I´m walking: Schuh-Spezialversender von Baur

I´m walking

Der Baur-Versand, einer der ältesten Universalversender Deutschlands, mischt im Onlineschuhhandel durch seine Tochterfirma I´m walking mit. Bereits seit 2003 ist dieser Schuh-Spezialversender am Markt. Anfangs eher für den Offline-Markt konzipiert, reiht sich I´m walking mittlerweile in die länger werdende Liste der Deutschen Schuhversender wie Zalando, Mirapodo und Shoepassion ein.

I´m walking – Zurück zu den Wurzeln von Baur

Mit I´m walking kehrte der Baur-Versand 2003 zu seinen Wurzeln zurück, denn Baur startete 1925 als erster reiner Schuhversender in Deutschland, ehe er sich im Laufe der Jahrzehnte zum Universalversender entwickelte. I´m walking hat sich am Markt behaupten können und spricht eher ein reiferes Publikum an. Die Otto-Group, zu der Baur gehört, will hier eine Überschneidung mit ihrem Onlineschuhhandel Mirapodo vermeiden. So bietet I´m walking auch nach wie vor vier Mal im Jahr einen eigenen Katalog an, den die Kunden sich zuschicken lassen können. Wer im Zeitalter des E-Commerce das Schmökern im Katalog vermisst, der wird bei I´m walking fündig. Der Clou: Im jeweils aktuellen Katalog kann der Besucher von I´m walking auch online blättern. Darüber hinaus gibt es natürlich alle darin enthaltenen Schuhmodelle in dem umgangreichen Online-Shop.

Mehr als 5000 Artikel und 150 Marken führt I´m walking in seinem Sortiment. Dabei liegt der Fokus ganz klar auf dem modischen Damenschuh in gehobener Qualität. Doch natürlich finden sich auch Herren-, Kinder- und Sportschuhe sowie modische Accessoires. Für den Mann interessante Marken sind beispielsweise Lloyd, Geox, die in Deutschland seltenen Hush Puppies und die Eigenmarke I´m walking. Ergänzt werden diese durch Schuhe der Designermarken Fred Perry, Ed Hardy, Tommy Hilfiger und vielen mehr.

I´m walking bietet Schuhkauf auf Pump

I´m walking bietet seinen Kunden keinen kostenlosen Versand der Ware an, was heute eher untypisch ist. Sechs Euro werden bei der Bestellung für das versicherte Hermes Paket fällig – egal wie viele Schuhe geliefert werden. Dafür und das unterscheidet I´m walking von seinen Konkurrenten im Online-Schuhhandel, bietet das Unternehmen den Schuhkauf auf Pump und Rechnung an. Kunden, die aktuell nicht über die nötige Liquidität verfügen, aber auf neue Schuhe nicht verzichten möchten, können bei I´m walking eine Zahlpause von bis zu 150 Tagen erhalten, oder die auch gleich mit einem Ratenkauf von 3, 6 oder 10 Monatsraten kombinieren. Der Preisaufschlag beträgt dabei 2,9 Prozent.

Die Positionierung am Markt scheint gelungen zu sein. I´m walking hat seine Nische im Online-Schuhhandel gefunden. Nicht den trendigen Jugendlichen hat das Unternehmen im Fokus, sondern eher die reifere Kundschaft, die ein übersichtliches und gut strukturiertes Angebot zu schätzen weiß. Nach eigenen Angaben kann das Unternehmen auf 700.000 zufriedene Kunden zurückblicken und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008/2009 einen Umsatz von 161 Millionen Euro.

Görtz: Schuhe von Kultdesignern

Görtz Schuhe

Hamburg-Barmbek, 1875. Johann Ludwig Görtz eröffnet ein Schuhfachgeschäft. Auf lediglich 14 Quadratmeter Fläche verkauft Görtz Schuhe, Kartoffeln (!!!) und bietet einen Schuhreparaturservice an. Hamburg-City, Gegenwart. Die Ludwig Görtz GmbH zählt neben Deichmann und Leiser zu den großen Schuhfiliasten Deutschlands. Görtz verkauft mittlerweile Schuhe und Accessoires in mehr als 280 Läden in Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz.

Es ist leider nicht überliefert, wie erfolgreich der kleine Laden von Gründer Johann Ludwig Görtz in Hamburg-Barmbek lief. Fakt ist, dass sein Enkel Gerd Görtz die Geschäftsidee seines Großvaters 1938 erfolgreich übernahm und mit zwei weiteren Läden in Hamburg die Filialisierung des Schuhfachhandels Görtz initiierte. Ende der 1950er Jahre wagte sich Görtz aus Hamburg hinaus und bot seine Schuhe in Reutlingen an. Weitere Filialen in der gesamten Bundesrepublik sollten folgen, bevor 1993 der Gang ins Ausland gewagt wurde. Die Filiale im Wiener Kärntnerringhof ist somit der erste Görtz-Laden außerhalb Deutschlands.

Görtz-Schuhe in vier unterschiedlichen Läden

Schuhe und Accessoires vertreibt Görtz unter vier Marken: Görtz, Görtz 17, Görtz Shoes und Hess.

Görtz ist dabei der Klassiker, dem jeder wohl schon einmal in der Einkaufszone begegnet ist. Die Läden bieten Schuhkollektionen für Damen, Herren und Kinder an. Neben eigenen Marken finden sich hier auch die Schuhe namenhafter Größen wie Boss, Lloyd, Geox, Tommy Hilfiger und anderen wieder. Die eigenen Marken laufen dabei unter den Namen Görtz Shoes, Ludwig Görtz und Belmondo.

Die Marke Görtz 17 (heißt so, da die erste Filiale in der Hamburger Mönckebergstraße 17 eröffnet wurde) verkauft seit 1970 Schuhe und Accessoires an ein junges Zielpublikum. Ebenso wie bei Görtz setzt Görtz 17 auf einen Schuhe-Eigenmarke-Fremdmarke-Mix.

Görtz Shoes verkauft ausschließlich Görtz-Schuhe der eigenen Marke. Dieses Segment soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. »Händler müssen Hersteller werden«, sagte unlängst der Vorsitzende der Görtz-Geschäftsführung, Christoph von Guionneau, in einem Zeitungsinterview.

Unter der Marke Hess offeriert Görtz Schuhe und Accessoires des preisgünstigen Segments außerhalb der großen Einkaufsmeilen. Seit 1983 richten sich die Läden der Marke Hess dabei vornehmlich an Familien.

Schuhe von Görtz im Internet sehr erfolgreich

Seit 1996 besitzt Görtz einen Internetauftritt, über den seit 2003 Schuhe verkauft werden. Doch erst durch den Relaunch der Seite im vergangenen Jahr ist dieses Angebot wirklich ernst zu nehmen. Unter Görtz.de werden seitdem über 100 Marken und 6000 Artikel online verkauft. Der Online-Shop bietet dadurch das gesamte Sortiment von Görtz und Görtz 17 an. Der Relaunch hat sich gelohnt. Nach Einschätzungen von Guionneau sind mehr als 30 Prozent des stationären Umsatzes von Görtz mittlerweile online induziert. Ganze acht Prozent des Firmenumsatzes generiert dabei der Shop. Darüber hinaus wurde dieser im vergangenen Jahr auf dem 13. Deutschen Versandhandelskongress in Wiesbaden mit dem Titel »Onlineshop des Jahres 2009« ausgezeichnet.

Überhaupt läuft es für Görtz aktuell richtig gut. Geschäftsführer Ludwig Görtz, ein Nachfahre des Gründers, verriet vor Kurzem, dass Görtz im ersten Halbjahr 2010 bereits ein achtprozentiges Umsatzplus erwirtschaften konnte und dieses Jahr die Chance hätte, die Umsatzschwelle von 400 Millionen Euro zu erreichen. Ein Grund für diesen Erfolg ist sicherlich auch der Verkauf von exklusiven Schuhen in Deutschland. So brachte das hippe Berliner Modelabel Kaviar Gauche Anfang Juni gemeinsam mit Götz seine erste eigen Schuhkollektion auf den Markt. Ebenso exklusiv bei Görtz: Sex and the City Kollektion, die begleitend zum neuen Kinofilm in den Filialen von Görtz als auch im Internet verkauft wurde und wird.

Humanic: Schuhe aus Österreich seit 1872

Humanic Schuhe

Im österreichischen Graz wird 1872 die Schuhproduktionsfirma D.H. Pollack und Co gegründet. 138 Jahre später, das Unternehmen ist mittlerweile eine Aktiengesellschaft namens »Leder und Schuh«, beträgt der Jahresumsatz knapp 500 Millionen Euro. Einen nicht unerheblichen Teil des Gewinns steuert die Tochterfirma Humanic bei.

Bereits wenige Jahre nach Gründung zählte die Schuhproduktion »D.H. Pollack und Co« mit wöchentlich 20.000 Schuhpaaren zum größten Schuhproduzenten Europas. Die Firma expandierte im gesamten Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie und belieferte darüber hinaus Afrika, Amerika, Australien und Indien.

1907 Eröffnung der ersten Humanic-Schuhe-Läden

Die Tochterfirma Humanic wird im Jahre 1907 unter dem Namen »American Shoe House Humanic« gegründet und öffnet seine ersten beiden Läden in Wien. Der Name Humanic hat übrigens keine tiefere Bedeutung. Ein amerikanischer Werbetexter schuf diesen als Auftragsarbeit. Ziel war es einen Namen zu finden, der einzigartig, wohlklingend und verkaufsfördernd war. Ähnlich der Absicht, wie Lloyd Schuhe verkaufen wollte.

Die Erfolgsgeschichte fand durch Ausbruch des Ersten Weltkrieges einen jähen Rückschlag. Beinahe das gesamte Filialnetz ging verloren. Und es kam noch schlimmer, als im Jahr 1920 die gesamte Firma zerschlagen wurde.

Neugegründet wurde es nur wenige Jahre später unter dem Namen »Humanic Leder und Schuh AG«, die wiederum bereits im Jahr 1930 auf 60 eigene Filialen blicken konnte. Der Erfolg von Leder und Schuh (1990 als AG gegründet), hält bis heute an. Die stärkste Marke ist dabei Humanic. Schuhe, Kleidung und Accessoires werden in dem namensgleichen Stores verkauft. Insgesamt arbeiten für das Unternehmen etwa 3700 Mitarbeiter an 346 Standorten in Europa.

Humanic bietet Schuhe bekannter Marken an

Bis 1991 verkaufte Humanic Schuhe übrigens nur in Österreich. Heute existieren Filialen in zehn europäischen Ländern. Dabei besitzt Humanic das nach eigenen Angaben größte Schuhgeschäft Europas. In der Wiener Mariahilfer Straße verkauft Humanic Schuhe auf mehr als 3.300 Quadratmetern. Neben eigenen Marken bietet Humanic Schuhe u.a. von Lloyd, Geox, Boss,
Tommy Hilfiger
und Buffalo an. In Österreich ist die Firma mit knapp 500 Millionen Euro Jahresumsatz die klare Nummer eins. Auf dem europäischen Markt zählt Humanic zu den Schwergewichten, kann dabei jedoch Deichmann als Branchenprimus nicht das Wasser reichen.

Doch im Gegensatz zu Deichmann kann Humanic auf ein hippes Image blicken. Seinen Anfang nahm dies in den 1970er Jahren durch die Schaltung innovativer Werbung. Da wurden dann die Schuhe von Humanic mit Texten bekannter österreichischer Avantgarde-Autoren wie Andreas Okopenko und Wolfang Bauer versehen. Oder aber originelle Plakate veröffentlicht. Dieser Trend hält der Gegenwart nicht mehr stand. Die TV-Spots und Plakataktionen folgen eher dem Motto »Sex sells«, was jedoch nicht zur Kritik führt. Ganz im Gegenteil. Dieser Werbespot schaffte es vor einigen Jahren in die Endrunde der beliebtesten Werbespots Österreichs.

Wenn Humanic-Schuhe im Internet, dann Shoemanic.com

Ebenso versteht Humanic die Zeichen der Zeit. Seit dem letzten Jahr verkauft die Firma Schuhe, Taschen und Accessoires unter dem pfiffigen Namen Shoemanic.com in Österreich und Deutschland. Der eShop macht einen soliden Eindruck. Für die große Zahl an Modellen existieren genügend Fotoansichten und Größen. Doch nicht nur durch die Auswahl der Schuhe weiß Humanic zu überzeugen. Dem Kunden steht werktags eine kostenlose Service-Hotline zur Verfügung, die bei Problemen jeglicher Art versucht eine Lösung zu finden. Die Schuhe liefert Humanic frei Haus und bei Nichtgefallen können diese ebenfalls kostenlos retourniert werden. Das Geschäft läuft gut, immerhin konnte im zurückliegenden Jahr ein Umsatz im zweistelligen Millionenbereich erwirtschaftet werden.

Noch sind Schuhe von Humanic in unseren Breiten eher unbekannt, doch bei dem stetigen Wachstum der Firma wird dies nicht mehr lange so bleiben.

Bootsschuhe: Auch für Landratten zu empfehlen

Bootsschuhe

Nein, ich bin nicht unter die Segler gegangen. Leider besitze ich keine schöne Jacht, aber immerhin ein Paar Bootsschuhe. Die können natürlich auch Landratten wie ich tragen, denn längst erfreuen sich Bootsschuhe höchster Beliebtheit. Ich stelle Sie Ihnen einmal näher vor.

Paul Sperry ist der Vater der modernen Bootsschuhe

Die Geschichte der Bootsschuhe, wie wir sie heute kennen, begann 1935 in den USA. Der Freizeitsegler Paul Sperry war es leid mit seinen Schuhen über die Planken seines Bootes zu rutschen. Offensichtlich war er nicht nur Segler, sondern auch Erfinder und wie so viele große Erfinder vor ihm, nahm er sich ein Beispiel an der Natur. Sein Hund, der Cockerspaniel Prince, zeigte ihm, wie man sich rutschfest durchs Leben bewegte. Sperry übertrug die Furchen der Hundepfote auf die Sohlen seiner Segelschuhe. Die Riffelung im Gummi der Sohle führte zu einer extrem guten Bodenhaftung. Sperry war glücklich über seinen festen Stand auf dem Boot und brachte kurze Zeit später die ersten ledernen Bootsschuhe auf den Markt. Ganz der passionierte Segler benannte er seine Schuhe nach dem sich über der Wasserlinie befindlichen Teil des Schiffsrumpfes: Top-Sider.

Vorige Bootsschuhe-Exemplare bestanden aus Canvas und waren entweder mit einer Hanf- oder einer Kreppsohle ausgestattet. Leder und Profil waren neu und kamen äußerst gut an. Bis heute kann man das braune Ur-Bootsschuh-Expemplar von Paul Sperry im Handel bekommen, wo es nach wie vor ein wahrer Verkaufsschlager ist.

Ich versuch mich einmal in einer näheren Beschreibung der Bootsschuhe: Bei ihnen handelt es sich um einen in Mokassinmachart hergestellten Freizeit- und Sommerschuh. Die Bootsschuhe der Gegenwart bestehen meist aus einem leicht gefetteten, vom Rind stammenden, Waterproofleder. Die zwei bis drei Messingösen sind mit einem Anlaufschutz versehen, die Nähte aus Nylon gefertigt und die höchst strapazierfähige Sohle besteht Gummi bzw. Kautschuk. Durch ihre Fertigung und den eigentlich gedachten Einsatz auf der See sind Bootsschuhe dadurch extrem wasserbeständig.

Bootsschuhe wurden im Laufe der Jahre immer landtauglicher

Klassische Bootsschuhe besitzen keine Fütterung. Das hat einen einfachen Grund: Im Falle einer Wässerung, mit der man auf dem Wasser immer rechnen muss, kann der Schuh viel schneller trocknen als ein gefüttertes Pendant. Visuell kann ein jeder Bootsschuh sehr rasch an dem um die gesamte Öffnung herum verlaufenden ledernen Schnürsenkel erkannt werden. Diese Hauptcharakteristik von Bootsschuhen erlaubt dem Träger ebenso eine zusätzliche Anpassungsmöglichkeit, da der Riemen eben auch enger geschnürt werden kann.

Ich erwähnte bereits, dass sich Bootsschuhe im Laufe der Jahre immer größerer Beliebtheit erfreuten und das eben nicht nur bei den Wassersportfreunden. Dies war auch der Grund, warum die Bootsschuhe über die Jahre immer landtauglicher wurden. So existieren mittlerweile Exemplare, die mit Innenfutter und dicker Profilsohle ausgestattet sind. Doch Vorsicht, wenn Sie ein Besitzer dieser urbanen Vertreter der Bootsschuhe sind. Auf Booten sind Sie mit diesen Exemplaren nicht gerne gesehen. Ein jeder Captain wird Sie streng beobachten, da er Angst um sein schönes Deck hat. Kein Wunder, schließlich greifen dickere Profilsohlen auch gerne Steinchen auf, die dann zu hässlichen Kratzern im Lack führen können. Jedoch bringen diese Schuhe auch einen warm und wetterfest durch den Winter. Die bekanntesten Bootsschuhe sind sicherlich die Schuhe von Timberland, die im Laufe der Jahrzehnte sich zu einer eigenständigen Marke mit eigenen Modellen entwickelt hat.

Wenn Sie also eine Wasserratte sind, dann greifen sie zur klassischen Ausführung des Bootsschuhs. Und selbst wenn Sie nur auf der Suche nach einem eleganten Herrenfreizeitschuh sind, dann kommen Sie an Bootsschuhen kaum vorbei. Gerade in den warmen Sommermonaten macht Mann mit ihnen zur kurzen Hose einen sehr guten und modischen Eindruck. Ob in blau oder anderen Modefarben, Bootsschuhe gehen immer. In diesem Sinne: Schiff ahoi!

Boss-Schuhe: Besser als ihr Ruf?

Boss-Schuhe

Boss-Schuhe erfreuen sich hoher Beliebtheit und sind dabei nicht ganz billig. In Schuhfachkreisen hingegen werden sie belächelt. Informationen sind eher knapp und die Meinungen von Trägern gehen weit auseinander. Profitieren die Schuhe von Boss also nur von der wertigen Marke? Ich, Paul Prüfer, habe mich für Sie einmal auf Spurensuche begeben und versuche ein klein wenig Licht in den Mythos der Boss-Schuhe zu bringen.

In dem kleinen baden-württembergischen Städtchen Metzingen beginnt 1924 die Geschichte des mittlerweile weltbekannten Unternehmens Hugo Boss. In diesem Jahr gründete Hugo Ferdinand Boss eine Kleiderfabrik für Arbeitskleidung. Die folgenden 21 Jahre gehören zum dunklen Kapitel der Firmengeschichte, über das heute nicht mehr so gerne gesprochen wird. Boss, der bereits 1931 der NSDAP beitrat, erhielt von den Nationalsozialisten Aufträge für die Lieferung von Uniformen an SA, SS, Wehrmacht und HJ. Die Unternehmensleitung dieser Jahre war mit bekennenden Nationalsozialisten durchsetzt gewesen.

Lizenzen für Boss-Schuhe werden 1994 verkauft

Die Grundsteinlegung für die heutige Marke von Weltformat folgte 1948, als Boss´ Schwiegersohn Eugen Holy die Firmenleitung übernahm. Unter ihm begann das Unternehmen Anzüge zu fertigen, die sich rasch eines sehr guten Rufes erfreuten. Seine Söhne wiederum, Uwe und Jochen Holy, bauten die Firma in den 1970er Jahren zu dem aus, was es heute ist: Einer der bekanntesten Herrenausstatter der Welt. Eine Luxusmarke aus Deutschland, die mittlerweile 1,5 Milliarden Euro umsetzt (2009), knapp 10.000 Mitarbeiter beschäftigt und in mehr als 100 Ländern vertrieben wird.

Ich habe die Geschichte des Metzinger Unternehmens verknappt dargestellt, denn im Fokus meines Firmenportraits sollen die Boss-Schuhe stehen, um die es im Folgenden geht.

Seit wann genau Boss Schuhe verkauft, ließ sich nicht herausfinden. Sicher ist: Boss hat Mitte der 1990er begriffen, dass eine Modemarke mit dem Verkauf von Accessoires ihren Umsatz erheblich steigern kann. Vorbild waren hier Gucci und Louis Vuitton. Doch da man selbst nicht das nötige Know-How aus dem Boden stampfen konnte, verkaufte Boss die Lizenzen und ließ die Produkte unter seinem Namen bei anderen Firmen produzieren. Eine Win-Win-Situation. Der No-Name-Hersteller kann sein Produkt, da nun eine bekannte Marke dahinter steckt, zu einem höheren Preis absetzen und der Lizenzverkäufer erfreut sich über den stetigen Kapitalfluss.
Die Lizenzen für Boss-Schuhe und Lederartikel erwarb 1994 »MH shoes & accessories«. Bis ins Jahr 2003 stellten sie Boss-Schuhe für das baden-württembergische Unternehmen her. Wo sie die Schuhe produzieren ließen, bleibt unklar.

Seit 2003 werden Boss-Schuhe in Eigenregie produziert

Dass Lizenzierungen nicht immer schlecht sein müssen, beweist der Umstand, dass für die ehemalige Luxusmarke von Boss, Baldessarini (bis 2006 im Portfolio der Firma), der ungarische Top-Schuhmacher Vass Boss-Schuhe in Budapest fertigte.

Nachdem 1997 erstmals erfolgreich Damenmode unter dem Label Boss erschienen, boten sich neue Wachstumsmärkte an. Vielleicht ein Grund, warum Boss 2003 die Lizenzen für Boss-Schuhe und Lederwaren durch die Übernahme von »MH shoes & accessories« ins Boot zurückholte. Diese erzielten noch im Jahr 2002 durch den Verkauf von Boss-Schuhen und Lederwaren einen Umsatz von 57,5 Millionen Euro. Boss erkannte das Wachstumspotenzial in diesem Segment.

Mittlerweile lässt Boss Schuhe und Handtaschen in eigenen Betrieben in Italien fertigen, die sie wiederum in speziellen Accessoire-Stores vertreiben. Dem Konzept zur Folge werden in diesen Läden ausnahmslos Boss-Taschen und Boss-Schuhe verkauft. Eine Rechnung, die bei 176 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2007, durchaus aufgegangen ist.

Boss-Schuhe gibt es für jede Linie des Unternehmens

Für jede Linie der Marke Boss existieren eigene Schuhmodelle, die sich der jeweiligen Marke entsprechend an ein ganz bestimmtes Publikum richten. »Boss Black« liefert elegante Businesschuhe für Männer und Frauen. »Boss Selection« bietet ausschließlich höherpreisige Modelle für den Herrn an. Freizeitschuhe offeriert Boss mit der Linnie »Boss Orange« und wer es sportlich mag, der greift zu den Schuhen von »Boss Green«. Letztlich existiert noch die avantgardistische Linie »Hugo«. Sie offeriert die meisten saisonalen Schuhmodelle. Nach eigenen Bekundungen steht Hugo Boss für eine trendbewusste und sehr elegante Schuhmode.

Boss-Schuhe zeichnen sich zumeist durch eine Volllederausstattung aus. Das Oberleder kommt zum größten Teil vom Kalb, aber auch Nappaleder findet man. Rahmengenäht sind hingegen die allerwenigsten Boss-Schuhe. Von ihrem Design können sie überzeugen, aber von der Verarbeitung her finden sich immer wieder kritische Worte in den Foren des Internets. Wenn man den Beiträgen Glauben schenkt, dann scheinen Produkt und Preis im krassen Widerspruch zueinander zu stehen. Doch ein Urteil darüber kann ich mir nicht erlauben. Vielleicht sollte ich mir davon selbst einmal ein Bild machen und einen Boss-Schuh in mein Testlabor einladen.

Borelli Herrenschuhe von Deichmann im Test

Borelli Herrenschuhe

Deichmann ist bekannt. Vielleicht sogar mehr als das. Laut eigenen Angaben haben bereits 70 Prozent aller Deutschen in ihrem Leben einmal bei Deichmann Schuhe gekauft. Das ist erstaunlich und Grund genug für mich einen Deichmann Schuh einmal in mein Testlabor einzuladen.

In seinem oberen Preissegment führt Deichmann die Hausmarke Borelli. Herrenschuhe, die unter diesem Label gefertigt werden, sind angeblich aus feinstem Leder und sollen durch ihre gute Passform überzeugen. Der Clou: Borelli-Herrenschuhe sind rahmengenäht. Der Preis für die Borelli-Herrenschuhe, die im Folgenden weiterhin so von mir genannt werden, da ihr wirklicher Name eher einer Sträflingsnummer (1331531) gleicht, scheint konkurrenzlos günstig zu sein. Doch wie gut können rahmengenähte Herrenschuhe bei einem Verkaufspreis von knapp 60 Euro wirklich sein? Die Antwort erfahren Sie in meinem Test.

Das Testergebnis

Optik

Die Borelli-Herrenschuhe sind Klassiker der Schuhgeschichte. Es handelt sich hierbei um einen Full-Brogue Derby in Schwarz. Charakteristisch für die Borelli-Herrenschuhe und alle anderen Full-Brogues ist seine rosettenverzierte Vorderkappe, die herzförmig ausgeschnitten ist und bis zum Schaft der Schuhe reicht. Die aufgesetzten Flügel- und Fersenkappen verfügen ebenso über reichhaltige Lyralochungen.

Der Fachmann spricht in diesem Falle von einem sportlichen Charakter, auch wenn die Allgemeinheit hiermit wohl eher Sportschuhe assoziieren würde. Full-Brogues waren früher übrigens klassische Golfschuhe. Der Herzog von Windsor trug sie auf dem Green, aber ebenso zu gesellschaftlichen Anlässen. Er machte diese Herrenschuhe weltweit populär.

Das Erscheinungsbild der Borelli-Herrenschuhe gibt keinen Anlass zur Klage, wenn man einmal vom traurig schimmernden Oberleder absieht, welches im krassen Kontrast zur glänzenden Vorderkappe steht. Deichmanns Schuhdesigner haben sich hier klar an die klassischen Vorgaben gehalten. Es muss nun jeder selbst entscheiden, ob er einen Full-Brogue Derby vom Aussehen her schätzt, oder ob ihm die reichhaltigen Verzierungen vielleicht doch ein klein wenig zu viel des Guten sind. Für mich indes trifft Letzteres zu. Über sportliche Kombinationen, zu denen dieser Schuh wohl am besten passt, verfüge ich nicht und sein Absatz wirkt für mich ein klein wenig zu mächtig. Auch hätte der Leisten, auf dem der Borelli-Schuh gefertigt wurde, ruhig ein klein wenig enger vorne zusammenlaufen dürfen.

Kurzum: Der gemeine Schuhfreund kann beim Look der Borelli-Herrenschuhe nicht groß meckern. Wer klassische Schuhmodelle bevorzugt, der bekommt hier genau das optisch geboten – ohne Wenn und Aber. Allein für meinen Geschmack wäre ein dezenterer Absatz, als auch ein schmalerer Leisten von Vorteil gewesen, um dem Schuh noch einen Tick an Eleganz zu verleihen. Das milchige Oberleder schafft dies zumindest nicht.

Verarbeitung

Ganz ehrlich, ich war schon ein bisschen baff, als ich den Borelli-Schuh zerlegte. Noch im heilen Zustand hatte der Schuh auf mich einen sehr soliden Eindruck gemacht. Er ist griffig, hat das nötige Gewicht und auf den ersten Blick ließen sich keine Schluderarbeiten erkennen – sieht man einmal von dem nicht immer sauber geschnittenen Zackenmuster ab, welches an den aufgesetzten Kappen verläuft, sowie den unsauber zusammenlaufenden Rahmenenden.

Doch das Freilegen des Innenlebens entlockte mir tatsächlich ein lang gezogenes »Ohhhhhh«. Damit hatte ich nun nicht gerechnet und hielt die Versprechungen des Beipackzettels (»Innenfutter aus Leder«, »Korkfußbett«) für Augenwischerei. Um mein Erstaunen hier noch einmal zu untermauern: Der Schuh hat mich tatsächlich nur 59,90 Euro gekostet!

Auf den ersten Blick halten die Borelli-Herrenschuhe also die Versprechungen ihres Herstellers. Die grobe Korkausballung weist einen opulenten Durchmesser auf und der gesamte Innenraum ist mit Leder gefüttert – dem natürlichen Feind des Schweißfußes.

Ein Anblick also, den ich eigentlich nur von Schuhen aus einem deutlich höheren Preissegment gewohnt bin.

Doch natürlich ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Bei näherer Betrachtung offenbarte sich im Anschnitt ein ausgefranstes Futter an der Oberkante des Schaftes. Dies wiederum ist ein klares Zeichen für eine weniger sorgfältige Verarbeitung. Die Schaumstoffschicht unter der Ferse, die für eine ausreichende Polsterung des Fußes sorgen soll, fällt für meinen Geschmack ein klein wenig zu dünn aus. Statt eines Gelenkstücks, welches die Führung des Fußes im Schuh begünstigt, als auch dem Erhalt der Schuhform dient, entdecke ich einen seltsamen Plastikspachtel, dessen genaue Funktion sich mir nicht wirklich erschließen möchte. Etwa ein Gelenkfederersatz? Zumindest war der Schlingel gut im Kork versteckt gewesen.

Trotz einiger Makel, die Borelli-Herrenschuhe sind für ihren Verkaufspreis äußerst gut! Ich kann hier wohl kaum die Qualität in Verarbeitung und Material erwarten, wie ich es bei 200-Euro-Schuhen und aufwärts tue. Im Gegenteil, von dem Gesehenen war ich durchaus positiv überrascht. Ganz ehrlich, ich hatte mit dem Schlimmsten gerechnet, da Anspruch und Wirklichkeit sehr oft gigantisch weit auseinander liegen – gerade bei Firmenwerbung.

Ledertest

Wir haben bisher erfahren, dass Obermaterial, Innenmaterial und Laufsohle aus echtem Leder sind. Soweit so gut und die Verwendung von Leder ist natürlich weitaus besser als Kunststoffe, doch wie steht es um die Qualität des verarbeiteten Leders in den Borelli-Herrenschuhen?

Zunächst einmal ist das Oberleder mit einer Dicke von 2 Millimetern recht dünn ausgefallen. Bei einem leichten Druck mit dem Finger schlägt es viele kleine Falten. Ein Zeichen dafür, dass hier zu viel Farbe aufgetragen wurde, was wiederum vermuten lässt, dass dadurch leichte Mängel in der Qualität des Leders kaschiert wurden. Welche Ledersorten hier zum Einsatz kommen und wie sie gegerbt sind, ließ sich selbst nach einer langen Recherche nicht herausfinden. Nur soviel: Deichmann bezieht sein Leder aus Gerbereien in Fernost.

Doch auch hier will ich überhaupt nicht den Ankläger spielen. Ein rahmengenähter Schuh in dieser Preisklasse muss irgendwo einsparen und das hier nicht die besten Leder verwendet wurden, dürfte demnach klar sein. Gleiches gilt übrigens auch für die verwendeten Futterleder.

Noch eine Vermutung zur Laufsohle: Diese scheint mir fassgegerbt zu sein, da ich doch recht schnell feuchte Füße in den Schuhen bekam. Ein Ausweg, der natürlich kostenintensiver für die Unternehmen ist, bietet der Einsatz einer grubengegerbten Laufsohle. Ihre Atmung ist weit aus besser als die der fassgegerbten Sohle.

Den abschließenden Wassertest haben die Borelli-Schuhe dagegen mit Bravour bestanden. Das Leder scheint bestens präpariert und das den Schuh treffende Wasser rutschte genauso rasch hinfort, wie es über den Borelli kam. Doch meine Vermutung, dass hier zu viel Farbe aufgetragen wurde, bestätigte sich leider. Die Wasserpfützen unter dem Schuh waren alles andere als klar (siehe Bild). Seien Sie also vorsichtig, wenn Sie mit Ihren neuen Borelli-Herrenschuhen in eine Husche geraten und danach über den weißen Flokati flanieren möchten. Ihr Gastgeber könnte mit einem Tobsuchtsanfall reagieren.

Tragetest

Es war gar nicht so einfach in die Borelli-Herrenschuhe hineinzukommen. Für Männer, die aus unerfindlichen Gründen nach wie vor keinen Schuhlöffel benutzen, wird der Einstieg in diese Schuhe nahezu unmöglich werden, wenn sie nicht den Schuh nachhaltig beschädigen möchten.

Sitzen sie dann aber einmal an den Füßen, so fühlen sich die Borelli-Herrenschuhe äußerst gut an. Fest und dabei angenehm leicht umfassen sie den Fuß und auch die ersten Schritte wissen zu begeistern. Doch halt, was ist das? Drückt der Schuh im Fersenbereich? Ein wenig, das kann ich nicht leugnen. Ich bin hier wohl eine bessere Dämpfung gewöhnt. Auch habe ich das Gefühl, das ich ein klein wenig nach vorne kippe, wenn ich in den Schuhen stecke. Liegt das am Leisten, der hier benutzt wurde, oder habe ich dieses unwohle Gefühl exklusiv?

Vorne passt mir der Schuh wie angegossen, doch ich gebe zu bedenken, dass ich einen normalen Spann besitze. Herren mit einem hohen Spann werden definitiv nicht ihre Freude mit den Borelli-Herrenschuhen haben.

Bereits nach kurzer Tragedauer weiß ich die mit einem Profil versehene Gummiabsatzflecke zu schätzen. Auf Teppichunterböden, auf denen man sich mit Ledersohlen traditionell wie auf Glatteis fühlt, geben sie mir einen sicheren Rückhalt.

Nach einer knappen Woche Tragezeit bemerke ich erste Gehfalten. Diese verwundern mich bei dem verwendeten weichen Oberleder auch kaum. Meine Füße werden jedes Mal sehr rasch heiß in den Borelli-Herrenschuhen, das hätte ich nicht unbedingt erwartet. Ansonsten verrichten sie ihren Dienst gut. Selbst nach sechs Stunden Dauertragens fühlen sich meine Füße immer noch nicht gestresst an. Ich bin zufrieden, und wenn der geneigte Käufer auch immer die Pflege seiner Schuhe ernsthaft betreibt und wertige Schuhspanner nutzt, dann kann er an diesen Schuhen wirklich längere Zeit seine Freude haben.

Sonstiges

Der harte Teil liegt hinter uns, gehen wir rüber zu den Softskills der Borelli-Herrenschuhe. Hier kann ich ausnahmslos nur Positives feststellen.

Fangen wir beim Preis an. Der eigentliche Verkaufspreis der Borelli-Herrenschuhe lag einst angeblich bei 99,90 Euro, dass zumindest verriet mir das Etikett am Schuh. Ich wiederum bekam ihn für 59,90 Euro. Da fühlt man sich doch gleich als Gewinner! Doch nach einiger Recherche konnte ich nirgends einen Borelli-Schuh für knapp 100 Euro entdecken. Auch nicht in vergangenen Verkaufsphasen. Ich denke, dies ist ein gewiefter Marketing–Gag von Deichmann und ja auch nicht verboten. Der Kunde meint, so immer ein Schnäppchen gemacht zu haben.
Doch selbst für 99,90 Euro wäre dies kein schlechter Schuh, wie mein Test der Lloyd-Herrenschuhe bewiesen hat. Für 59,90 Euro bekommt der Kunde hier verdammt viel Herrenschuh für wenig Geld. Top!

Ebenfalls beeindruckend ist das angebotene Größenspektrum der Borelli-Herrenschuhe. Deichmann richtet sich also nicht nur an alle Käuferschaften, sondern auch an alle Fußgrößen unserer Republik. Die Borelli-Herrenschuhe sind in den Größen 40 bis 48 zu bekommen. Unter- und Übergrößen werden also ebenso versorgt.

Als letztes Gimmick wäre noch die Gentleman´s Corner zu nennen. Man findet sie nicht oft an Schuhen. Kennt man sie jedoch, dann vermisst man sie geradezu, wenn mal wieder Hosensaum am Absatz hängengeblieben ist. Bei den Borelli-Herrenschuhen kann dies dank Gentleman´s Corner nicht passieren.

In dieser letzten Rubrik räumen die Borelli-Herrenschuhe bei mir die Höchstwertung ab. Preis, Größenangebot und kleine Details wissen zu überzeugen und ich hab noch nicht einmal erwähnt, dass ihre Beschaffung äußerst leicht ist. Bei deutschlandweit etwa 1200 Deichmann-Filialen befindet sich meist immer eine in der Nachbarschaft.

Mein Fazit

Die Borelli-Herrenschuhe haben meine Erwartungen um Weiten übertroffen. Sicherlich, ich hatte hier keine Premiumschuhe in meinem Testlabor, doch die Qualität für knapp 60 Euro Anschaffungskosten kann sich wahrlich sehen lassen. Gerade in meinem Bekanntenkreis hat der Schuhgigant Deichmann ein eher schlechtes Image und auch ich hätte hier ehrlich gesagt einen Gurkenschuh erwartet. Bei meiner Recherche im Netz las ich von losgelösten Sohlen und Absätzen bei Borelli-Herrenschuhen, über miserablen Service und schlechte Qualität. Für mich persönlich war der Kauf ebenso eine Premiere gewesen. Ich gehörte zu den 30 Prozent der Bevölkerung, die noch nie eine Deichmann-Filiale von innen gesehen hatten.

Festhalten muss ich aber auch und das hat der Test bestätigt, dass das Label »rahmengenäht« durchaus nichts über die Gesamtqualität eines Schuhs aussagt. Die Verarbeitung kann als recht ordentlich angesehen werden, doch die verwendeten Materialien sind in ihrer Qualität wirklich nicht berauschend. Kein Wunder und da brauchen wir uns nichts vorzumachen: Bei diesem niedrigen Verkaufspreis müssen irgendwo Abstriche gemacht werden und eben gerade bei diesem Preis kann man nun wirklich keine Anschaffung fürs Leben erwarten.

Die Borelli-Herrenschuhe eignen sich mitunter ganz gut für Neueinsteiger auf dem Gebiet der rahmengenähten Herrenschuhe. Männer, die bisher von den vermeintlich hohen Anschaffungskosten abgeschreckt waren, können hier mit ruhigem Gewissen zugreifen. Mit den Borelli-Herrenschuhen erhält man eine rahmengenäht-light Erfahrung. Wenn die Schuhe dann auch nur im Ansatz zu überzeugen wissen, wird der Kunde beim nächsten Schuhkauf gewillt sein, einige Stufen höher in der Qualitätsskala von rahmengenähten Herrenschuhen zu kommen, da bin ich mir sicher. Einmal rahmengenäht, immer rahmengenäht!

1987 by Carlos Santos für Paul Prüfer

1987 by Carlos Santos / Copyright: Zalando.de

Ich hab es ja nicht so mit Gewinnspielen und aus chronischer Erfolgslosigkeit habe ich irgendwann aufgegeben an welchen teilzunehmen. Doch jetzt werde ich rückfällig und das aus gutem Grund. Der Schuhe-Versender-Zalando lobt eine Schuh-Flatrate aus. Ein Jahr lang wird der Gewinner jeden Monat mit einem neuen Schuh versorgt. Der Gesamtwert umfasst 3000 Euro. Diese einmalige Möglichkeit darf und kann ich nicht verstreichen lassen. Eine Schuh-Flatrate würde meinem Testlabor sehr gelegen kommen, denn hochwertige Herrenschuhe sind oftmals recht preisintensiv und nach dem Aufschneiden leider kaum zu gebrauchen.

Lieblingsschuh: »1987 by Carlos Santos«

Der Ablauf des Gewinnspiels sagt mir sehr zu. Statt einer Frage, die es zu beantworten gilt, verlangt Zalando einen Blog-Artikel über den Lieblingsschuh des potenziellen Teilnehmers, den dieser sich aus dem Angebot des Zalando-Shops wählt. Dies war für mich ein Leichtes gewesen und so fiel meine Wahl auf einen dunkelbraunen Oxford von »1987 Carlos Santos«.

Dieser Oxford strahlt durch seine klare Linienführung und dem herrlich glänzenden glatten Leder die pure Eleganz aus. Er wurde auf recht schmal zusammenlaufenden Leisten gefertigt und ist somit der perfekte Begleiter eines jeden modernen Gentleman. Die Vorderkappe besitzt neben einem aufregenden Finish, das besondere Etwas dank eines geschickt angebrachten Broguings. Für einen klassischen Oxford untypisch ist hingegen die 6-Loch-Schnürung – doch kein Grund zur Panik – die Carlos Santos´ Schuhe wirken so noch einen Tick aufregender, als sie es bereits sind. Von der Optik her kann ich diesen Schuh ausnahmslos empfehlen, ja, ich habe ihn bereits ins Herz geschlossen. Zu eleganten Anlässen passt dieser Schuh ebenso wie zum gepflegten Businessauftritt.

Rahmengenähter Schuhtraum aus Portugal

Die Zusammensetzung des Carlos Santos´ kann als hochwertig bezeichnet werden. Zum einen weisen die Schuhe einen enorm hohen Lederanteil auf (Schaft, Oberteil, Decksohle, Laufsohle, Innenfutter). Französisches Kalbsleder und eichenlohgegerbte Sohlen sprechen für sich. Hier gilt die Faustregel: Je mehr Leder in einem Schuh verarbeitet wurde, desto höher liegt seine Qualität. Apropos Qualität, dafür bürgt hier zum anderen das Siegel »Goodyear Welted«, was nichts anderes heißt, als dass die Schuhe in der rahmengenähten Machart gefertigt wurden. Dementsprechend robust und haltbar sind sie. Sollte beispielsweise die Sohle dann doch einmal abgelaufen sein, genügt der rasche Gang zum Schuhmacher.

Fair im Preis bei Zalando.de

Noch ein paar Worte zum Hersteller. Weitverbreitet ist die Vorstellung, dass ausgezeichnete Herrenschuhe nur aus England oder vielleicht noch aus Italien kommen. Mit denen assoziiert der Käufer höchste Qualität und Stilsicherheit. Schuhe aus Spanien und Portugal haben es da schwere. Dieser Irrglaube ist für uns Kunden ein Glücksfall, bekommen wir so doch hervorragende Schuhe zum fairen Preis. Denn natürlich gibt es auf der Iberischen Halbinsel ausgezeichnete Schuhmacher, die allein wegen ihres geringen Bekanntheitsgrades weniger gekauft werden. Carlos Santos, welches wiederum zu Zarco gehört, stammt aus Portugal und produziert wahre Schuhträume. Jahrelang führte die Nobelmarke Carlos Santos ein Schattendasein in Deutschland. Wir können froh sein, dass Zalando sie nun zu äußerst fairen Preisen bei uns vertreibt.

All dies zusammengenommen, macht den »1987 by Carlos Santos« zu meinem Zalando-Lieblingsschuh. Doch natürlich bietet Zalando noch viele weitere atemberaubende Herrenschuhe, die nach einem möglichen Gewinn der Schuh-Flatrate ihren Weg ganz sicher zu mir finden würden.

– Bildmaterial in diesem Text mit freundlicher Genehmigung von Zalando.de –

Deichmann – Schuhe aus Essen-Borbeck erobern die Welt

Deichmann

Mit dem Bekanntheitsgrad der Marke Deichmann würde sich gerne jedes Unternehmen schmücken. Nach Firmenangaben waren bereits 70 Prozent aller Deutschen einmal in ihrem Leben bei Deichmann Schuhe kaufen. Und auch wenn der Werbeclaim sich in den letzten Jahren verändert hat, bei jedem, der den Namen Deichmann liest, fängt im Kopf sofort der einstige Werbeslogan »Markenschuhe so günstig – Deichmann« an zu dudeln. Mit diesem war die Firma in den 90er Jahren Pionier in Sachen veritabler Fernsehwerbung. Deichmann und Schuhe, das ist eine Erfolgsgeschichte.

Ihren Anfang nahm diese ganz bescheiden im Jahr 1913 in Essen-Borbeck, wo Heinrich Deichmann eine Schuhmacherei eröffnete. Bereits sechs Jahre später beginnt der Verkauf von fabrikgefertigten Schuhen. Der läuft so gut, dass 1930 die erste Deichmann-Filiale am Borbecker Markt eröffnet. Nach dem Tod des Firmengründers Heinrich Deichmann im Jahr 1940 führte seine Frau Julie Deichmann, mitsamt den fünf gemeinsamen Kindern die Geschäfte weiter. Die Nachkriegsjahre waren äußerst profitabel für Deichmann. Schuhe werden gebraucht und Deichmann glänzt immer wieder mit pfiffigen Ideen, wie beispielsweise der Fertigung von Schnürsenkeln aus alten Fallschirmseilen.

138 Millionen Paar Deichmann-Schuhe wurden 2009 verkauft

Ab 1956 übernimmt der damals 30-jährige Heinz-Horst Deichmann die Geschickte des Familienunternehmens. Der promovierte Mediziner sorgte in den folgenden Jahrzehnten dafür, dass Deichmann-Schuhe in sehr vielen deutschen und europäischen Haushalten eine neue Heimat fanden.

Auf die erste Deichmann-Filiale außerhalb Essens, die 1949 in Düsseldorf eröffnet wurde, folgte bereits 1973, mit der Übernahme der österreichischen Kette »Dosenbach«, die Expansion ins Ausland. Elf Jahre später begann Deichmann Schuhe auch in den USA zu verkaufen, nachdem man »Rack Rook Shoes« übernehmen konnte. Dieser nationale und internationale Aufstieg setzte sich bis ins unsere Gegenwart fort.

Heute betreibt Deichmann etwa 2800 Geschäfte, allein in Deutschland sind es 1200, in 18 Ländern und beschäftigt rund 28.000 Mitarbeiter. Dabei wurden im allgemeinen Krisenjahr 2009 weltweit 138 Millionen Paar Deichmann-Schuhe (in Deutschland etwa 70 Millionen Paar) verkauft. Das ist die bisher höchste Summe von abgesetzten Schuhen in der Geschichte des Unternehmens. Diese beeindruckenden Zahlen machen Deichmann zum Branchenprimus – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa.

Der Umsatz, der überwiegend durch die verkauften Deichmann-Schuhe generiert wurde, lag im vergangenen Jahr bei 3,4 Milliarden Euro. An weitere Zahlen zu gelangen, gestaltet sich schwierig, da Deichmann im Kern eine Familienstiftung mit Sitz in der Schweiz ist. Die allgemeine Publizitätspflicht kann Deichmann dadurch umgehen.

Pussycat Dolls, Sugababes und Cindy Crawford werben für Deichmann-Schuhe

Eine erfolgreiche Verkaufsmethode von Schuhen schaute sich Heinz-Horst Deichmann in den USA ab und sie hat bis heute bestand in den Filialen: Der Verkaufsraum dient gleichzeitig auch als Lager. Die Schuhe stehen nicht einzeln, sondern Paarweise in den Regalen. Dies und die generell niedrigen Verkaufspreise der Schuhe führten dazu, dass Deichmann gemeinhin als Schuh-Aldi angesehen wird. Ein Image, das dem Unternehmen gar nicht so unlieb ist, doch ist man in den letzten Jahren auch bemüht, andere Kundenkreise mit Deichmann-Schuhen zu versorgen. Borelli Herrenschuhe zum Beispiel, werden als Premiumschuhe für Männer mit Stil beworben. Sportliche Herren sollen durch Gallus Schuhe angesprochen werden und für die Kleinen bietet sich die Traditionsmarke Elefanten an. Laut Heinrich Otto Deichmann, Sohn von Heinz-Horst, der die Geschäfte vom Vater 1999 übernahm, will Deichmann vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Millionär jeden Kunden ansprechen.
Um die zu erreichen, setzt Deichmann in der Bewerbung seiner Schuhe auf bekannte Gesichter. Kelly-Family-Mitglied und Extremsportler Joe Kelly wirbt für die Deichmann-Sportschuh-Marke Victory, seit 2006 gibt es TV-Spots mit den Pussycat Dolls, 2008 folgten die Sugababes mit ihrer Starcollection und im vergangenen Jahr brachte das ehemalige Topmodel Cindy Crawford ihre eigene Kollektion unter dem Label »5th Avenue« exklusiv für Deichmann heraus.

Produziert werden Deichmann-Schuhe übrigens zu etwa 70 Prozent in Asien, was dem Unternehmen auch immer wieder schlechte Presse einbrachte. So wurde 2006 Kritik an nicht eingehaltenen Umweltstandards in indischen Gerbereien laut und 2008 waren es die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in einer kambodschanischen Fabrik, die das Unternehmen in die Kritik geraten ließen. Für Seniorchef Hein-Horst Deichmann ein Schock, da er bereits seit Jahrzehnten mit seiner wortundtat-Gesellschaft Entwicklungshilfeprojekte unter anderem in Indien und Afrika unterstützt.

Deichmann konnte in seiner Unternehmensgeschichte bisher auf Fremdkapital verzichten. Man gab immer nur soviel aus, wie man auch eingenommen hatte. Gerade diese Haltung wird in Zeiten von Bankenkrisen und Börsencrash belohnt. So wird die Firma weiter wachsen. Allein für dieses Jahr sind europaweite Neueröffnungen von 240 Filialen geplant. Mehr Deichmann-Schuhe also für alle.

HERRENSCHUHE-TEST.de ist eröffnet!

Es ist vollbracht! Am Anfang war es nur eine rasche Idee, geboren aus meinen enttäuschenden Erfahrungen mit Herrenschuhen. Paul, dachte ich mir, nirgends hast du eine verlässliche Quelle, die dir sagen kann, an welchen Schuhen du deine Freude haben wirst und welche du besser, aus reinen Selbstschutz, meiden solltest. Klar, ich bin ein Schuhliebhaber und ich bin, wie eigentlich so viele andere auch, auf verlässliches Schuhwerk angewiesen. Über die Jahre sammelte ich Erfahrungen und wurde im Freundes- und Bekanntenkreis zu dem Ansprechpartner in Sachen Schuh.

Warum nicht mein Wissen mit der Allgemeinheit teilen? Ja, warum eigentlich nicht? Und das Internet, mit seinen unglaublichen Möglichkeiten und seiner immensen Verbreitung, eignet sich für mein Vorhaben doch perfekt. So ging ich gar noch einen Schritt weiter. Statt nur mein Wissen weiterzugeben, entschied ich, die Herrenschuhe der bekannten Marken einmal selbst und en Detail unter die Lupe zu nehmen. Eigene Schuhtests, auf deren Ergebnisse ich mindestens genauso gespannt bin wie meine Leser es sein werden.

Schuhtests vom Schuhliebhaber für den Schuhliebhaber

Sicherlich bin ich keine Institution wie die große Stiftung Warentest und natürlich erhebe ich mit meinen Tests keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Wissenschaftlichkeit. Nein, meine Tests sind vom Schuhliebhaber für den Schuhliebhaber. Mittels meines fünfstufigen Tests kann ich Schuhwissen und Etikette vermitteln und am Ende den Herrenschuhinteressierten eine Kaufempfehlung oder eben Ablehnung geben.

Nach etlichen Monaten an Vorlaufzeit, in der geklärt wurde, wie die Seite auszusehen hat und was auf ihr stehen sollte und nach den ersten beiden Schuhtests, ist es nun also soweit.

Lieber Leser, nicht ohne eine kleine Portion Stolz, möchte ich an dieser Stelle verkünden: Der HERRENSCHUHE-TEST.de ist hiermit offiziell eröffnet!

Unkomplizierte Bedienung dank übersichtlicher Navigationsleiste

Schauen Sie sich ein wenig rum – es gibt bereits einiges an Inhalten auf meiner Seite. Falls Ihnen die klassische Blog-Struktur ein wenig Unbehagen bescheren sollte, schauen Sie einmal oben rechts in die Navigationsleiste. Dort erfahren Sie alles über mich, können mein Testverfahren im Detail nachlesen, haben einen raschen Überblick über die bisherigen Herrenschuhtests und gelangen fix zu meinen Portraits der großen und bekannten Schuhmarken.

Es würde mich freuen, Sie als Stammleser bei mir begrüßen zu dürfen. Wenn Sie Fehler entdecken sollten, oder einige Sachen nicht verstehen, scheuen Sie sich nicht, mich darauf hinzuweisen. Auch ich bin nur ein normaler und fehlbarer Schuhliebhaber und lerne gerne dazu.

Genug der Vorrede, viel Freude beim HERRENSCHUHE-TEST.de wünscht Ihnen

Italienische Herrenschuhe profitieren vom Image

Italienische Herrenschuhe

Italienische Herrenschuhe glänzen mit hoher Verarbeitungsqualität und einer meist langen Markentradition. Aber auch moderne Innovationen werden italienischen Schuhherstellern zugeschrieben. Geox Schuhe zum Beispiel, die bekannt sind für ihre Atmungsaktivität.

Geschmack, Hochwertigkeit, edles Design und ausgezeichnetes Leder, sind die Attribute, an die man denkt, wenn man an italienische Herrenschuhe denkt. Bis Heute kann die Branche von diesem Ruf zehren, der einst durch solch Schuh-Genies wie Salvatore Ferragamo geschaffen wurde.

Salvatore Ferragamo bringt italienische Herrenschuhe nach Hollywood

Ferragamo, 1898 in Bonito bei Neapel geboren, erlernte den Beruf des Schuhmachers, bevor er 1914 in die USA übersiedelte und damit italienische Herrenschuhe in Nordamerika salonfähig machte. Er siedelte sich in Hollywood an und eröffnete dort eine Boutique für Maßanfertigungen und Reparaturen von Schuhen. Rasch sprachen sich die Fertigkeiten des Italieners herum und schon bald fertigte er italienische Schuhe für die Granden der Traumfabrik. Zu seinen populärsten Werken gehören die Ballerinas von Audrey Hepburn und die mit elf Zentimeter Absatz versehenen Pumps von Marilyn Monroe.

Bereits 1927 kehrt er in die italienische Heimat zurück und expandiert mit seinem Geschäft in den folgenden Jahren. Kurz vor seinem Tod, 1960, hat Ferragamo 700 Angestellte, die täglich 350 Paar handgefertigte Schuhe produzieren. Der Erfolg des Schuhvisionärs hält bis heute an. Die Marke Salavatore Ferrgamo steht für luxuriöse italienische Herrenschuhe und trägt dadurch zum extrem guten Ruf der Schuhe Italiens bei. Noch heute schmückt sich die Prominenz Hollywoods mit den Schuhen der Italiener.

Weniger verkaufte italienische Herrenschuhe im Krisenjahr 2009

Es ist vor allem dieses positive Image, von dem die italienischen Schuhproduzenten noch heute profitieren – selbst wenn natürlich auch aus Spanien ganz hervorragende Herrenschuhe kommen. Der Mann von Welt bevorzugt eben italienische Herrenschuhe. Sie zeigen seinen guten Geschmack in Modefragen, beweisen, dass er sich Schuhe aus einem fernen Land leisten kann und symbolisieren Stil.

Italienische Herrenschuhe der Gegenwart, die sich bei der breiten Masse an großer Beliebtheit erfreuen kommen von Bello, Pantofola d`Oro, Bugatti. Sie verbinden die traditionellen Werte italienischer Herrenschuhe mit der Technologie von Heute. So ist Geox, mit seinem Patent der atmungsaktiven Membran mittlerweile zum drittgrößten Schuhproduzenten der Welt aufgestiegen und erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit.

Doch auch hier hat die Wirtschafts- und Finanzkrise des letzten Jahres ihre Spuren hinterlassen. So musste die italienische Schuhindustrie in 2009 ein Produktionsminus von 12,1 Prozent hinnehmen. Italienische Herrenschuhe und Damenschuhe verkauften sich deutlich schlechter als im Jahr zuvor, was zu einem Umsatzrückgang von 11,6 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro führte. Der Export brach um 15,9 Prozent ein und führte so zum stärksten Rückgang seit 1980. Besserung scheint in Sicht. So verzeichnet der italienische Schuhverband im ersten Quartal 2010 bereits ein Export-Plus von 22,9 Prozent. Italienische Herrenschuhe werden so schnell also nicht aus der Mode sein.