Lloyd Herrenschuhe im Test – »Manolito«

»Manolito« von Lloyd

Im niedersächsischen Sulingen ist die deutsche Traditionsfirma Lloyd ansässig. Sie wissen schon, die mit dem roten Streifen im Absatz. Lloyd Herrenschuhe sind Schuhe des gehobenen Preissegments. Damit sind die Niedersachsen durchaus erfolgreich – nicht nur in Deutschland. Grund genug für mich einmal ein Paar Lloyd Schuhe in mein Testlabor einzuladen.

Wie üblich bei Lloyd bekommt jeder Schuh einen eigenen Namen. Meine Wahl fiel auf »Manolito«, einen klassischen Schnürer im Derbyschnitt. Jener entstammt der Lloyd Herrenschuhe Trend Kollektion, die nach eigenen Angaben alles was die aktuelle Mode und der internationale Trend gerade zu bieten hat vereint. Was das genau sein soll, wird leider nicht erwähnt.

Empfohlen werden die Lloyd Herrenschuhe zum sportlichen Sakko oder zu einem im dunklen Farbton gehaltenen Anzug. Zur Jeans sollten diese Lloyd Herrenschuhe aber ebenfalls eine sehr gute Figur abgeben. Allein zu fein darf der Anlass wirklich nicht sein, da wir hier ganz klar einen Schuh der agileren Art vor uns haben.

Übrigens, »Manolito« ist die spanische Koseform des Namens Manolo (auf deutsch dann Manuel). Ich bin skeptisch, ob die Lloyd Herrenschuhe diese verbale Liebkosung verdient haben.

Doch genug der Vorrede, folgen Sie mir an den Ort der Wahrheit – in mein Testlabor.

Das Testergebnis

Optik

Von seinem Look her stehen die Lloyd Herrenschuhe bei mir Spitz auf Knopf. Positiv sind ihr klassisches Grundkonstrukt, mit der auf beiden Seitenteilen aufliegenden und offenen 5-Loch-Schnürung. Es handelt sich hierbei um einen klaren Derbyschnitt und diesem Klassiker bin ich sehr zugetan. Ebenso weiß das dunkelbraune Oberleder durch die verschiedenen Farbnuancen zu gefallen. Der hier angewandte Gerbprozess kann in optischer Hinsicht als voller Erfolg gewertet werden.

Absolut gar nicht gefällt mir persönlich die verwendete Leistenform, durch die die Lloyd Herrenschuhe in einer unansehnlichen Form zur Spitze hin schmal zusammenläuft um dort dann doch wieder einen skurrilen wagerechten Abschluss zu finden. Für mich beißt sich das. Entweder das Design geht einen aufrichtigen Weg und gönnt dem Schuh einen spitzen Zulauf, oder aber es wird elegant ein klein wenig gerundet, bei gleichzeitig breiterer Vorderkappe. In seiner jetzigen Form aber wirkt der »Manolito« für mich wie ein fehlgeschlagenes Experiment aus dem Schuhlabor.

Die verstärkte Vorderkappe, die mit einer feinen Doppelnaht abgetrennt ist, läuft auf beiden Seiten diagonal nach Innen. Beidseitig wird sie von einer Ziernaht durchstoßen. Dies führt zu einer zentral auf dem Lloyd Herrenschuh liegenden Raute. Man könnte hier sicherlich von einem modisch legeren Kniff sprechen – für mich ist das ein absolut überflüssiges Gimmick, welches mein ästhetisches Empfinden schwer beleidigt.

So bleibt abschließend ein extrem zwiespältiger Eindruck bei mir hängen. Zum einen lobe ich das Grundkonstrukt des Schuhs, störe mich aber maximal an den optischen Verschlimmbesserungen. Ein wahrer Derby würde modisch eleganter und einen ganzen Tick dynamischer erscheinen. Schade.

Verarbeitung

Auf den ersten und flüchtigen Blick macht die Verarbeitung der Lloyd Herrenschuhe einen guten Eindruck. Doch schaut man nur etwas genauer hin, so fällt auf, dass der Teufel hier gar nicht erst im Detail zu suchen ist – nach dem Durchschneiden von »Manolito« lachte er mir direkt und unverhohlen ins Gesicht.

In der Produktbeschreibung von Lloyd steht: „Innen komplett in Leder gefüttert.“ Für den hinteren, gut sichtbaren Bereicht der Lloyd Herrenschuhe trifft das auch zu, kurz vor der Vorderkappe indes treffe ich billiges Textil an. Hat Llyod hier etwa geflunkert? Wehe dem, der in diesen Schuhen feuchte Füße bekommt.

Die Polsterung der Lederdecksohle besteht aus einfachem Schaumstoff und allein ein wenig Druck mit dem Finger offenbart das Versagen dieser Auskleidung. Hier wird es definitiv und zu keinem Zeitpunkt eine perfekte Passform geben.

Ohne großen Kraftaufwand lässt sich nun auch die Decksohle von der Laufsohle abreißen. Der verwendete Kleber kann mir nicht viel entgegensetzen. Eine Ausballschicht als auch ein Gelenkstück suche ich vergebens – deren Existenz wird ehrlicherweise aber auch gar nicht erst von Lloyd suggeriert. Die Machart der Herrenschuhe bleibt ebenso unerwähnt.

Der aufgesetzte Rahmen, samt sichtbarer Naht, dient hier allein der Zierde – Schaft und Brandsohle sind, wie so vieles bei diesen Lloyd Herrenschuhen miteinander verklebt.

Der Absatz, der auch das bekannte Markenzeichen der Lloyd Herrenschuhe beherbergt, macht dagegen einen guten Eindruck. Er hat die optimale Höhe, weist mehrere Schichten auf und kommt mit einer praktischen Gummiabsatzflecke daher. Das alles ist grundsolide und sollte dementsprechend einen raschen Abrieb vermeiden.

Es lässt sich festhalten: Lloyd hat mich in einem Punkt in die Irre geführt – das Innenfutter besteht mitnichten komplett aus Leder. Dies bedeutet nach meinen Regeln einen gesamten Punkt Abzug. Die restliche Verarbeitung des Schuhs, so unverständlich es sich anhören mag, ist in Ordnung – zumindest wenn ich hier einen Schuh der Preislage 60 bis 70 Euro in den Händen halten würde. Der »Manolito« aber wird von Lloyd mit 125 Euro ausgewiesen. In dieser Preisklasse kann ich als Kunde aber definitiv mehr erwarten. Ich bin enttäuscht!

Ledertest

Wie etwa 85 Prozent aller Lloyd Schuhe, besteht das Oberleder des »Manolitos« aus Kalbsleder. Das Leder ist Boxcalf-typisch sehr schmiegsam und dabei doch fest. Bei diesem Leder kann man eigentlich nicht falsch liegen. Prinzipiell kommt Boxcalf mit einer sehr feinen und interessanten Narbung daher – Lloyd konnte diese, durch ein offensichtlich aufwendiges Gerbverfahren, noch mit einem i-Tüpfelchen versehen. Das schillernde Farbenspiel des dunkelbraun durchgefärbten Leders ist eine wahre Freude fürs Auge.

Der Teil des Innenbereiches, der auch mit Leder gefüttert wurde, macht einen guten und soliden Eindruck. Hier hab ich nichts auszusetzen.

Auf der Unterseite gibt es dann noch eine kombinierte Glattleder-/Gummisohle zu bewundern. Keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, dass dieses Glattleder der Lloyd Herrenschuhe hier kaum mit dem Boden in Kontakt kommen und der Gummipart für den nötigen Halt sorgen wird. Sieht zwar nicht so schick aus wie eine pure Ledersohle, aber erweist sich im Einsatz als äußerst praktikabel.

Abgesehen davon, dass hier nicht der versprochen hohe Anteil von Leder verarbeitet wurde, kann der »Manolito« im Ledertest überzeugen. Die Qualität des Leders ist hochwertig und seine Stärke genau richtig. Bei der Fertigung der Lloyd Herrenschuhe galt jedoch: nicht mehr als nötig.

Tragetest

Die Stunde der Wahrheit. Wie werden sich meine Füße und der »Manolito« verstehen? Haben die Lloyd Herrenschuhe ihren spanischen Kosenamen verdient und werde ich diesen nach einigen Wochen des Auftragens leise und glückselig hauchen?

Der Einstieg in den Schuh verläuft dank des geschmeidigen Boxcalf-Leders und der offenen Schnürung problemlos. Die Lloyd Herrenschuhe umschließen meine Füße und passen perfekt. Es scheint nichts zu drücken, und durch das geringe Gewicht des Schuhs macht sich bei mir so etwas wie Erleichterung breit. Die ersten Schritte fühlen sich einfach wunderbar an – ja, es kann hier von einem bequemen Geherlebnis gesprochen werden. Das hätte ich nach dem Blick unter die Haube des »Manolito« jetzt nicht unbedingt erwartet. Doch Zweifel bleiben bestehen. Wie werden sich die fehlende Polsterung und das minderwertige Fußbett der Lloyd Herrenschuhe auf Dauer auswirken und wie sehr werde ich mit Fußschweiß zu kämpfen haben?

Eine Woche später. Meine Befürchtungen haben sich leider bestätigt. Längere Märsche machen sich vor allem am Hacken bemerkbar. Er schmerzt, allein der Schaumstoff und der Absatz der Lloyd Herrenschuhe wissen ihn nicht zu schützen. Weitere Druckstellen offenbaren sich auf meinem Spann. Sicherlich, dieser ist bei mir vielleicht ein klein wenig breiter als der des Durchschnitts aber prinzipiell habe ich auf diesem Gebiet bisher keine nennenswerten Probleme gehabt.

Die Gummiledersohle trotzt des Anforderungen des Alltags mühelos und sieht selbst nach einigen hässlichen Erlebnissen (fiese Splittstraßen) immer noch passabel aus. Gleiches gilt für den Absatz der Schuhe. Auch erfreulich: Lauffalten machen sich nicht bemerkbar – sofern wirklich auch immer ein Schuhspanner nach Gebrauch eingesetzt wird.

Das Schuhklima der Lloyd Herrenschuhe ist wiederum nicht das Beste. Hier schlagen einfach die Verklebungen des Schuhs, als auch das verarbeitete Textil im Innenraum zu Buche. Die Füße haben keine wirkliche Chance auf eine richtige Belüftung und so fingen meine Füße im »Manolito« wirklich rasch zu schwitzen an. Kein Vergleich zu einem rahmengenähten Schuh. Schade.

Licht und Schatten liegen bei diesen Lloyd Herrenschuhen wieder dicht beieinander. Für kurze Aufenthalte in ihnen eignen sie sich wirklich hervorragend. Auch die Abnutzung des Schuhs hält sich wirklich in Grenzen. Einen Langzeitaufenthalt würde ich hier nun aber wirklich nicht buchen. Die mangelhafte Passform, geschuldet dem Fehlen von hochwertigen Materialien und die rasche Fußschweißbildung sind klare Argumente dagegen.

Sonstiges

Nach irgendwelchen Besonderheiten hab ich leider vergeblich gesucht. Die Lloyd Herrenschuhe erreichten mich in einem schlichten Firmenschuhkarton, der ohne zusätzliche Goodies daherkam. Keine Ersatzschnürsenkel, kein Schuhbeutel, kein gar nichts. Da kann man heute durchaus schon mal etwas anderes als Kunde erwarten.

Der Preis der Herrenschuhe wird von Lloyd mit 125 Euro ausgegeben. »Manolito« ist dementsprechend nicht gerade ein Schnäppchen – was er leider durch diesen Test bestätigt hat.

Zwei Punkte bekommen die Lloyd Schuhe dennoch von mir. Zum einen muss ich löblich erwähnen, dass Lloyd durchaus eine gestandene Marke am Markt ist und ein Großteil der Herrenschuhträger an sich bindet. Das Vertrauen zum Sulinger Unternehmen scheint ungebrochen hoch zu sein. Dafür Respekt.

Zum anderen habe ich das »Made in Germany« – Etikett mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. In Zeiten, wo in der deutschen Schuhindustrie mehr und mehr Arbeitsplätze Richtung Asien verschwinden ist es ein positives Zeichen, dass nach wie vor Schuhe in Deutschland produziert werden, die sich jeder Mann leisten kann.

Mein Fazit

Die Beziehung zwischen »Manolito« und mir ist gescheitert. Ich werde den Schuh wohl fortan Señor Manolo nennen, da wir beide es nicht vermochten auf die persönliche Ebene vorzustoßen, die eine Nutzung des Kosenamen »Manolito« verdient hätte.

Unser Verhältnis weist einfach zu viele Baustellen auf. Angefangenen beim unausgegorenen Design der Lloyd Herrenschuhe bis hin zu meinem schmerzenden Hacken. Nein, das war nichts gewesen und es kam noch viel schlimmer. »Manolito« war nicht ehrlich zu mir, in dem er behauptete, sein Innenfutter wäre gänzlich aus Leder – was es nicht war. Ein Spiel mit gezinkten Karten kann niemals Grundstein einer soliden Vertrauensbeziehung sein und einer solchen bedarf es zwischen Träger und Schuh.

Sicherlich, hätte ich mir beim Schuhdiscount um die Ecke ein solches Paar Schuhe für 50 bis 70 Euro geholt, so wäre ich gar nicht so enttäuscht gewesen. Ich hätte deutliche Abstriche in meiner Erwartungshaltung gemacht. Doch hier handelt es sich immerhin um einen Schuh der namhaften Marke Lloyd und dieser ist mit 125 Euro wahrlich kein Schnäppchen mehr. Mir scheint es fast so, als hätte ich mit meinem Geld eher den Namen bezahlt, denn einen hochwertigen Schuh – denn von hochwertig konnte hier keine Rede sein.

Inständig hoffe ich, dass es sich bei »Manolito« nur um das schwarze Schaf der Familie Lloyd handelt – so etwas kommt bekanntermaßen in den besten Familien vor. Irgendwann will ich mir noch einmal ein Paar Lloyd Herrenschuhe in mein Testlabor einladen. Das muss doch besser gehen! Hier und jetzt überwiegt jedoch meine Enttäuschung und so verbleibe ich mit traurigem Gruß.

Rahmengenähte Herrenschuhe vorgestellt

Rahmengenähte Herrenschuhe

Sie sind der Traum eines jeden Liebhabers hochwertiger Herrenschuhe – rahmengenähte Herrenschuhe. Gerade die eleganten Modelle, wie die Oxford und Derby Schuhe, sind in ihrer Qualität am besten, wenn sie in rahmengenähter Machart gefertigt wurden. Die Schuhe verfügen über ein edles Erscheinungsbild und eine lange Haltbarkeit. Darüber hinaus sind rahmengenähte Herrenschuhe sehr reparaturfreundlich. Verwendet werden für sie nur die besten Materialien.

Im Jahr 1872 ließ Charles Goodyear Junior sich eine Fertigungsmethode für Schuhe patentieren. »Goodyear Welt«, so die schlichte Bezeichnung des Patents, welches die Welt der Herrenschuhe ungemein bereichern sollte. Wenn heute also von »Goodyear Welt« oder »Welted « gesprochen wird, so ist damit die rahmengenähte Machart von Schuhen gemeint. Doch wofür stehen rahmengenähte Herrenschuhe eigentlich genau?

Rahmengenähte Herrenschuhe überzeugen durch viele Vorteile

Rahmengenähten Herrenschuhe weisen einen Schaft auf (das komplette Schuhoberteil), der mittels einer unsichtbaren Einstechnaht durch den Rahmen an die Brandsohle genäht ist. Bei dem Rahmen handelt es sich dabei um einen etwa drei Millimeter breiten Lederstreifen. Jener Rahmen wird mit einer zweiten Einstechnaht mit der Laufsohle verbunden. Rahmengenähte Herrenschuhe beschreiben demnach also die Methode, wie der Schaft an der Brandsohle befestigt wurde. Dies geschieht heute bei den meisten rahmengenähten Herrenschuhen durch die Goodyear Maschine.

Soweit die technischen Details doch warum bürgen gerade rahmengenähte Herrenschuhe für Qualität? Zunächst einmal ist die Naht nicht im Schuhinneren zu spüren. Und da die Schuhteile vernäht wurden, ist ein rahmengenähter Herrenschuh deutlich stabiler und langlebiger als ein verklebtes Pendant. Das Eindringen von Feuchtigkeit ist ebenso fast ausgeschlossen. Gemeinsam mit der Korkausballung, die sich zwischen Brandsohle und Laufsohle befindet, garantiert dies ein angenehmes und gleichbleibendes Fußklima. Darüber hinaus fungiert die Korkschicht der rahmengenähten Herrenschuhe als Isolierung. Im Sommer verhindert sie Schweißbildung und im Winter sorgt sie für warme Füße.

Optimale Passform durch rahmengenähte Herrenschuhe

Die Vorteile der rahmengenähten Herrenschuhe erschließen sich vielleicht nicht sofort, aber spätestens nach einer Einlaufphase wird der Träger durch eine optimale Passform, die wiederum den Tragekomfort erhöht, belohnt. Nach einiger Zeit formt sich nämlich ein ganz individuelles Fußbett, welches für diesen als Luxus empfundenen Zustand sorgt.

Last but not least muss natürlich noch erwähnt werden, dass rahmengenähte Herrenschuhe äußerst reparaturfreundlich sind und dadurch auf längere Sicht eine lohnende Investition darstellen. Ist die Sohle zum Beispiel einmal abgelaufen, dann hilft hier bereits der Gang zum Schuhmacher. Dieser kann die in Mitleidenschaft gezogene Sohle rasch und preisgünstig austauschen. Ein Schuhneukauf ist nicht notwendig.

Funde beweisen: Rahmengenähte Herrenschuhe bereits im 16. Jahrhundert

Übrigens können rahmengenähte Herrenschuhe auf eine lange Geschichte zurückblicken. Archäologische Funde beweisen, dass der Kuhmaulschuh, der im 16. Jahrhundert den bis dahin in Europa weitverbreiteten Schnabelschuh allmählich ablöste, bereits rahmengenäht war. Über die Jahrhunderte erfolgten einige Modifizierungen dieser Rahmennähweise. Wurden sie bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ausschließlich in Handarbeit gefertigt, revolutionierte jener Charles Goodyear Junior mit seinen Goodyear-Maschinen die rahmengenähte Machart. Die Fabrikfertigung ließ die Produktionszahlen deutlich steigen und den Preis dabei fallen.

Rahmengenähte Herrenschuhe kosten etwa ab 150 Euro aufwärts. Natürlich werden bei diesem qualitativ höchst anspruchsvollen Verfahren nur die besten Materialien verarbeitet. Dies alles im Zusammenspiel lässt die Herzen von Schuhliebhabern höher schlagen. Lassen Sie sich also nicht vom anfänglich als hoch empfundenen Verkaufspreis der Schuhe abschrecken. Wer einmal rahmengenähte Herrenschuhe sein Eigen nennen durfte, wird nie wieder zu preiswerten Businessschuhen zurückkehren wollen.

Mirapodo – Schuhe für einen Tausendfüßler

Mirapodo

Mit Mirapodo stieg im März 2010 ein weiterer Wettbewerber in den rasch wachsenden Markt des Online-Schuhhandels ein. Im Hintergrund der Berliner Firma steht der Handelsriese Otto, der für dieses Projekt weder Kosten noch Mühen scheute. Anpfiff zum großen Berliner Duell um die Vorherrschaft im digitalen Schuh-Geschäft zwischen Zalando und Mirapodo!

Sommer 2009. Im Wohnzimmer von Dr. Stephanie Caspar wird über das Abverkaufspotential von Mirapodo Schuhen diskutiert. Welche Marken mögen die Anwesenden? Wie kaufen sie ihre Schuhe ein und was vermissen sie dabei? Die Runde hält keinen Kaffee-Plausch, nein, Caspar hatte kurz zuvor das Auktionshaus ebay verlassen und folgte dem Angebot der Otto Group, einen Online-Schuhhandel in Deutschland, nach dem Vorbild von Zappos aufzubauen. Dieses erste Meeting, in noch sehr kleiner Runde, kann als Grundsteinlegung für die Schuh-Verkaufsplattform Mirapodo betrachtet werden.

Glamouröse Mirapodo Schuh-Party zum Start in Berlin

Dank des gebündelten Know-hows und dem üppigen Budget, erfolgte bereits Anfang 2010 die Betaphase von Mirapodo. Der Schuh-Shop Name übrigens leitet sich von der lateinischen Bezeichnung des Tausendfüßers, Myriapoda, ab. Bereits zum Start der Testphase hätte Mirapodo fünf Tausendfüßler mit Schuhen ausstatten können, so umfangreich war bereits zu diesem Zeitpunkt das Sortiment. Beta-Tester prüften das Online-Angebot in der Folge auf Herz und Nieren. Förderlich war hier ein 25 Euro Gutschein, der die Bestellungen ordentlich ankurbelte. Von mehr als 7500 Mirapodo Schuh-Bestellungen in kürzester Zeit ist die Rede.

Am 25. März 2010 war es dann endlich so weit. Über 600 geladene Gäste, darunter viele Stars und Sternchen, folgten der Einladung ins edle Berliner Amano Hotel um eine Mirapodo Schuh-Party zum Launch der Seite zu feiern. Die glamouröse Schuh-Party verwundert dabei nicht, schließlich steht dem Unternehmen nach eigenen Angaben ein Marketingbudget im siebenstelligen Bereich zur Verfügung. Mittlerweile beschäftigt Mirapodo knapp 30 Mitarbeiter, die in schicken Loftbüros im Berliner In-Bezirk Prenzlauer Berg residieren.

Für Mirapodo Schuhe besteht 100-tägiges Rückgaberecht

Die Unterschiede zum ebenfalls in Berlin ansässigen Konkurrenten Zalando (Shoepassion ist übrigens auch in Berlin) sind dabei marginal. Neben einem kostenlosen Versand, kann man die Mirapodo Schuhe innerhalb von 100 Tagen kostenlos retournieren. Ebenfalls steht den Mirapodo-Kunden eine Gratis-Hotline zur Verfügung. Insgesamt hat Mirapodo aktuell (Stand: Juni 2010) knapp 6000 Schuh-Modelle von rund 200 Marken im Sortiment – damit ist man dem Berliner Mitbewerber noch knapp unterlegen hat aber dafür Pflegeprodukte im Angebt, welche bei Zalando noch fehlen. Bekleidung gibt es derzeit noch nicht – was aber wohl kommen dürfte, wenn man dem Vorbild von Zappos weiterhin treu bleibt.

Letztlich wird das gewieftere Marketing, als auch die Preislage der Zalando-bzw. Mirapodo-Schuhe klären, wer von beiden die Nummer eins im deutschen Online-Schuhhandel ist. Immerhin besitzt Mirapodo mit dem Schuhkino ein nettes Gadget. Öffnet man dieses, so kommt der Schuh der Wahl in acht verschiedenen Ansichten und in vollster Größe auf dem heimischen Bildschirm zur Geltung. Mittels einer Zoom-Funktion kann auch das klitzekleinste Detail studiert werden. Dieses Feature weiß zu überzeugen und macht wirklich Spaß. Darüber hinaus setzt Mirapodo auf aktive Teilnahme seiner Kunden. Neben dem sehr informativen und aktuellen Blog und der mittlerweile riesigen Facebook-Gruppe gibt es die Schuhpiloten. Dahinter verbergen sich User von Mirapodo. Schuh-Trends und Styles sind die behandelten Themen der Blogger, die so einen regen Austausch betreiben. Eine gute Kundenbindung, wie ich meine.

Es ist enger geworden auf dem deutschen Onlineschuhmarkt und man darf gespannt sein welcher Zappos-Clon am Ende die Nase vorn haben wird.

Zappos – Die Mutter des Online-Schuhhandels

Zappos

Während sich viele in Deutschland noch fragten, was denn dieses Internet eigentlich sei, erzielte das amerikanische Unternehmen Zappos mit einer einfachen Geschäftsidee bereits Milliardenumsätze im Web. Amazon kam, sah und kaufte es auf. Dieses Beben erweckte weltweites Aufsehen und rief zahlreiche Zappos-Nachahmer auf den Plan. Dennoch: Zappos bleibt der weltgrößte Onlineschuhhandel.

Die Geburt von Zappos liest sich wie eine romantische Internet-StartUp-Geschichte aus längst vergangenen Tagen. Sie beginnt im Jahre 1998 in San Francisco. Der junge Nick Swinmurn ist auf einem Streifzug durch die Schuhläden einer Mall der Bay Area. Ziel seiner Begierde ist ein ganz bestimmtes Paar Airwalks. Doch die Suche gestaltet sich als äußerst deprimierende Erfahrung. Mal sind die beliebten Skaterschuhe zwar in der richtigen Größe vorhanden, doch stimmt die Farbe nicht. Oder aber es ist eben genau umgekehrt. Entnervt bricht Swinmurn die Shoppingtour ab. Doch etwas Gutes hatte diese enervierende Erfahrung. Sie gebar eine Idee, die den Kalifornier reich machen sollte. Er kehrte an diesem Abend Heim, in der festen Absicht, einen Online-Schuhhandel zu gründen. Nie mehr sollten Menschen sich für ein Paar Schuhe die Füße wund laufen müssen. Die Idee: Stattdessen könnten sie doch bequem von zu Hause und rund um die Uhr Schuhe im Internet einkaufen.

Amazon kaufte Zappos für 850 Millionen US-Dollar

Als Risikokapitalgeber konnte Swinmurn den damals 24-jährigen Tony Hsieh mit an Bord holen. Dieser sorgte ein Jahr zuvor für Furore, nachdem er sein StartUp „LinkExchange“ für 265 Millionen Dollar an Microsoft verkaufte. Die ihm von Swinmurn präsentierte Zahlen, nach denen bereits 1998 etwa fünf Prozent aller US-Schuhverkäufe über Katalogbestellungen abgewickelt wurden, überzeugten den Jungunternehmer. Swinmurn hatte seine Nische gefunden und gründete 1999 die Firma Zappos (angelehnt an das spanische Wort zapatos, welches für Schuhe steht).

Zappos entwickelte sich in der Folge prächtig und wuchs zum größten Online-Schuhhandel der Welt heran. Im Jahr 2008 konnte Zappos den Rekordumsatz von 1 Milliarde US-Dollar verbuchen. Erfolg weckt bekanntlich Begehrlichkeiten und so konnte letztlich Amazon am 22. Juli 2009 verkünden, man habe Zappos für rund 850 Millionen US-Dollar übernommen. Wahrscheinlich eine kluge Entscheidung, denn Zappos selbst hätte Amazon auf dem Gebiet des Schuhhandels wohl kaum schlagen können. Dazu ein paar Daten, die dies verdeutlichen: Zappos beschäftigt heute mehr als 1300 Mitarbeiter. Neben ungefähr 3 Millionen Schuhen von mehr als 1136 Marken, bietet Zappos Handtaschen, Kleidung und Accessoires an. Auch beim Serviceangebot klotzt Zappos mächtig – was sie nicht ohne Grund in der Zufriedenheitsskala von US-Kunden ganz oben stehen lässt. Die Schuhe werden hier kostenlos ausgeliefert und der Käufer hat ein ganzes Jahr Zeit diese bei Nichtgefallen versandkostenfrei an Zappos zurückzusenden. Für Fragen und Anregungen steht eine Hotline rund um die Uhr an 365 Tagen zur Verfügung.

Zappos kreatives Mastermind ist nach wie vor Tony Hsieh

Amazon konnte so seine Geschäftsfelder attraktiv erweitern. Die Meldung der Übernahme schlug ein wie eine Bombe, deren Druckwelle auch noch weit über den Atlantik hinaus zu spüren war. In Deutschland machten sich in der Folge Zalando, Mirapodo und Shoepassion daran, die hiesigen Erben von Zappos zu werden.
Nick Swinmurn verließ Zappos übrigens im Jahr 2006. Er versucht sein Glück seitdem in neuen Projekten – bleibt dabei aber Teilhaber bei Zappos. Tony Hsieh ist bis heute CEO von Zappos und wird in den USA für seinen unkonventionell sympathischen Führungsstil gefeiert. Eine kleine Anekdote soll zu Erklärung helfen: Neuanfänger bei Zappos müssen ein vierwöchiges Training durchlaufen, bei dem sie mindestens zwei Wochen im Call-Center verbringen müssen. Nach Ablauf dieser Phase werden den potentiellen neuen Mitarbeitern 2000 Dollar angeboten, wenn sie sofort und unverzüglich die Firma verlassen wollen – ein Wiedereintritt ist dabei ausgeschlossen. Hsieh will auf diesem Weg loyale Mitarbeiter finden, die seine Ideen teilen und wegen dem Spaß an der Arbeit den Job machen und nicht in erster Linie wegen des Geldes.

Übrigens: 97 Prozent lehnen dieses Angebot ab. Wer mehr über die Gedankenwelt des Zappos CEO erfahren möchte, dem sei an dieser Stelle sein Erstlingswerk „Delivering Happiness“ empfohlen.

Budapester Schuhe einmal näher vorgestellt

Budapester Schuhe

Sie gelten als wahre Klassiker und werden doch häufig mit anderen Schuhen verwechselt. Budapester Schuhe sind weniger ein eigenes Schuhmodell denn eine eigene Leistenform. Diese ist typisch für die Schuhmacher der ungarischen Hauptstadt und erfreut sich bis in unsere Gegenwart großer Beliebtheit.

Budapester Schuhe sind in unseren Breiten sehr bekannt. Kein Mann, der noch nicht von ihnen gehört hat. Doch weiß ein jeder wirklich so genau bescheid über Budapester Schuhe? Ich, Paul Prüfer, habe für Sie recherchiert und stelle Ihnen die Budapester Schuhe einmal näher vor.

Budapester Schuhe beschreiben eine besondere Leistenform

Klären wir die wichtigste Frage gleich zu Beginn: Kommen Budapester Schuhe wirklich aus Budapest? Absolut! Obwohl die Geschichte seines Namens nicht ganz geklärt ist, kann davon ausgegangen werden, dass er sich auf die wunderschöne Stadt an der Donau bezieht, da Budapester Schuhe zu den typischen Schuhen der dortigen Schuhmacher zählten und nach wie vor zählen. Seit dem End des 19. Jahrhunderts bauen sie die Budapester Schuhe in der ungarischen Hauptstadt.

In den folgenden Jahren perfektionierten sie den charakteristischen Leisten auf dem die Budapester Schuhe aufgebaut werden. Streng genommen dürfte man Budapester Schuhe gar nicht als eigenständiges Schuhmodell bezeichnen. Vielmehr handelt es sich bei ihnen um einen mit aufgesetzter Fersenkappe, Flügelkappe und reichlicher Lyralochung versehenen Derby Schuh, der mit einer offener Schnürung versehen ist. Auf den ersten Blick wirkt er gar wie ein Full-Brogue und doch unterscheiden ihn von diesem Schuh einige wichtige Details.

Großen und gewichtigen Männern stehen Budapester Schuhe besonders gut

Die Besonderheit schlechthin: Budapester Schuhe werden auf relativ geraden und breiten Leisten gefertigt, die dem Schuh sein robustes Erscheinungsbild geben. Unterstützt wird dies durch seine zwiegenähte Machart und seine doppelt verstärkte Sohle. Unschwer zu erkennen sind sie natürlich auch an der hohen Vorderkappe. Bedingt durch seine Eigenschaften und den dadurch entstehenden Look, eignen sich Budapester Schuhe optimal für große und gewichtige Männer. Sie unterstreichen die Statur des Träger und würden dementsprechend bei schmächtigen Zeitgenossen schlichtweg zu brachial am Fuß wirken.

Für Freizeitangelegenheiten jeglicher Art ist man mit Budapester Schuhen gut gewappnet. Hier passt er wunderbar zu Jeans, Flanell, Tweed und Cord. Die Kombination mit einem feinen Anzug ist hingegen zu vermeiden, da die Budapester Schuhe dafür doch ein wenig zu grob aussehen.

Shoepassion – Leidenschaft für den rahmengenähten Herrenschuh

Shoepassion

Aus der persönlichen Leidenschaft für ausgefallene Schuhe der beiden Gründer, Tim Keding und Henry Bökemeier, hat sich Shoepassion entwickelt. Die kleine Berliner Firma hat eine Nische gefunden, die es so in Deutschland noch nicht gab. Sie offeriert ausschließlich rahmengenähte Herrenschuhe und bietet auf ihrer Seite alles Wissenswerte rund um diese Fußbekleidung.

Erst seit kurzer Zeit mischt der Herrenschuhe Hersteller Shoepassion im Onlineschuhhandel mit. Die kleine Berliner Firma offeriert ausschließlich rahmengenähte Herrenschuhe. Während also Zalando und Mirapodo die breite Masse der Deutschen im Visier haben, richtet Shoepassion sein Augenmerk einzig und allein auf die Männer mit Stil und da werde ich doch hellhörig – schließlich betrachte ich mich als Prototyp dieser Zielgruppe.

Der erste Eindruck des Internetauftrittes weiß zu überzeugen. In einem edlen Look werden hier vermeintliche Schuhträume der eigenen Marke offeriert. Von Klassikern, wie Derby Schuhen und Oxford Schuhen, über Herrenstiefel, bis hin zu wahrlich extravaganten Modellen -wo ich mich frage, zu welchen Anlässen soll man denn bitte goldene Krokoleder-Schuhe auftragen – findet sich die Basisschuhausstattung für den geneigten Gentleman.

Egoistischer Antrieb des Gründers gebar die Shoepassion-Idee

Mitnichten handelt es sich also bei Shoepassion um einen weiteren Zappos-Klon. Wäre ja nun wirklich auch langweilig. Glaubt man den Firmentexten auf der Seite und recherchiert noch ein wenig im Netz, so geht die Shoepassion-Geschichte wie folgt: Gründer Tim Keding, der bereits seit seiner Jugend ein glühender Verehrer von Schuhen ist, fühlte seine Bedürfnisse nach hochwertigen Expemplaren nicht im ausreichenden Maße vom Markt befriedigt. Entweder stieß er auf uninteressante 08/15-Treter, oder wenn er ansprechende Modelle fand, waren diese meist zu teuer. Aus diesem Notstand heraus kam ihm die egoistische Idee, doch einfach selber elegante und hochwertige Schuhe zu vertreiben. Vom Gelingen des Online-Schuhhandels war er bereits überzeugt, da der Online Marketer auch den US-Markt im Auge behielt und sich durch den Erfolg von Zappos bestätigt fühlte.

Zusammen mit seinem Freund Henry Bökemeier machte er sich an die Umsetzung seiner Idee. Ein spanischer Schuhhersteller wurde gefunden, der fortan für das junge Unternehmen Schuhe unter ihrem eigenen Label fertigt. Die Idee scheint brilliant, kann doch Shoepassion auf diesem Weg eine Marke nach eigenen Vorstellungen kreieren und diese Schuhe mit einem besonderen Preisvorteil anbieten, da der komplizierte Vertrieb vereinfacht wird. Der Zwischenhandel entfällt und der dadurch gewonnene Preisvorteil wird nach eigener Bekundung an die Käufer bei Shoepassion weitergegeben.

Rahmengenähte Herrenschuhe + riesige Wissenssammlung = Shoepassion

Dabei hat die Firma auf ihrer Internetpräsenz nicht nur Schuhe im Angebot, sondern bietet seinen Besuchern auch ein umfangreiches Wissen rund um unsere Fußbekleidung an. Über die Geschichte der Schuhe, genauster Beschreibungen der Einzelteile bis hin zur Schuhpflege findet sich hier ein beeindruckendes Schuhkompendium, welches nach eigener Aussage » das größte zusammenhängende Wissen über Herrenschuhe im deutschsprachigen Internet« darstellt.

Ein interessanter Ansatz, der zumindest mich überzeugen konnte. Hochwertige Herrenschuhe gepaart mit ihrer Geschichte. Beim Lesen der Texte erhält man ein Gefühl für die Leidenschaft, welche die Macher des Projekts angetrieben haben muss, um dieses Kulturgut für die Allgemeinheit festzuhalten und anzubieten. Die Preise für die Herrenschuhe scheinen dabei geradezu preiswert zu sein.

Nach 22-monatiger Vorbereitung – die Firma hat keine Großinvestoren wie Zalando und Mirapodo hinter sich – öffneten sich am 4. Februar 2010 die Tore zur Schuhleidenschaft. Erste Resonanzen im Internet fallen positiv aus. So zählt Shoepassion zu den zehn Nominierten für den Shop Usability Award 2010 in der Kategorie Mode. Über genaue Zahlen des noch sehr jungen Unternehmens ist nichts bekannt. Was man weiß: Shoepassion will seine Kollektion stetig erweitern und auch um Accessoires ergänzen.

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Herrenschuhe von Shoepassion im Test

Zalando – Schuhe im Netz nach US-Vorbild

Zalando

Der Schuhe-Versender Zalando erweckte den deutschen Online-Schuhhandel aus dem Dornrösschenschlaf. Das Berliner Unternehmen wandelt dabei auf den Fährten eines erfolgreichen amerikanischen Vorbilds und konnte bereits zahlungskräftige Investoren für die weitere Expansion gewinnen. Das Angebot an Service und Zalando-Schuhen ist dabei immens.

Die Zahlen für den Onlinehandel mit Schuhen in Deutschland waren bis vor kurzem kaum messbar. Sicher, die großen Versandhäuser führten in ihrem Online-Angebot auch Schuhe – doch in einem sehr überschaubaren Rahmen. In den USA hingegen sorgte das Unternehmen Zappos bereits seit einiger Zeit für fantastische Zahlen, ohne das man davon hierzulande groß Notiz genommen hätte. Erst die Übernahme durch Amazon im letzten Jahr, ließ auch bei deutschen Investoren die Überlegung reifen, dass man mit Schuhen im Internet tatsächlich Geld verdienen könnte. Der Schuh-Versender Zalando, von David Schneider und Robert Gentz bereits im Oktober 2008 gegründet, profitierte als erstes StartUp von diesem neuen Boom.

Zappos-Beben half Zalando Schuhe zu verkaufen

Man orientierte sich von Anfang an stark am amerikanischen Vorbild und konnte nach dem ersten Jahr auf durchaus zufriedenstellende Zahlen blicken. Das amerikanische Zappos-Beben brachte Zalando dann einen veritablen Schub im Verkauf der Schuhe. In den kommenden Monaten entwickelte sich Zalando zu einer höchst ertragreichen Verkaufsplattform von Schuhen im deutschsprachigen Internet. Größere Büroräume mussten in Berlin angemietet werden, die Zahl der Mitarbeiter stieg stetig an und bald war man durch TV-Spots zur besten Sendezeit deutschlandweit bekannt. Der Grund für diese rasante Entwicklung: Zappos Amazon-Übernahme in den Staaten lockerte auch die Geldbörsen hiesiger Geldgeber. Man könnte sagen, Zalando und Schuhe, das wr die perfekte Mischung zum richtigen Zeitpunkt. Wichtige Kapitalgeber zur Erweiterung des Schuh-Sortiments konnten so gewonnen werden, bevor eine wahre Zappos-Copycat-Schwemme den deutschen Markt überfluten würde.

Zalando-Schuhe und jetzt auch Kleidung

Die in Berlin ansässige Firma bietet mittlerweile über 7000 Schuhmodelle von mehr als 260 Schuhmarken (Stand: April 2010) an. Frauenschuhe stehen dabei im Mittelpunkt des Angebots, aber natürlich gibt es auch Herrenschuhe und Kinderschuhe in allen möglichen Ausführungen. Dank eines aufwendigen Service punktet Zalando. Schuhe werden kostenlos an den Kunden verschickt. Diesem bleiben dann bis zu 100 Tagen um die Zalando-Schuhe wiederum kostenlos bei Nichtgefallen an zurückzusenden. Ein lohnendes Geschäftsmodell, wie sich zeigt, denn jüngst ist auch die große Tengelmann-Gruppe als Investor beim Schuhe-Versender Zalando eingestiegen. Und während die Konkurrenz durch Mirapodo und Shoepassion sich erst noch einen Namen am Markt verschaffen muss, hat Zalando, ganz im Stile des amerikanischen Vorbilds, gerade sein Angebot neben Schuhe um Kleidung erweitert.

Erfahrungen mit Shoepassion – Modell No. 561 im Test

Modell No. 561 von Shoepassion

Die Ehre der Eröffnung meines Testlabors obliegt einem Herrenschuh der Firma Shoepassion. Hinter dem eher sperrigen Namen Modell No. 561 verbirgt sich ein klassischer Full Brogue Oxford in dunkelbraun. Der Oxford gilt als der eleganteste Herrenschuh, sofern er schwarz und der Plain-Variante daherkommt. Beim Modell 561 handelt es sich jedoch um einen sportlich wirkenden Full Brogue Oxford. Versehen mit Lyralochungen und einer ornamentalen Rosettenverzierung an der Schuhspitze wirkt er dennoch sehr edel. Am besten eignet er sich zu Tweed, Cord und Flanell. Natürlich passt er auch zu einem Anzug und auch eine Kombination mit einer Jeans ist nicht völlig abwegig. Auf einer Hochzeit würde ich mich aber dennoch mit diesen Schuhen nicht blicken lassen – ich hab da meine Erfahrungen. Shoepassion hat dem Schuhe eine reichhaltige Verzierung gegeben. Diese und der braune Farbton beißen sich hier einfach mit einem zu feierlichen Anlass.

Modell No. 561 behauptet rahmengenäht zu sein und kommt neben einer Laufsohle aus Leder ebenso mit einem Lederabsatz daher. Dafür, das vergleichbare Schuhe deutlich teurer sind, nimmt der Shoepassion-Schuh den Mund hier ganz schön voll. Ich bin gespannt welche Erfahrungen ich mit dem Shoepassion Schuh machen werde und was sich unter seiner Haube verbirgt.

Das Testergebnis

Optik

Im Leben ist es doch so: Der erste Eindruck entscheidet oftmals den weiteren Verlauf einer Beziehung. Sicherlich, ab und an irrt man sich und wird dann eines Besseren belehrt. Der Shoepassion Oxford sieht auf den ersten Blick absolut umwerfend aus. Die bis zum Schaft reichende und aufgesetzte Flügelkappe bezaubert durch ihre ornamentale Rosettenverzierung, die sechs, an den Seitenteilen entlanglaufenden Lyralochungslinien sorgen für Dynamik und die elegant geschlossene 5-Loch-Schnürung verleiht dem gesamten Schuh die gewisse Anmut. Als Highlight bietet der Shoepassion-Schuh ein Finish auf der Vorderkappe. Hier wurde das Leder noch einmal extra bearbeitet was zu diesem herrlich glänzenden dunklen Schimmer führt. Die Shoepassion-Erfahrung wird für mich langsam greifbar.

Einzig eine herausstehende Minilippe am unteren Ansatz der Schnürung fiel mir negativ ins Auge. Astethisch indisdkutabel und praktisch höchst fragwürdig präsentiert sich dieser Firlefanz am Schuh – doch bei einem flüchtigen Blick fällt diese kaum auf.

Rein von seinem Erscheinungsbild weiß dieser Schuhklassiker mich zu begeistern. Bis auf diesen kleinen Fauxpas mit der überflüssigen Lippe hab ich nichts auszusetzen und bin hoch erfreut.

Verarbeitung

Das schwere Gewicht des Schuhs irritiert im ersten Moment, doch darf dies nicht verwundern – ganz im Gegenteil. Es sagt dem Schuhfreund mit Erfahrungen, dass hier echte und hochwertige Materialien verarbeitet wurden. Ein massiver Absatz, gepaart mit einer Ledersohle und einem edlen Oberleder. Das alles erscheint beim Shoepassion-Modell sehr solide verarbeitet zu sein – zumindest lässt dies der erste Eindruck erahnen und meine Erfahrung lehrt mich, dass ich hier meistens richtig liege. Die Rahmennaht ist beinahe perfekt arrangiert und der eigentliche Rahmen dabei kaum zu sehen. Einzig der Übergang der beiden Rahmenenden hätte ein klein wenig mehr an Aufmerksamkeit nötig gehabt.

Nach dem Aufflexen des Schuhs bestätigt sich mein erster guter Eindruck. Zum Vorschein kommt eine wunderbare Korkausballung und ja, der Rahmen dient hier nicht nur der Zierde, er hält den Schaft, Innen- und Laufsohle äußerst stabil zusammen. Die sich in der Rißlippe der Laufsohle befindende Stichreihe untermauert dies. Ebenso kommt ein echtes Gelenkstück zum Vorschein, was nicht immer üblich ist.

Der Absatz indes ist etwa einen halben Zentimeter zu kurz geraten um eine optimale Unterstützung zu gewährleisten. Offenbar hat sich der Schuhmacher nicht an die geltende Regel »ein Viertel der Sohle plus 1 cm« für die Anfertigung des Absatzes gehalten. Der Absatz des Modells No. 532 ist 1,8 Zentimeter hoch – und damit im Prinzip eben ein klitzekleinwenig zu hoch – doch ich will nicht päpstlicher als der Papst sein, es fällt hier wirklich nicht ins Gewicht.

Positiv wiederum: Es wurden ausschließlich natürliche Stoffe verarbeitet und der gesamte Schuh kommt ohne billige Verklebungen daher.

Fazit: Ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit und Erfahrung von Shoepassion in der Herstellung hier und da hätten dem Modell No. 561 sicherlich sehr gut gestanden – doch man beachte den Verkaufspreis des Schuhs. Sehr weit entfernt von den deutlich teureren Spitzenmodellen ist der Shoepassion-Schuh keineswegs.

Ledertest

Wer wie ich ein Freund dieses wunderbaren Materials ist und es ebenso zu schätzen weiß, der wird an diesem Schuh seine Freude haben. Nicht nur das hier das Ober- und Innenteil nebst Brandsohle aus Leder besteht, nein, auch die Laufsohle und der Absatz sind aus dem Naturprodukt gefertigt. Oberleder und Innensohle bestehen dabei aus feinstem italienischen Boxcalf. Dieses, vom Kalb stammende Leder, ist äußerst anschmiegsam und dabei doch straff, ohne starr zu wirken. Top! Lauf- und Zwischensohle sind aus Croupons vom Rind gefertigt. Hier gibt es nichts auszusetzen.

Den abschließenden Wassertest besteht das Leder mit Bravour. Als würde ein unsichtbarer Schutzschild das Leder beschützen, perlt es kommentarlos von ihm ab und verschwindet unter der Laufsohle.

Über die verwendeten Ledersorten kann ich mich nicht beschweren. Gerade in dieser Preislage wird man wohl nichts besseres finden.

Tragetest

Der Einstieg war kein leichter gewesen. Sollte ich etwa eine unschöne Erfahrungen mit den Shoepassion-Schuhen machen? Die Schnürung musste ich mächtig weiten und selbst dann war es doch sehr aufwendig in den Schuh zu gelangen. Endlich drin, melden die Füße sofort Alarm. Es ist ihnen einfach ein bisschen zu eng. Hab ich mich für die falsche Größe entschieden? Nein, laut Maßtabelle ist die 9 genau meine Größe und so stelle ich mich dem Schuh. Und siehe da: nur wenige Minuten später hat sich das Leder, welches anfangs doch unglaublich Widerstand leistete, meinen Füßen angepasst. Ich spüre den Schuh kaum mehr – wie angegossen umschmiegt er meinen Fuß und ich will jetzt nicht übertreiben, aber die Schritte wirkten wie der berühmte Lauf über Wolken. So federleicht, dank der hervorragenden Dämpfung des Schuhs, ging ich lange nicht mehr. Was für Lauf-Erfahrungen! Begeisterung breitet sich aus. Nach einigen Stunden zieh ich die Schuhe wieder aus. Statt Muff verströmen die noch warmen Schuhe einen angenehmen Duft von Leder. Ich bestücke sie mit passenden Schuhspannern und bin gespannt wie sie sich nach längerem Tragen anfühlen und aussehen werden.

Einige Wochen später. Ein klein wenig enttäuschend ist der Abrieb an der Ledersohle, welche nun doch schon arg geschunden aussieht. Anfangs sah sie wunderbar aus und versprühte den Hauch der Hochwertigkeit, doch leider nutzt sie sich, wie alle Ledersohlen übrigens, rasch ab. Dem Geherlebnis tut dies indes keinen Abbruch – allein von unten sehen die Shoepassion-Schuhe eben nicht mehr so bezaubernd aus. Doch, wer präsentiert anderen Menschen schon seine Schuhsohle? Eben.

Meine anfänglichen Bedenken lösten sich in Luft – nein – in Begeisterungsstürme auf. Mit den Shoepassion Oxfords durfte ich ein ganz besonderes Geherlebnis erfahren. Einzig die sich rasch abnutzende Ledersohle enttäuschte mich ein wenig. Aber und das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Ich würde dennoch immer eine Ledersohle der Gummisohle vorziehen. Meine Erfahrungen lehren mich: Sie sieht nicht nur edler aus, nein, sie lässt sich auf sehr preiswert und rasch beim Schuhmacher des Vertrauens ersetzen. Verklebte Gummisohlenträger haben hier das Nachsehen.

Sonstiges

Modell No. 561 von Shoepassion hat ein äußerst überzeugendes Argument auf seiner Seite – den Preis. Mit 179 Euro ist dieser Oxford ein wahres Schnäppchen. Vergleichbare Schuhe kosten meist mindestens 100 Euro mehr. Ich bin begeistert und habe nachgeschaut, wie Shoepassion den Verkaufspreis so niedrig halten kann. Es ist einfach: Die Berliner nutzen einen äußerst effektiven Vertriebsweg. Ihre Marke kann nur online gekauft werden. Der Zwischenhandel wird bei diesem Deal außen vor gelassen und die eingesparten Euro geben die Berliner direkt an ihre Kunden weiter. Das überzeugt.

Die Verpackung des Schuhs steht ganz im Stile seiner hochwertigen Präsentation im Onlineshop des Anbieters. Ein im eleganten schwarz gehaltener Schuhkarton erreichte mich per Post. Verschlossen wurde er mit einen weißen Stoffband nebst Wachssiegel seines Herstellers. Ich erwarte so etwas nicht und war darüber sehr erfreut, steigerte es meine Vorfreude vor dem Öffnen des Kartons doch ungemein. Ebenso erfreulich: Neben den Schuhen liegt dem Karton eine liebevolle Kurzpflegeanleitung, ein Willkommenschreiben, ein Schuhbeutel und ein Paar Ersatzschnürsenkel bei. Da dies nicht immer Usus ist, möchte ich es an dieser Stelle einmal hervorgehoben haben. Eine positive Erfahrung mit Shoepassion also.

Ah ja, ein Gimmick hat Modell No. 561 noch zu bieten: Der Absatz des Schuhs ist mit der sogenannten »Gentleman´s Corner« versehen. Die Kante der Innenseite ist dabei ein wenig angeschrägt – was ein Hängenbleiben der Hose am Schuh verhindert.

Der Preis, die Details und die Präsentation des Schuhs dürften keinen Schuhliebhaber kalt lassen. Die Extras stimmen hier einfach und geben ein stimmiges Gesamtbild ab. Man merkt den Machern ihre Liebe zum Produkt wirklich an.

Mein Fazit

Ich bin wirklich froh, mit einem solch dankbaren Schuh mein Testlabor eröffnet zu haben. Shoepassion ist es gelungen, die Vorzüge von Schuhen des höheren Preissegments in einem Schuh, der für jeden erschwinglich sein dürfte, zu vereinen. Er punktet durch seinen hohen Anteil edlen Leders, der guten Verarbeitung und natürlich letztlich im Preis. Einige Federn musste er in meinem Test zwar lassen, aber wer auf der Suche nach einem wunderschönen, qualitativ hochwertigen und verlässlichen Businessschuh ist und dabei nicht auf ein prall gefülltes Konto zurückgreifen kann oder will, der kommt an diesen rahmengenähten Schuhe kaum vorbei. Die Shoepassion Schuhe waren eine erhebende Erfahrung für mich gewesen.

GEOX Schuhe – Amerikanischer Traum made in Italy

Geox

Mario Moretti Polegatos Wurzeln liegen im Weinhandel. Seine Familie ist der weltgrößte Prosecco-Exporteur. Von einem Betriebsausflug in die Rocky Mountains brachte er 1989 eine so einfache wie geniale Idee mit: Löcher in der Gummisohle verhindern Schweißfüße. Er stellte den Wein in den Keller und machte Geox zum drittgrößten Schuhproduzenten der Welt. Geox-Schuhe haben demnach einen wirklich hohen Bekanntheitsgrad.

Das Schuhhandwerk ist ein von alten Traditionen geprägtes Gewerbe. Viele Firmen blicken voller Stolz auf ihre lange Geschichte und nehmen dies als Ansatz für ihre angeblich hervorragenden Kompetenzen. Wie oft hier tatsächlich der Besitzer, die Strategie und die Produktionsstätten des Unternehmens gewechselt haben, wird dadurch verschleiert. Die Etikette der Tradition ist Gold wert, bürgt sie doch für Vertrauen. Doch wie schafft es ein neues Unternehmen sich am Schuhmarkt zu platzieren? Ganz einfach: durch Innovation! Gerade einmal 15 Jahre alt ist die italienische Firma Geox. Die Schuhe machten seinen Gründer Mario Moretti Polegato zum fünftreichsten Italiener.

Polegato schnitt Löcher in die Sohle seiner Schuhe – Geox war geboren

Dieser erkannte zwar nicht als Erster, dass Gummisohlen Schweißfüße begünstigen, da Gummi absolut nicht atmungsaktiv ist, aber er war der Erste, der gegen diesen Missstand ein so einfaches wie geniales Mittel erfand: Der Legende nach geschah es 1989 in den Rocky Mountains. Polegato, damals noch Geschäftsführer des Familienweingutes, echauffierte sich über seine schwitzenden Füße während des anstrengenden Marsches durch die Rockys. Als Mann der Tat bohrte er kurzerhand mit einem Messer Löcher in seine Schuhe und erfreute sich an dem kühlenden Effekt. Dumm war nur, dass diese neu geschaffenen Öffnungen so groß waren, dass wiederum Wasser und Dreck in den Schuh eindringen konnten. Doch die Idee für Geox-Schuhe war geboren.

Noch heute zeugt eine kleine Narbe an der Hand des Unternehmers von der Geburt seines äußerst profitablen Einfalls. Zurück in Italien arbeitete er an der professionellen Umsetzung. So setzte er an den Stellen, wo sich die meisten Schweißdrüsen an der Fußsohle befinden, Löcher in die Sohle. Doch damit nicht genug. Über der Laufsohle der Geox-Schuhe lagert eine spezielle Membran, die aus porösem Material besteht. Ihr Material wurde von der NASA entwickelt. Sie nimmt den Schweiß im Fuß auf und leitet diesen durch die perforierte Sohle nach außen. Die Dichte der Mikroporen der Membran ist dabei so gering, dass kein Wasser von außen mehr in die Geox-Schuhe eindringen kann.

Durch pfiffige Idee erobern die Geox-Schuhe den Weltmarkt

Seine mittlerweile patentierte Idee offerierte der Italiener zuerst den großen Sportartikelherstellern Adidas und Nike. Beide lehnten ab. Überzeugt von der Innovation seiner Erfindung gründete er kurzerhand im Jahr 1995 im italienischen Ort Treviso die Firma Geox. Schuhe standen anfangs im Mittelpunkt des Geschäfts. Tatsächlich schienen die Käufer nur auf dieses technisch innovative Produkt gewartet zu haben, welches von Geox auf alle erdenklichen Schuhe angewendet wird. Innerhalb von zehn Jahren avanciert Geox zum größten Schuhhersteller Italiens und zum drittgrößten Schuhlieferanten in der Welt. Seit 1999 wird das Geox-Prinzip unter dem Label „Geox Apparel“ auch auf Oberbekleidung angewendet. Im Jahr 2004 erfolgte gar der Börsengang des Unternehmens. Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurden weltweit über 20 Millionen Paar Geox-Schuhe verkauft. Das Unternehmen erwirtschaftete in dem Krisenjahr einen Umsatz von 865 Millionen Euro.

Qualitätsmängel bei Geox-Schuhen führt zu Einbruch in Deutschland

Deutschland ist übrigens der größte Markt von Geox außerhalb Italiens und gerade hier gibt es für die Italiener eine Hiobsbotschaft. So hat der deutsche Schuhfachhandel für dieses Jahr rund 50 Prozent weniger Geox-Schuhe bestellt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Grund dafür sollen Qualitätsmängel sein. Viele Schuhhändler bemerkten undichte Geox-Schuhe, die den Kunden nasse Füße bescherten. Bricht Geox hier etwa sein Versprechen? Der Konzern wollte diese Meldungen nicht kommentieren.

Gleichwohl blickt Polegato positiv in die Zukunft, schließlich besitzen 90 Prozent der weltweit getragenen Schuhe eine Gummisohle, die nach Ansicht Polegatos nur darauf warten durch das Geox-Prinzip atmungsaktiv gemacht zu werden. Das wachsende Sortiment spricht dabei für ihn.

Übrigens: Der Firmenname Geox setzt sich aus dem griechischen Worte „geo“ (Erde) und dem Buchstaben x zusammen. Das x symbolisiert dabei die Technologie, die in den Schuhen steckt.

Lloyd Schuhe – roter Streifen im Absatz als Markenzeichen

Lloyd

Schulze, Müller oder Meier. Drei deutsche Nachnamen, die statistisch gesehen doch recht häufig in unseren Breiten vorkommen und gerade dadurch nichts Besonderes sind. Einer davon, ein Meyer mit Y immerhin, zeichnet sich jedoch verantwortlich für eine deutsche Erfolgsgeschichte: Lloyd Schuhe, gegründet von Hermann F. Meyer, eroberten den Weltmarkt.

Es war im Jahr 1888, als der Schuhfabrikant Hermann F. Meyer in Bremen die H. F.-Meyer-Schuhfabrik gründete. Doch Herr Meyer war nicht so glücklich damit gewesen, dass seine Firma genau wie er hieß. Er machte er sich auf die Suche nach einem praktikablen, weil kurz und knappen, dabei aber einzigartigen Begriff. In der Seefahrt wurde er fündig und meldete im Jahr 1905 Lloyd als Markennamen an, bevor im Jahr 1927 das gesamte Unternehmen unter dieser Marke zusammenlief. Lloyd, ein Begriff, der für eine Mischung auf Fortschrittlichkeit und Avantgarde stehen sollte und dabei leicht zu merken wäre.

Lloyd Schuhe werden seit 1942 im niedersächsischen Sulingen produziert

Natürlich war es nicht der Name allein, der die Firma ihren Siegeszug antreten ließ. Produziert wird ab 1942 im niedersächsischen Sulingen – bis heute übrigens. Lloyd ist mit seinen Schuhen ein wichtiger Arbeitgeber in der Kleinstadt und es darf ruhig erwähnt werden: Lloyd ist die größte Schuhmanufaktur des Bundeslandes. Berühmtheit erlangt sie im Jahr 1968, als der markante rote Streifen im Absatz als Erkennungsmerkmal eingeführt wurde. Eine Innovation, durch die der Schuhhersteller zu den Ersten gehört, deren Markenzeichen direkt am Produkt zu finden war. Nur zehn Jahre später dann eine erste Krönung für das erfolgreiche Unternehmen: In Italien erhält Lloyd den Schuh-Oscar, den damals wichtigsten Preis der Branche.

Alle 15 Minuten verlässt ein Paar Lloyd Schuhe die Fabrik

Lloyd begreift sich als Unternehmen, welches das höhere Preissegment der Schuhwelt bedient. Gemeint ist damit die Preislage ab 100 Euro aufwärts. Dafür bietet Lloyd auch einiges. So sind 85 Prozent der Schuhe aus feinstem Kalbsleder gefertigt. Die übrigen 25 Prozent entfallen auf Ziegen- und Büffelleder. Maximilian Müller, Sprecher der Geschäftsleitung, verspricht neben den besten Materialien auch eine lange Passformgenauigkeit. Diese Faktoren relativieren dann auch rasch den anfangs hoch erscheinenden Preis für Lloyd Schuhe.

Die übrigens auf dem deutschen und dem Weltmarkt sehr gefragt sind. Insgesamt werden täglich etwa 6000 Paar Lloyd-Schuhe gefertigt. Davon etwa 4000 in Rumänien und 2000 in Deutschland. Für den Aufbau eines Lloyd-Schuhs benötigen die Arbeiter circa 15 Minuten. Zwischen 1968 bis 2001 waren es ausschließlich Herrenschuhe gewesen, die das Werk verlassen haben. Mittlerweile bietet Lloyd wieder eine eigene Damenkollektion an, was auch schon vor 1968 der Fall gewesen ist. Erweitert hat man sein Portfolio auch um Taschen, Geldbörsen, Aktenkoffer und Socken.

Veritable Partnerschaft: Lloyd Schuhe an den Beinen von Fußballprofis

Das Kerngebiet bleibt natürlich der Schuh. Mehr als 200 Herrenschuhmodelle in 480 Varianten hat die Firma im Angebot. Um hier nicht die Übersicht zu verlieren, hat jedes Paar Lloyd Schuhe einen eigenen Namen. Etwa 120 Arbeitsschritte, davon viele von Hand, bedarf der Aufbau von den rund 150 Einzelteilen, aus denen ein jeder Lloyd Schuh besteht. Exportiert werden die Schuhe in über 40 Länder. In vielen davon ist man nach eigener Aussage Marktführer im Segment des Premium-Businesschuhs.

Für den hohen Bekanntheitsgrad der Marke Lloyd sorgen weltweit 48 Concept-Stores, verschiedene Showrooms und natürlich veritable Partnerschaften, wie die als Ausstatter von Bayer Leverkusen und Schalke 04 in der Deutschen Bundesliga.

Lloyd fertigt heute wie damals hauptsächlich schlichte elegante Schuhe mit absolutem Qualitätsanspruch, der sich, nach eigenen Aussagen, stets an der Zufriedenheit des Kunden orientiert hat. Der weltweite Erfolg gibt dem Unternehmen dabei recht.

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Lloyd Herrenschuhe im Test