits seit 2003 ist dieser Schuh-Spezialversender am Markt. Anfangs eher für den Offline-Markt konzipiert, reiht sich I´m walking mittlerweile in die länger werdende Liste der Deutschen Schuhversender wie Zalando, Mirapodo und Shoepassion ein.

I´m walking – Zurück zu den Wurzeln von Baur

Mit I´m walking kehrte der Baur-Versand 2003 zu seinen Wurzeln zurück, denn Baur startete 1925 als erster reiner Schuhversender in Deutschland, ehe er sich im Laufe der Jahrzehnte zum Universalversender entwickelte. I´m walking hat sich am Markt behaupten können und spricht eher ein reiferes Publikum an. Die Otto-Group, zu der Baur gehört, will hier eine Überschneidung mit ihrem Onlineschuhhandel Mirapodo vermeiden. So bietet I´m walking auch nach wie vor vier Mal im Jahr einen eigenen Katalog an, den die Kunden sich zuschicken lassen können. Wer im Zeitalter des E-Commerce das Schmökern im Katalog vermisst, der wird bei I´m walking fündig. Der Clou: Im jeweils aktuellen Katalog kann der Besucher von I´m walking auch online blättern. Darüber hinaus gibt es natürlich alle darin enthaltenen Schuhmodelle in dem umgangreichen Online-Shop.

Mehr als 5000 Artikel und 150 Marken führt I´m walking in seinem Sortiment. Dabei liegt der Fokus ganz klar auf dem modischen Damenschuh in gehobener Qualität. Doch natürlich finden sich auch Herren-, Kinder- und Sportschuhe sowie modische Accessoires. Für den Mann interessante Marken sind beispielsweise Lloyd, Geox, die in Deutschland seltenen Hush Puppies und die Eigenmarke I´m walking. Ergänzt werden diese durch Schuhe der Designermarken Fred Perry, Ed Hardy, Tommy Hilfiger und vielen mehr.

I´m walking bietet Schuhkauf auf Pump

I´m walking bietet seinen Kunden keinen kostenlosen Versand der Ware an, was heute eher untypisch ist. Sechs Euro werden bei der Bestellung für das versicherte Hermes Paket fällig – egal wie viele Schuhe geliefert werden. Dafür und das unterscheidet I´m walking von seinen Konkurrenten im Online-Schuhhandel, bietet das Unternehmen den Schuhkauf auf Pump und Rechnung an. Kunden, die aktuell nicht über die nötige Liquidität verfügen, aber auf neue Schuhe nicht verzichten möchten, können bei I´m walking eine Zahlpause von bis zu 150 Tagen erhalten, oder die auch gleich mit einem Ratenkauf von 3, 6 oder 10 Monatsraten kombinieren. Der Preisaufschlag beträgt dabei 2,9 Prozent.

Die Positionierung am Markt scheint gelungen zu sein. I´m walking hat seine Nische im Online-Schuhhandel gefunden. Nicht den trendigen Jugendlichen hat das Unternehmen im Fokus, sondern eher die reifere Kundschaft, die ein übersichtliches und gut strukturiertes Angebot zu schätzen weiß. Nach eigenen Angaben kann das Unternehmen auf 700.000 zufriedene Kunden zurückblicken und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008/2009 einen Umsatz von 161 Millionen Euro.

Görtz: Schuhe von Kultdesignern

Görtz Schuhe

Hamburg-Barmbek, 1875. Johann Ludwig Görtz eröffnet ein Schuhfachgeschäft. Auf lediglich 14 Quadratmeter Fläche verkauft Görtz Schuhe, Kartoffeln (!!!) und bietet einen Schuhreparaturservice an. Hamburg-City, Gegenwart. Die Ludwig Görtz GmbH zählt neben Deichmann und Leiser zu den großen Schuhfiliasten Deutschlands. Görtz verkauft mittlerweile Schuhe und Accessoires in mehr als 280 Läden in Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz.

Es ist leider nicht überliefert, wie erfolgreich der kleine Laden von Gründer Johann Ludwig Görtz in Hamburg-Barmbek lief. Fakt ist, dass sein Enkel Gerd Görtz die Geschäftsidee seines Großvaters 1938 erfolgreich übernahm und mit zwei weiteren Läden in Hamburg die Filialisierung des Schuhfachhandels Görtz initiierte. Ende der 1950er Jahre wagte sich Görtz aus Hamburg hinaus und bot seine Schuhe in Reutlingen an. Weitere Filialen in der gesamten Bundesrepublik sollten folgen, bevor 1993 der Gang ins Ausland gewagt wurde. Die Filiale im Wiener Kärntnerringhof ist somit der erste Görtz-Laden außerhalb Deutschlands.

Görtz-Schuhe in vier unterschiedlichen Läden

Schuhe und Accessoires vertreibt Görtz unter vier Marken: Görtz, Görtz 17, Görtz Shoes und Hess.

Görtz ist dabei der Klassiker, dem jeder wohl schon einmal in der Einkaufszone begegnet ist. Die Läden bieten Schuhkollektionen für Damen, Herren und Kinder an. Neben eigenen Marken finden sich hier auch die Schuhe namenhafter Größen wie Boss, Lloyd, Geox, Tommy Hilfiger und anderen wieder. Die eigenen Marken laufen dabei unter den Namen Görtz Shoes, Ludwig Görtz und Belmondo.

Die Marke Görtz 17 (heißt so, da die erste Filiale in der Hamburger Mönckebergstraße 17 eröffnet wurde) verkauft seit 1970 Schuhe und Accessoires an ein junges Zielpublikum. Ebenso wie bei Görtz setzt Görtz 17 auf einen Schuhe-Eigenmarke-Fremdmarke-Mix.

Görtz Shoes verkauft ausschließlich Görtz-Schuhe der eigenen Marke. Dieses Segment soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. »Händler müssen Hersteller werden«, sagte unlängst der Vorsitzende der Görtz-Geschäftsführung, Christoph von Guionneau, in einem Zeitungsinterview.

Unter der Marke Hess offeriert Görtz Schuhe und Accessoires des preisgünstigen Segments außerhalb der großen Einkaufsmeilen. Seit 1983 richten sich die Läden der Marke Hess dabei vornehmlich an Familien.

Schuhe von Görtz im Internet sehr erfolgreich

Seit 1996 besitzt Görtz einen Internetauftritt, über den seit 2003 Schuhe verkauft werden. Doch erst durch den Relaunch der Seite im vergangenen Jahr ist dieses Angebot wirklich ernst zu nehmen. Unter Görtz.de werden seitdem über 100 Marken und 6000 Artikel online verkauft. Der Online-Shop bietet dadurch das gesamte Sortiment von Görtz und Görtz 17 an. Der Relaunch hat sich gelohnt. Nach Einschätzungen von Guionneau sind mehr als 30 Prozent des stationären Umsatzes von Görtz mittlerweile online induziert. Ganze acht Prozent des Firmenumsatzes generiert dabei der Shop. Darüber hinaus wurde dieser im vergangenen Jahr auf dem 13. Deutschen Versandhandelskongress in Wiesbaden mit dem Titel »Onlineshop des Jahres 2009« ausgezeichnet.

Überhaupt läuft es für Görtz aktuell richtig gut. Geschäftsführer Ludwig Görtz, ein Nachfahre des Gründers, verriet vor Kurzem, dass Görtz im ersten Halbjahr 2010 bereits ein achtprozentiges Umsatzplus erwirtschaften konnte und dieses Jahr die Chance hätte, die Umsatzschwelle von 400 Millionen Euro zu erreichen. Ein Grund für diesen Erfolg ist sicherlich auch der Verkauf von exklusiven Schuhen in Deutschland. So brachte das hippe Berliner Modelabel Kaviar Gauche Anfang Juni gemeinsam mit Götz seine erste eigen Schuhkollektion auf den Markt. Ebenso exklusiv bei Görtz: Sex and the City Kollektion, die begleitend zum neuen Kinofilm in den Filialen von Görtz als auch im Internet verkauft wurde und wird.

Humanic: Schuhe aus Österreich seit 1872

Humanic Schuhe

Im österreichischen Graz wird 1872 die Schuhproduktionsfirma D.H. Pollack und Co gegründet. 138 Jahre später, das Unternehmen ist mittlerweile eine Aktiengesellschaft namens »Leder und Schuh«, beträgt der Jahresumsatz knapp 500 Millionen Euro. Einen nicht unerheblichen Teil des Gewinns steuert die Tochterfirma Humanic bei.

Bereits wenige Jahre nach Gründung zählte die Schuhproduktion »D.H. Pollack und Co« mit wöchentlich 20.000 Schuhpaaren zum größten Schuhproduzenten Europas. Die Firma expandierte im gesamten Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie und belieferte darüber hinaus Afrika, Amerika, Australien und Indien.

1907 Eröffnung der ersten Humanic-Schuhe-Läden

Die Tochterfirma Humanic wird im Jahre 1907 unter dem Namen »American Shoe House Humanic« gegründet und öffnet seine ersten beiden Läden in Wien. Der Name Humanic hat übrigens keine tiefere Bedeutung. Ein amerikanischer Werbetexter schuf diesen als Auftragsarbeit. Ziel war es einen Namen zu finden, der einzigartig, wohlklingend und verkaufsfördernd war. Ähnlich der Absicht, wie Lloyd Schuhe verkaufen wollte.

Die Erfolgsgeschichte fand durch Ausbruch des Ersten Weltkrieges einen jähen Rückschlag. Beinahe das gesamte Filialnetz ging verloren. Und es kam noch schlimmer, als im Jahr 1920 die gesamte Firma zerschlagen wurde.

Neugegründet wurde es nur wenige Jahre später unter dem Namen »Humanic Leder und Schuh AG«, die wiederum bereits im Jahr 1930 auf 60 eigene Filialen blicken konnte. Der Erfolg von Leder und Schuh (1990 als AG gegründet), hält bis heute an. Die stärkste Marke ist dabei Humanic. Schuhe, Kleidung und Accessoires werden in dem namensgleichen Stores verkauft. Insgesamt arbeiten für das Unternehmen etwa 3700 Mitarbeiter an 346 Standorten in Europa.

Humanic bietet Schuhe bekannter Marken an

Bis 1991 verkaufte Humanic Schuhe übrigens nur in Österreich. Heute existieren Filialen in zehn europäischen Ländern. Dabei besitzt Humanic das nach eigenen Angaben größte Schuhgeschäft Europas. In der Wiener Mariahilfer Straße verkauft Humanic Schuhe auf mehr als 3.300 Quadratmetern. Neben eigenen Marken bietet Humanic Schuhe u.a. von Lloyd, Geox, Boss,
Tommy Hilfiger
und Buffalo an. In Österreich ist die Firma mit knapp 500 Millionen Euro Jahresumsatz die klare Nummer eins. Auf dem europäischen Markt zählt Humanic zu den Schwergewichten, kann dabei jedoch Deichmann als Branchenprimus nicht das Wasser reichen.

Doch im Gegensatz zu Deichmann kann Humanic auf ein hippes Image blicken. Seinen Anfang nahm dies in den 1970er Jahren durch die Schaltung innovativer Werbung. Da wurden dann die Schuhe von Humanic mit Texten bekannter österreichischer Avantgarde-Autoren wie Andreas Okopenko und Wolfang Bauer versehen. Oder aber originelle Plakate veröffentlicht. Dieser Trend hält der Gegenwart nicht mehr stand. Die TV-Spots und Plakataktionen folgen eher dem Motto »Sex sells«, was jedoch nicht zur Kritik führt. Ganz im Gegenteil. Dieser Werbespot schaffte es vor einigen Jahren in die Endrunde der beliebtesten Werbespots Österreichs.

Wenn Humanic-Schuhe im Internet, dann Shoemanic.com

Ebenso versteht Humanic die Zeichen der Zeit. Seit dem letzten Jahr verkauft die Firma Schuhe, Taschen und Accessoires unter dem pfiffigen Namen Shoemanic.com in Österreich und Deutschland. Der eShop macht einen soliden Eindruck. Für die große Zahl an Modellen existieren genügend Fotoansichten und Größen. Doch nicht nur durch die Auswahl der Schuhe weiß Humanic zu überzeugen. Dem Kunden steht werktags eine kostenlose Service-Hotline zur Verfügung, die bei Problemen jeglicher Art versucht eine Lösung zu finden. Die Schuhe liefert Humanic frei Haus und bei Nichtgefallen können diese ebenfalls kostenlos retourniert werden. Das Geschäft läuft gut, immerhin konnte im zurückliegenden Jahr ein Umsatz im zweistelligen Millionenbereich erwirtschaftet werden.

Noch sind Schuhe von Humanic in unseren Breiten eher unbekannt, doch bei dem stetigen Wachstum der Firma wird dies nicht mehr lange so bleiben.

Boss-Schuhe: Besser als ihr Ruf?

Boss-Schuhe

Boss-Schuhe erfreuen sich hoher Beliebtheit und sind dabei nicht ganz billig. In Schuhfachkreisen hingegen werden sie belächelt. Informationen sind eher knapp und die Meinungen von Trägern gehen weit auseinander. Profitieren die Schuhe von Boss also nur von der wertigen Marke? Ich, Paul Prüfer, habe mich für Sie einmal auf Spurensuche begeben und versuche ein klein wenig Licht in den Mythos der Boss-Schuhe zu bringen.

In dem kleinen baden-württembergischen Städtchen Metzingen beginnt 1924 die Geschichte des mittlerweile weltbekannten Unternehmens Hugo Boss. In diesem Jahr gründete Hugo Ferdinand Boss eine Kleiderfabrik für Arbeitskleidung. Die folgenden 21 Jahre gehören zum dunklen Kapitel der Firmengeschichte, über das heute nicht mehr so gerne gesprochen wird. Boss, der bereits 1931 der NSDAP beitrat, erhielt von den Nationalsozialisten Aufträge für die Lieferung von Uniformen an SA, SS, Wehrmacht und HJ. Die Unternehmensleitung dieser Jahre war mit bekennenden Nationalsozialisten durchsetzt gewesen.

Lizenzen für Boss-Schuhe werden 1994 verkauft

Die Grundsteinlegung für die heutige Marke von Weltformat folgte 1948, als Boss´ Schwiegersohn Eugen Holy die Firmenleitung übernahm. Unter ihm begann das Unternehmen Anzüge zu fertigen, die sich rasch eines sehr guten Rufes erfreuten. Seine Söhne wiederum, Uwe und Jochen Holy, bauten die Firma in den 1970er Jahren zu dem aus, was es heute ist: Einer der bekanntesten Herrenausstatter der Welt. Eine Luxusmarke aus Deutschland, die mittlerweile 1,5 Milliarden Euro umsetzt (2009), knapp 10.000 Mitarbeiter beschäftigt und in mehr als 100 Ländern vertrieben wird.

Ich habe die Geschichte des Metzinger Unternehmens verknappt dargestellt, denn im Fokus meines Firmenportraits sollen die Boss-Schuhe stehen, um die es im Folgenden geht.

Seit wann genau Boss Schuhe verkauft, ließ sich nicht herausfinden. Sicher ist: Boss hat Mitte der 1990er begriffen, dass eine Modemarke mit dem Verkauf von Accessoires ihren Umsatz erheblich steigern kann. Vorbild waren hier Gucci und Louis Vuitton. Doch da man selbst nicht das nötige Know-How aus dem Boden stampfen konnte, verkaufte Boss die Lizenzen und ließ die Produkte unter seinem Namen bei anderen Firmen produzieren. Eine Win-Win-Situation. Der No-Name-Hersteller kann sein Produkt, da nun eine bekannte Marke dahinter steckt, zu einem höheren Preis absetzen und der Lizenzverkäufer erfreut sich über den stetigen Kapitalfluss.
Die Lizenzen für Boss-Schuhe und Lederartikel erwarb 1994 »MH shoes & accessories«. Bis ins Jahr 2003 stellten sie Boss-Schuhe für das baden-württembergische Unternehmen her. Wo sie die Schuhe produzieren ließen, bleibt unklar.

Seit 2003 werden Boss-Schuhe in Eigenregie produziert

Dass Lizenzierungen nicht immer schlecht sein müssen, beweist der Umstand, dass für die ehemalige Luxusmarke von Boss, Baldessarini (bis 2006 im Portfolio der Firma), der ungarische Top-Schuhmacher Vass Boss-Schuhe in Budapest fertigte.

Nachdem 1997 erstmals erfolgreich Damenmode unter dem Label Boss erschienen, boten sich neue Wachstumsmärkte an. Vielleicht ein Grund, warum Boss 2003 die Lizenzen für Boss-Schuhe und Lederwaren durch die Übernahme von »MH shoes & accessories« ins Boot zurückholte. Diese erzielten noch im Jahr 2002 durch den Verkauf von Boss-Schuhen und Lederwaren einen Umsatz von 57,5 Millionen Euro. Boss erkannte das Wachstumspotenzial in diesem Segment.

Mittlerweile lässt Boss Schuhe und Handtaschen in eigenen Betrieben in Italien fertigen, die sie wiederum in speziellen Accessoire-Stores vertreiben. Dem Konzept zur Folge werden in diesen Läden ausnahmslos Boss-Taschen und Boss-Schuhe verkauft. Eine Rechnung, die bei 176 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2007, durchaus aufgegangen ist.

Boss-Schuhe gibt es für jede Linie des Unternehmens

Für jede Linie der Marke Boss existieren eigene Schuhmodelle, die sich der jeweiligen Marke entsprechend an ein ganz bestimmtes Publikum richten. »Boss Black« liefert elegante Businesschuhe für Männer und Frauen. »Boss Selection« bietet ausschließlich höherpreisige Modelle für den Herrn an. Freizeitschuhe offeriert Boss mit der Linnie »Boss Orange« und wer es sportlich mag, der greift zu den Schuhen von »Boss Green«. Letztlich existiert noch die avantgardistische Linie »Hugo«. Sie offeriert die meisten saisonalen Schuhmodelle. Nach eigenen Bekundungen steht Hugo Boss für eine trendbewusste und sehr elegante Schuhmode.

Boss-Schuhe zeichnen sich zumeist durch eine Volllederausstattung aus. Das Oberleder kommt zum größten Teil vom Kalb, aber auch Nappaleder findet man. Rahmengenäht sind hingegen die allerwenigsten Boss-Schuhe. Von ihrem Design können sie überzeugen, aber von der Verarbeitung her finden sich immer wieder kritische Worte in den Foren des Internets. Wenn man den Beiträgen Glauben schenkt, dann scheinen Produkt und Preis im krassen Widerspruch zueinander zu stehen. Doch ein Urteil darüber kann ich mir nicht erlauben. Vielleicht sollte ich mir davon selbst einmal ein Bild machen und einen Boss-Schuh in mein Testlabor einladen.

Deichmann – Schuhe aus Essen-Borbeck erobern die Welt

Deichmann

Mit dem Bekanntheitsgrad der Marke Deichmann würde sich gerne jedes Unternehmen schmücken. Nach Firmenangaben waren bereits 70 Prozent aller Deutschen einmal in ihrem Leben bei Deichmann Schuhe kaufen. Und auch wenn der Werbeclaim sich in den letzten Jahren verändert hat, bei jedem, der den Namen Deichmann liest, fängt im Kopf sofort der einstige Werbeslogan »Markenschuhe so günstig – Deichmann« an zu dudeln. Mit diesem war die Firma in den 90er Jahren Pionier in Sachen veritabler Fernsehwerbung. Deichmann und Schuhe, das ist eine Erfolgsgeschichte.

Ihren Anfang nahm diese ganz bescheiden im Jahr 1913 in Essen-Borbeck, wo Heinrich Deichmann eine Schuhmacherei eröffnete. Bereits sechs Jahre später beginnt der Verkauf von fabrikgefertigten Schuhen. Der läuft so gut, dass 1930 die erste Deichmann-Filiale am Borbecker Markt eröffnet. Nach dem Tod des Firmengründers Heinrich Deichmann im Jahr 1940 führte seine Frau Julie Deichmann, mitsamt den fünf gemeinsamen Kindern die Geschäfte weiter. Die Nachkriegsjahre waren äußerst profitabel für Deichmann. Schuhe werden gebraucht und Deichmann glänzt immer wieder mit pfiffigen Ideen, wie beispielsweise der Fertigung von Schnürsenkeln aus alten Fallschirmseilen.

138 Millionen Paar Deichmann-Schuhe wurden 2009 verkauft

Ab 1956 übernimmt der damals 30-jährige Heinz-Horst Deichmann die Geschickte des Familienunternehmens. Der promovierte Mediziner sorgte in den folgenden Jahrzehnten dafür, dass Deichmann-Schuhe in sehr vielen deutschen und europäischen Haushalten eine neue Heimat fanden.

Auf die erste Deichmann-Filiale außerhalb Essens, die 1949 in Düsseldorf eröffnet wurde, folgte bereits 1973, mit der Übernahme der österreichischen Kette »Dosenbach«, die Expansion ins Ausland. Elf Jahre später begann Deichmann Schuhe auch in den USA zu verkaufen, nachdem man »Rack Rook Shoes« übernehmen konnte. Dieser nationale und internationale Aufstieg setzte sich bis ins unsere Gegenwart fort.

Heute betreibt Deichmann etwa 2800 Geschäfte, allein in Deutschland sind es 1200, in 18 Ländern und beschäftigt rund 28.000 Mitarbeiter. Dabei wurden im allgemeinen Krisenjahr 2009 weltweit 138 Millionen Paar Deichmann-Schuhe (in Deutschland etwa 70 Millionen Paar) verkauft. Das ist die bisher höchste Summe von abgesetzten Schuhen in der Geschichte des Unternehmens. Diese beeindruckenden Zahlen machen Deichmann zum Branchenprimus – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa.

Der Umsatz, der überwiegend durch die verkauften Deichmann-Schuhe generiert wurde, lag im vergangenen Jahr bei 3,4 Milliarden Euro. An weitere Zahlen zu gelangen, gestaltet sich schwierig, da Deichmann im Kern eine Familienstiftung mit Sitz in der Schweiz ist. Die allgemeine Publizitätspflicht kann Deichmann dadurch umgehen.

Pussycat Dolls, Sugababes und Cindy Crawford werben für Deichmann-Schuhe

Eine erfolgreiche Verkaufsmethode von Schuhen schaute sich Heinz-Horst Deichmann in den USA ab und sie hat bis heute bestand in den Filialen: Der Verkaufsraum dient gleichzeitig auch als Lager. Die Schuhe stehen nicht einzeln, sondern Paarweise in den Regalen. Dies und die generell niedrigen Verkaufspreise der Schuhe führten dazu, dass Deichmann gemeinhin als Schuh-Aldi angesehen wird. Ein Image, das dem Unternehmen gar nicht so unlieb ist, doch ist man in den letzten Jahren auch bemüht, andere Kundenkreise mit Deichmann-Schuhen zu versorgen. Borelli Herrenschuhe zum Beispiel, werden als Premiumschuhe für Männer mit Stil beworben. Sportliche Herren sollen durch Gallus Schuhe angesprochen werden und für die Kleinen bietet sich die Traditionsmarke Elefanten an. Laut Heinrich Otto Deichmann, Sohn von Heinz-Horst, der die Geschäfte vom Vater 1999 übernahm, will Deichmann vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Millionär jeden Kunden ansprechen.
Um die zu erreichen, setzt Deichmann in der Bewerbung seiner Schuhe auf bekannte Gesichter. Kelly-Family-Mitglied und Extremsportler Joe Kelly wirbt für die Deichmann-Sportschuh-Marke Victory, seit 2006 gibt es TV-Spots mit den Pussycat Dolls, 2008 folgten die Sugababes mit ihrer Starcollection und im vergangenen Jahr brachte das ehemalige Topmodel Cindy Crawford ihre eigene Kollektion unter dem Label »5th Avenue« exklusiv für Deichmann heraus.

Produziert werden Deichmann-Schuhe übrigens zu etwa 70 Prozent in Asien, was dem Unternehmen auch immer wieder schlechte Presse einbrachte. So wurde 2006 Kritik an nicht eingehaltenen Umweltstandards in indischen Gerbereien laut und 2008 waren es die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in einer kambodschanischen Fabrik, die das Unternehmen in die Kritik geraten ließen. Für Seniorchef Hein-Horst Deichmann ein Schock, da er bereits seit Jahrzehnten mit seiner wortundtat-Gesellschaft Entwicklungshilfeprojekte unter anderem in Indien und Afrika unterstützt.

Deichmann konnte in seiner Unternehmensgeschichte bisher auf Fremdkapital verzichten. Man gab immer nur soviel aus, wie man auch eingenommen hatte. Gerade diese Haltung wird in Zeiten von Bankenkrisen und Börsencrash belohnt. So wird die Firma weiter wachsen. Allein für dieses Jahr sind europaweite Neueröffnungen von 240 Filialen geplant. Mehr Deichmann-Schuhe also für alle.